Lohnt sich ein Wintergrow? Mehr Ernten pro Jahr mit Lampenwärme, Nachtlicht und Autoflowers
ANBAU

Lohnt sich ein Wintergrow? Mehr Ernten pro Jahr mit Lampenwärme, Nachtlicht und Autoflowers

Nach der Outdoor-Saison drinnen weitermachen: was das kostet, was es bringt und warum die Lampen im Winter besser nachts laufen.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Lohnt sich ein Wintergrow? Mehr Ernten pro Jahr statt Winterpause

Ein Wintergrow lohnt sich, wenn du nach der Outdoor-Ernte nach drinnen umziehst: Draußen reichen Kälte und das wenige Licht im Winter meist nicht für eine ordentliche Ernte, drinnen kannst du dagegen weiter ernten. Der Preis dafür sind Anschaffung, Strom und mehr Pflege. Indoor im Winter ist anspruchsvoller, weil du Temperatur, Luftfeuchte und Licht aktiv steuern musst, aber es ist absolut machbar.

Winter ist nicht gleich Winter, und manche Klimazonen sind deutlich härter als andere. Je nachdem, wo du wohnst, können die Pflanzen im Herbst vielleicht noch eine Weile draußen bleiben.

Trotzdem gilt: Meistens ist der Winter draußen nichts für Cannabis, vor allem wenn Schnee fällt oder die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken. Manche Sorten stecken etwas niedrigere Temperaturen weg, aber für richtig gutes Gras ist Wärme der Schlüssel.

Viele Grower ziehen deshalb nach der Outdoor-Ernte nach drinnen um, damit es über die Wintermonate ohne große Probleme weitergeht.

Das braucht etwas Planung und Investition, aber ein Growraum, der bereitsteht, wenn es kalt wird, ist Gold wert. Außerdem hast du damit einen Platz, um die Pflanzen für die nächste Outdoor-Saison vorzuziehen.

Im Winter growen heißt: mehr Ernten pro Jahr von deinen Lieblingspflanzen. Ein Indoor-Setup in der kalten Jahreszeit hat noch ein paar Extra-Vorteile. Mit dem richtigen Aufbau kann die Abwärme von Lampen und Geräten sogar die Wohnung mitheizen. Die Stromrechnung wird zwar steigen, aber die zusätzlichen Buds am Ende des Zyklus können die Mehrkosten durchaus wert sein.

Pro Wintergrow indoor:

Mehr Ernten pro Jahr

Volle Kontrolle über das Klima

Weniger Risiko durch Schädlinge

Contra Wintergrow indoor:

Teure Anschaffung

Kostet Strom

Viel Pflegeaufwand

Ab 15 °C oder weniger bremst das Wachstum meist drastisch ab. Fällt die Temperatur unter den Gefrierpunkt, stirbt die Pflanze wahrscheinlich.

Am besten hältst du die Temperatur jederzeit über 18 °C. Zwischen 20 und 25 °C liegt meist der Sweet Spot. Kurz gesagt: Du musst die Temperatur im Blick behalten, damit deine Pflanzen nicht auskühlen, sonst leiden sie.

Die Dunkelphase solltest du besonders gut im Auge behalten, denn ohne Licht gibt es auch keine Lampenwärme. Unter Umständen brauchst du eine Heizung, damit die Temperatur nicht unter den Wohlfühlbereich fällt. Die kannst du per Zeitschaltuhr so einstellen, dass sie anspringt, wenn das Licht ausgeht.

Eine gute Idee: Lass die Lampen nachts laufen, wenn es draußen am kältesten ist, und schalte sie tagsüber in den wärmeren Stunden aus. So vermeidest du große Temperaturschwankungen, die den Pflanzen zusetzen.

Die Sonne ist die wichtigste Energiequelle einer Cannabispflanze und liefert im Sommer jede Menge Licht. Im Winter gibt es schlicht zu wenige Sonnenstunden für den Bedarf der Pflanzen. Deshalb musst du mit Kunstlicht nachhelfen.

HID-Lampen sind stark genug für den Indoor-Grow im Winter und haben den Vorteil, dass sie ordentlich Wärme abgeben. LEDs oder Leuchtstoffröhren gehen auch (und sind im Betrieb günstiger), aber dann solltest du zusätzlich heizen, weil sie den Pflanzen kaum Wärme liefern.

Die richtige relative Luftfeuchtigkeit (rLF) zu halten, kann bei Kälte knifflig werden. Bei niedrigen Temperaturen steigt die Luftfeuchte oft an, wenn du also kalte Außenluft ansaugst, ist die rLF meist hoch. Je nach Wachstumsphase solltest du die Luftfeuchtigkeit im Growraum zwischen 40 und 75 % halten.

Hohe Luftfeuchte ist oft der Grund für Schimmel, und der wird umso schwerer zu kontrollieren, je kälter es wird. Luftentfeuchter senken die relative Luftfeuchte zuverlässig, wie gut sie das schaffen, hängt aber von der Raumgröße und der Qualität des Geräts ab.

Auch im Winter kannst du natürliches Sonnenlicht nutzen. Die Sonne scheint zwar nicht lange, kann aber ein paar Stunden lang kräftig genug sein, um deinen Pflanzen eine gute Portion Licht zu geben. Wer im Gewächshaus growt, kann mit Zusatzlampen nachhelfen oder Rollos und Abdeckungen installieren, um den Lichtrhythmus zu steuern.

Bei der Samenwahl gilt: Schimmelresistente Sorten oder Autoflowers kommen mit kühleren Bedingungen meist besser klar. Das sind normalerweise indica-dominante Sorten. Sativas stammen aus warmen, feuchten Klimazonen und leiden schneller unter Kälte als Indicas.

Dank ihrer Ruderalis-Gene sind Autoflowers ideal: Sie haben einen kurzen Zyklus und blühen nach Alter statt nach Lichtdauer, deshalb sind sie im Winter viel leichter zu growen. Trotzdem brauchen auch Automatiks in der Wachstumsphase viel Licht, wenn sie ihr volles Potenzial erreichen sollen.

Bei all den Möglichkeiten, die ein Indoor-Grow bietet, lohnt es sich auf jeden Fall, auch im Winter weiterzumachen. Die Erträge fallen besser aus, und die Gefahr, Samen oder Stecklinge durch Kälte und Schimmel zu verlieren, sinkt. Dazu kannst du alle möglichen Indoor-Techniken ausprobieren, die dich zum besseren Grower machen.

Wie growst du Autoflowers im Winter?

Autoflowers im Winter zu growen kann knifflig sein, denn sie haben einen kurzen Lebenszyklus und brauchen optimale Bedingungen, um richtig zu wachsen und zu blühen. Diese Tipps helfen dir dabei:

  1. Die richtige Sorte: Wähl Autoflowers, die kälteresistent und für den Wintergrow geeignet sind. Manche Automatiks vertragen Kälte besser als andere, also lohnt sich die Recherche nach kältefesten Sorten.
  2. Schutz vor Kälte: Im Winter können die Temperaturen so tief fallen, dass sie dem Grow schaden. Schütz deine Pflanzen, etwa mit Gewächshaus, Folientunnel, Thermovlies oder Zusatzlampen, damit die Temperaturen im passenden Bereich für deine Autoflowers bleiben.
  3. Den Grow planen: Im Winter sind die Tage kürzer und die Lichtstunden begrenzt. Plan deinen Autoflower-Grow deshalb so, dass genug Licht für Wachstum und Blüte da ist.
  4. Passend düngen: Im Winter können Cannabispflanzen durch Kälte und weniger Licht einen anderen Nährstoffbedarf haben. Pass die Düngung entsprechend an, mit geeignetem Dünger und nach Herstellerangaben.
  5. Richtig gießen: Gießen ist im Winter ein Schlüsselfaktor, weil die Pflanzen bei Kälte und geringerer Verdunstung oft weniger Wasser brauchen. Gieß nach dem tatsächlichen Bedarf jeder Pflanze und vermeide Staunässe, die zu Pilzen und Krankheiten führen kann.
  6. Krankheiten vorbeugen: Im Winter herrschen oft ideale Bedingungen für Pflanzenkrankheiten. Beug vor: Halte die Pflanzen sauber, luftig und gut belüftet, und nutze geeignete Mittel, um Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen.