Anandamid: das körpereigene Glücksmolekül und das Endocannabinoid-System
GESUNDHEIT

Anandamid: das körpereigene Glücksmolekül und das Endocannabinoid-System

Dein Körper macht sein eigenes Cannabinoid: Was Anandamid ist, wie es an CB1 andockt und warum CBD seinen Abbau bremst.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Anandamid ist das körpereigene Gegenstück zum THC: ein Endocannabinoid, also ein fettähnliches Molekül, das dein Körper selbst herstellt und das an die CB1-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems andockt. Es ist an Stimmung, Gedächtnis, Appetit und Schmerzempfinden beteiligt.

Endocannabinoid heißt: Anandamid entsteht in unserem eigenen Körper. Und der setzt es für ganz unterschiedliche Aufgaben ein.

Die bekanntesten Phytocannabinoide (also die aus der Pflanze) sind:

  • Cannabinol (CBN)

Heute kennt man in der Cannabispflanze über 150 Cannabinoide. Ihnen werden je nach verschiedenen Faktoren ganz unterschiedliche gesundheitliche Effekte zugeschrieben.

Es gibt zwei Haupt-Endocannabinoide:

1. Anandamid (auch AEA oder Arachidonylethanolamid genannt)

2. 2-Arachidonoylglycerin (2-AG)

Auch diese beiden Endocannabinoide können der Gesundheit guttun, nur dass sie nicht aus der Pflanze kommen: Unser Körper stellt sie selbst her.

Wenn Endocannabinoide wie 2-AG und Anandamid dafür sorgen, dass Gesundheit und Gleichgewicht bis auf Zellebene erhalten bleiben, dann liegt der Gedanke nahe, dass Cannabis mit THC und CBD, die am selben System ansetzen, helfen könnte, wenn das ECS nicht richtig funktioniert.

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass Anandamid Einfluss auf das Gedächtnis und das Belohnungssystem im Gehirn hat.

Anandamid bindet an die sogenannten CB1-Cannabinoid-Rezeptoren. Zusammen bilden die CB1- und CB2-Rezeptoren ein großes Netzwerk von Zellen, das man Endocannabinoid-System (ECS) nennt.

Das Endocannabinoid-System und Anandamid

Das ECS ist ein Körpersystem mit vielen Aufgaben, aber an erster Stelle scheint es das innere Gleichgewicht, die Homöostase, zu halten. Dafür kann es sowohl körpereigene Cannabinoide als auch Phytocannabinoide (wie CBD) nutzen. CBD verstärkt die Anandamid-Signale im Gehirn. Anandamid wird oft „Glücksmolekül“ genannt, und gesunde Anandamid-Spiegel werden mit Wohlbefinden und Glücksgefühlen in Verbindung gebracht.

Die aktuelle Forschung deutet darauf hin, dass Anandamid zum Beispiel Schmerzen lindern kann. Bei Schmerzen bindet Anandamid an seinen CB1-Rezeptor und dämpft die Schmerzsignale. Das könnte erklären, warum Menschen, die CBD nehmen (das den Abbau von Anandamid bremst), weniger Schmerzen berichten.

Was solltest du noch über Anandamid wissen?

  • Anandamid ist keine Droge. Es ist ein Botenstoff, den der Körper aus Arachidonsäure herstellt, einer langkettigen essenziellen Fettsäure.
  • Anandamid und andere Endocannabinoide werden von Nervenzellen freigesetzt und gelangen dann in Astrozyten und Neuronen, wo sie von einem Enzym namens Fettsäureamid-Hydrolase (FAAH) abgebaut werden.

Die Fettsäureamid-Hydrolase ist ein Enzym, das es nur bei Säugetieren gibt. Sie baut die Lipidfamilie der Fettsäureamide ab. Dazu gehört unter anderem Anandamid.

  • In manchen Hirnregionen, etwa im Hirnstamm, sind die Anandamid-Spiegel höher. Neuere Studien zeigen außerdem, dass Anandamid zu einer ganzen Familie chemischer Verbindungen aus Fettsäuren gehört.

Endocannabinoide könnten deshalb in Zukunft bei der Behandlung vieler Krankheiten eine Rolle spielen. Einige Cannabinoid-Medikamente werden derzeit in klinischen Studien für bestimmte psychische Erkrankungen getestet und könnten dort künftig zum Einsatz kommen.

Weil Cannabinoide und Endocannabinoide an dieselben Rezeptoren (CB1 und CB2) andocken, wird bei beiden ständig erforscht, was sie können und was nicht.

Es braucht noch Zeit und viel Forschung von Ärzt:innen und wissenschaftlichen Einrichtungen, bis die Medizin weiß, wie sich Endocannabinoide wie Anandamid (AEA) am besten nutzen lassen.

Wie wirkt Anandamid?

Anandamid ist ein körpereigener Neurotransmitter, der zum Endocannabinoid-System gehört. Dieses System besteht aus den Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2, den Endocannabinoiden und den Enzymen, die sie auf- und abbauen.

Anandamid bindet vor allem an den CB1-Rezeptor, der sich hauptsächlich im Gehirn und im zentralen Nervensystem befindet. Es ist an der Regulierung von Stimmung, Gedächtnis, Appetit und Schmerzempfinden beteiligt. Außerdem wirkt Anandamid als retrograder Botenstoff: Es kann regulieren, wie Informationen zwischen Nervenzellen fließen.

Man geht davon aus, dass Anandamid ähnlich wie THC wirkt, dem wichtigsten psychoaktiven Inhaltsstoff von Cannabis, nur viel schwächer. THC bindet an die Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn und sorgt für Euphorie, Entspannung und manchmal Wahrnehmungsveränderungen. Anandamid dagegen bildet der Körper selbst und setzt es in kleinen Mengen frei, um sein inneres Gleichgewicht zu halten.

Kurz gesagt: Anandamid ist ein körpereigenes Endocannabinoid, das als Neurotransmitter wirkt. Es bindet vor allem an den CB1-Rezeptor des Endocannabinoid-Systems und ist an der Regulierung von Stimmung, Gedächtnis, Appetit und Schmerzempfinden beteiligt.

Was hat Anandamid mit medizinischem Cannabis zu tun?

Das menschliche Endocannabinoid-System ist ein physiologisches System, das verschiedene Körperfunktionen steuert, etwa Schlaf, Appetit, Schmerz und Immunsystem. Es besteht aus den Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2, den Endocannabinoiden und den Enzymen, die sie auf- und abbauen.

Anandamid und 2-AG sind zwei Endocannabinoide, die vor allem an die CB1- und CB2-Rezeptoren binden. Anandamid wird vom Körper selbst gebildet und in kleinen Mengen freigesetzt, um das Gleichgewicht zu halten. Studien deuten darauf hin, dass Anandamid schmerzlindernde, entzündungshemmende, antidepressive und angstlösende Eigenschaften hat.

Und die Verbindung zum medizinischen Cannabis? Auch die Wirkstoffe von Cannabis wie THC und CBD wirken auf das Endocannabinoid-System. THC bindet vor allem an den CB1-Rezeptor und sorgt für Euphorie und Entspannung. CBD bindet nicht direkt an die Cannabinoid-Rezeptoren, beeinflusst das Endocannabinoid-System aber trotzdem.

Einige Studien deuten darauf hin, dass medizinisches Cannabis mit THC und CBD den Anandamid-Spiegel im Gehirn erhöhen und so die Stimmung heben sowie Angst und chronische Schmerzen lindern könnte. Andere Studien legen nahe, dass medizinisches Cannabis bei bestimmten Erkrankungen helfen kann, etwa bei Multipler Sklerose, Epilepsie, Arthritis oder Beschwerden bei Krebs.

Unterm Strich: Anandamid und das Endocannabinoid-System hängen eng mit medizinischem Cannabis zusammen. THC und CBD könnten die Arbeit des Endocannabinoid-Systems unterstützen, den Anandamid-Spiegel im Gehirn erhöhen und bei verschiedenen Beschwerden helfen.

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