Männchen früh aussortieren: So erkennst du männliches Cannabis, bevor es deine Ernte bestäubt
ANBAU

Männchen früh aussortieren: So erkennst du männliches Cannabis, bevor es deine Ernte bestäubt

Männliche Cannabispflanzen verraten sich früher als die Weibchen, und wer die Zeichen kennt, sortiert sie aus, bevor die Pollensäcke aufgehen.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Männliche Cannabispflanzen zeigen ihr Geschlecht früher als die Weibchen, indoor etwa 7 bis 10 Tage, outdoor rund 3 Wochen vorher: mit kleinen, runden Pollensäcken statt weißer Härchen. Weil Cannabis zweihäusig (diözisch) ist, also entweder männliche oder weibliche Blüten trägt, solltest du die Männchen aussortieren, bevor die Säcke aufgehen und deine Weibchen bestäuben. 

Wer Cannabis erntet, setzt in der Regel voll auf weibliche Pflanzen. Aber worin unterscheiden sich Männchen und Weibchen eigentlich? Und wie erkennst du, was du da vor dir hast? Das klären wir hier:

Männliche Cannabispflanzen erkennen

Männliche Cannabispflanzen zeigen ihr Geschlecht 7 bis 10 Tage (indoor) bzw. 3 Wochen (outdoor) vor den Weibchen. Das zu wissen ist wichtig, denn sobald du auf Blüte umstellst (12 Stunden Licht, 12 Stunden Dunkelheit), kannst du nach den Fortpflanzungsorganen suchen und so das Geschlecht bestimmen. 

Daran erkennst du eine männliche Pflanze:

  • Meist bildet sie Blüten, die wie kleine Kügelchen aussehen, in Wirklichkeit aber „Säckchen“ voller Pollen sind. Sie können ungefähr 3 bis 4 Wochen nach der Keimung auftauchen. Männchen bilden keine Buds, können aber die Weibchen bestäuben, und das heißt: mehr Samen, weniger und kleinere Buds.
  • Eine männliche Pflanze hat im Vergleich zu einer weiblichen derselben Sorte meist einen dickeren Stängel. Sie wächst nämlich höher und muss mehr Gewicht tragen. Außerdem hat sie weniger Blätter als die Weibchen.
  • In der Vorblüte sind die Vorblüten der Männchen dicker als die der Weibchen, weil es eben die Pollensäcke sind. Kannst du das Geschlecht nach 2 bis 3 Wochen in dieser Phase immer noch nicht bestimmen, wird die männliche Pflanze spätestens jetzt kleine runde Kapseln zeigen. Dann heißt es handeln.

Sobald diese Pollensäcke aufgehen, bestäuben sie wahrscheinlich nicht nur deinen Grow, sondern so ziemlich alle Pflanzen im Umkreis von 5 Kilometern. Passiert das, bricht die mögliche Ernte deiner Weibchen massiv ein. Denn einmal befruchtet, stecken die Weibchen ihre Energie in die Samen statt ins THC, und die Ernte fällt kleiner aus.

Die Lösung ist simpel, wenn du deinen Grow schützen willst: Raus mit den Männchen, außer du willst unter kontrollierten Bedingungen Samen oder Pollen gewinnen.

Weibliche Cannabispflanzen erkennen

Die weibliche Cannabispflanze liefert nicht nur die begehrten Buds für medizinische wie für Freizeitzwecke, sie hat auch deutlich mehr Potenz und THC als ihr männliches Gegenstück. Deshalb ist es so wichtig, Männchen und Weibchen auseinanderhalten zu können, damit du das Maximum aus deinem Grow holst.

  • Auch Weibchen zeigen ihr Geschlecht mit kleinen Vorblüten, und zwar etwa 4 bis 6 Wochen nach der Keimung. 
  • Die weibliche Vorblüte ist schmaler und länglicher als die männliche. Bist du dir noch unsicher, warte ein paar Tage ab, ob die zwei Härchen auftauchen.
  • Danach siehst du: Aus den weiblichen Vorblüten wachsen zwei weiße Härchen (die Narbe), auch „Pistillen“ genannt, die aus einem runden grünen Kelch kommen. 
  • Ein guter Weg zu einem rein weiblichen Grow sind „feminisierte“ Samen, aus denen in der Regel fast 100 % Weibchen werden. Ab und zu gibt es aber Ausreißer, also behalte deine Pflanzen trotzdem im Auge, damit sich kein vorwitziges Männchen einschleicht.

Die Pflanzen müssen etwa sechs Wochen wachsen, bis sich ihr Geschlecht klar erkennen lässt. Männliche und weibliche Pflanzen sehen in den ersten 6 Lebenswochen gleich aus und lassen sich erst unterscheiden, wenn ihre Geschlechtsorgane anfangen sich zu entwickeln.

Dann gibt es noch zwittrige Cannabispflanzen (beide Geschlechter), die du wie Männchen behandeln solltest. Aber was ist ein Cannabis-Zwitter eigentlich, und warum taucht er auf?

Weder Männchen noch Weibchen: der Cannabis-Zwitter

Auch wenn männliche und weibliche Pflanzen verschieden sind, kann es passieren, dass eine Pflanze beide Geschlechtsorgane ausbildet. So ein Zwitter ist meistens unerwünscht und kann einen Grow genauso ruinieren wie ein Männchen. 

Die Pflanze bildet dann sowohl Pollensäcke als auch Pistillen. Ist das der Fall, ist sie, wie gesagt, ein Zwitter und wird wie ein Männchen behandelt.

Es gibt verschiedene Ausprägungen, und meistens hängt es mit der Verteilung der Chromosomen und den Bedingungen zusammen, unter denen die Pflanzen wachsen:

  • Wenn deine Pflanzen in der Blüte unter Stress stehen, etwa durch Lichtprobleme oder ihre Umgebung, können als Stressreaktion männliche Blüten auftauchen.
  • Manche Pflanzen zeigen von Natur aus schon ab der Vorblüte männliche und weibliche Blüten, sodass du sie aussortieren kannst, bevor du viel in sie investiert hast. Es kann aber auch sein, dass sich der Zwitter erst mit Beginn der Blüte zeigt. Dann ist es schwieriger, die männlichen Blüten zwischen den weiblichen zu finden, und die Buds können am Ende bestäubt werden.

Es ist nicht ratsam, Samen von Zwittern zu verwenden, weil daraus mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder Pflanzen mit Hang zum Zwittertum werden.

Es gibt zwei Arten von Cannabis-Zwittern:

  1. Zwitter „mit gemischtem Geschlecht“ haben längliche, gelbe Geschlechtsorgane (Staubbeutel), die wie kleine „Bananen“ aus den weiblichen Buds wachsen. Genau diese „Bananen“ produzieren Pollen und können Samen hervorbringen, die womöglich selbst wieder zwittrig sind.
  2. „Echte Hermaphroditen“ haben sowohl männliche als auch weibliche Blüten, aber an verschiedenen Stellen der Pflanze. Die sind seltener, kommen aber vor.

Zum Schluss: Männliche Cannabispflanzen meiden die meisten Grower wie der Teufel das Weihwasser. Wenn du aber eigene Genetik aufbauen oder keine Samen mehr kaufen willst, können dir Männchen richtig weiterhelfen. Dafür musst du dich aber mit Bestäubung und der Vermehrung von Cannabis auseinandersetzen.