
Wie viel Dunkelheit braucht Cannabis? Die Dunkelphase in jeder Wachstumsstufe
6 Stunden in der Wachstumsphase, 12 in der Blüte, vielleicht 48 vor der Ernte: Warum die Nacht für deine Pflanzen genauso wichtig ist wie das Licht.
Photoperiodisches Cannabis braucht in der Wachstumsphase meist 6 Stunden Dunkelheit am Tag (18/6) und in der Blüte 12 Stunden ununterbrochene Dunkelheit (12/12), damit es zuverlässig blüht. Autoflowers kommen auch mit weniger aus, brauchen aber trotzdem Ruhephasen. Beim Cannabisanbau denkt man zuerst ans Licht: ein Growraum mit starken Lampen über üppigen Pflanzen. Aber die Dunkelheit ist genauso wichtig, denn wie wir Menschen braucht auch Cannabis die Balance.
In der Dunkelphase laufen in der Pflanze andere Prozesse ab als tagsüber. Wie lange die Nacht dauert, sagt der Pflanze, in welcher Jahreszeit sie sich befindet, und das löst die verschiedenen Entwicklungsphasen aus.
Schon bei der Keimung signalisiert die Dunkelheit dem Samen, dass er unter der Erde liegt. Außerdem schützt die Dunkelheit die Wurzeln vor Schädlingen und Krankheiten und schafft ideale Bedingungen fürs Wachstum.

Wer die Dunkelphase auslässt, schadet der Entwicklung seiner Pflanzen. Mit etwas Sorgfalt ist es aber kein Hexenwerk, für genug Dunkelheit zu sorgen, damit sie optimal blühen. Spätestens bei der Ernte siehst du, dass sich die Mühe gelohnt hat.
Warum photoperiodisches Cannabis die Dunkelheit braucht
Wer photoperiodisches Cannabis anbaut, also Sorten, deren Blüte von der Tageslänge gesteuert wird, sollte verstehen, warum die Dunkelheit dabei so eine große Rolle spielt.
Pflanzen betreiben Photosynthese, wenn sie Licht bekommen, das ist bekannt. Aber wie Tiere erledigen sie nachts andere Dinge. Deshalb musst du ihnen genug Zeit im Dunkeln geben.
Tagsüber betreiben Cannabispflanzen Photosynthese und gewinnen Energie für ihr Wachstum. Nachts werden diese Reserven verarbeitet: Überschüssige Energie vom Tag wird als Stärke gespeichert und in der Dunkelphase verbraucht.
Dieser Stärkestoffwechsel ist noch nicht vollständig verstanden, aber für eine gesunde Entwicklung entscheidend. Beobachtungen zeigen, dass Cannabis unter Dauerlicht keine bessere oder stärkere Ernte bringt.
Dazu kommt: Photoperiodische Pflanzen steuern ihr Wachstum über die Lichtmenge, die sie bekommen. In der Natur keimen sie im Frühling und Frühsommer und wachsen unter der kräftigen Sonne der langen Sommertage. Werden die Tage kürzer, startet ganz von selbst die Blüte.
Wird dieser Rhythmus gestört, etwa durch unregelmäßige Beleuchtung, kann das Wachstum und Entwicklung schaden: Die Pflanze bleibt im schlimmsten Fall dauerhaft in der Wachstumsphase hängen oder geht sogar ein.
Kurz: Wer den Wechsel von Licht und Dunkelheit versteht und respektiert, kann photoperiodisches Cannabis erfolgreich anbauen und hochwertige Ernten einfahren.
Wie du die Dunkelphase richtig einstellst
Wenn du tiefer in den Cannabisanbau einsteigst, ist der Licht-Dunkel-Zyklus eines der wichtigsten Themen. Wie viel Dunkelheit braucht deine Pflanze wirklich, und warum ist ein strikter Lichtzyklus so wichtig?
Das schauen wir uns jetzt im Detail an, damit du das Maximum aus deiner Ernte holst.

Braucht Cannabis je nach Phase unterschiedlich viel Dunkelheit?
Wie viel Dunkelheit deine Pflanze braucht, hängt davon ab, ob du eine photoperiodische Sorte oder eine Autoflower anbaust. Autoflowers haben ihre eigene innere Uhr und brauchen keinen bestimmten Licht-Dunkel-Zyklus.
Photoperiodische Sorten dagegen richten sich nach den Jahreszeiten und haben klare Ansprüche an Licht und Dunkelheit.
Wachstumsphase: Energie tanken
In der Wachstumsphase, zwischen Keimling und Blüte, konzentriert sich die Pflanze aufs Wachsen und bildet Blätter für die Photosynthese. Indoor-Grower fahren meist einen 18/6-Zyklus: 18 Stunden Licht, 6 Stunden Dunkelheit. Das fördert das Wachstum, weil die Pflanze genug Energie für ihre Entwicklung bekommt.
Manche Grower experimentieren mit anderen Zyklen, etwa 6/2, bei dem sich Licht und Dunkelheit dreimal am Tag abwechseln. Ob solche unkonventionellen Methoden wirklich etwas bringen, ist aber nicht sicher belegt.
Blütephase: 12 Stunden Dunkelheit bis zur Ernte
Für die Blüte stellst du auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit um (12/12). Das ahmt die kürzer werdenden Herbsttage nach und signalisiert der Pflanze, dass es Zeit ist, sich vor dem Winter fortzupflanzen.
In dieser Phase darf während der Dunkelphase auf keinen Fall Licht eindringen, denn das kann die Blüte stören.
Dunkelheit vor der Ernte: Bringt das was?
Manche Grower lassen ihre Pflanzen vor der Ernte rund zwei Tage komplett im Dunkeln stehen. Die Idee: Das soll die Bildung von Cannabinoiden und Terpenen anregen und die Qualität verbessern. Wissenschaftlich ist das nicht ganz geklärt, aber viele schwören darauf.
Zusammengefasst: Wer die Licht- und Dunkelzyklen versteht und einhält, holt mehr Qualität und Menge aus seiner Ernte. Mit der richtigen Pflege in jeder Phase stehen die Chancen auf ein Top-Ergebnis gut.
Brauchen Autoflowers Dunkelheit?
Beim Cannabisanbau sind Autoflowers ein Sonderfall, was den Einfluss von Licht und Dunkelheit angeht.
Anders als photoperiodische Sorten, die auf den Licht-Dunkel-Zyklus reagieren, haben Autoflowers ihre eigene biologische Uhr und gehen deshalb anders mit Licht und Dunkelheit um.
Licht und Dunkelheit in den Phasen einer Autoflower
Auch in der Blüte folgt der Licht-Dunkel-Zyklus von Autoflowers nicht den strengen Regeln photoperiodischer Sorten. Sie brauchen zwar Licht zum Wachsen und Dunkelheit zum Ausruhen, aber wie lange diese Phasen dauern, kann stark variieren.
Gängige Lichtzyklen für Autoflowers
Am häufigsten laufen Autoflowers den ganzen Lebenszyklus über mit 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6). Das liefert genug Energie fürs Wachstum und danach eine Ruhepause.
Manche Grower stellen Autoflowers in der Blüte auf 12/12 um, also 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit. Dabei passt sich aber das Licht an die Pflanze an und nicht umgekehrt, denn Autoflowers reagieren nicht wie photoperiodische Sorten auf die Tageslänge.
Dauerlicht (24/0): Was du wissen solltest
Manche Grower geben ihren Autoflowers Dauerlicht, also 24 Stunden Licht und keine Dunkelheit (24/0). Das kann funktionieren, hat aber mögliche Nachteile: höhere Stromkosten, das Risiko von Lichtschäden an den Blättern und mehr Hitze im Growraum.
Unterm Strich: Autoflowers haben andere Ansprüche an Licht und Dunkelheit als photoperiodische Sorten, aber die richtige Balance zwischen beidem bleibt entscheidend. Probier verschiedene Lichtzyklen aus, um herauszufinden, was für deine Pflanzen am besten funktioniert.
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