
Was ist CBD? Cannabidiol: Anwendung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Macht nicht high, wird aber bei Epilepsie, Schmerzen und Angst eingesetzt: was CBD ist, wie es wirkt und mit welchen Medikamenten es sich beißt.
Cannabidiol, kurz CBD, ist einer der Hauptwirkstoffe von Cannabis und macht nicht high. Es steckt vor allem in den harzigen Blüten und kann bis zu 45 % des Pflanzenextrakts ausmachen. CBD ist eines von gut 100 Cannabinoiden, die nur in der Cannabispflanze vorkommen.
CBD vs. THC: Ist das dasselbe?
Nein, CBD und THC sind nicht dasselbe. Cannabis enthält über 500 organische Verbindungen, davon mehr als 100 Cannabinoide. Wegen ihres therapeutischen Potenzials stechen zwei heraus: CBD und THC. THC, also Tetrahydrocannabinol, ist der wichtigste psychoaktive Stoff der Pflanze und für das High verantwortlich, für das Cannabis bekannt ist.
CBD wirkt nicht psychoaktiv, THC schon. Beide gelten aber als therapeutisch interessant, und zusammen scheinen sie sich zu ergänzen: CBD kann bestimmte Eigenschaften von THC verstärken, etwa die schmerzlindernde Wirkung oder die in Laborstudien untersuchten tumorhemmenden Effekte, und gleichzeitig dessen psychoaktive Wirkung abmildern.
Wofür wird CBD eingesetzt?
CBD wurde 2018 zum ersten Mal als Arzneimittel zugelassen, und zwar von der US-Arzneimittelbehörde FDA unter dem Namen „Epidiolex“ zur Behandlung von Krampfanfällen bei Kindern mit schweren Epilepsieformen. Darüber hinaus nutzen weltweit viele Menschen CBD bei unterschiedlichen Beschwerden, etwa gegen Schmerzen, für besseren Schlaf oder einfach fürs Wohlbefinden.
Neben der Epilepsie deuten Studien darauf hin, dass CBD Angst lindern kann, etwa bei Menschen mit Schizophrenie, Psychosen oder verschiedenen Suchterkrankungen.
CBD wird viel therapeutisches Potenzial zugeschrieben. Es wird bei Stress, Depressionen und psychischen Erkrankungen untersucht. Erste Studien deuten auf nervenschützende und muskelentspannende Eigenschaften hin. Deshalb wird es (immer in fachlicher Begleitung) häufig palliativ bei Schmerzen und anderen belastenden Symptomen eingesetzt.
CBD-reiches Cannabis-Öl wird im Alltag als Nahrungsergänzung, zum Auftragen auf die Haut oder als Medikament genutzt, häufig bei:
- chronischen Schmerzen,
- Entzündungen bei chronisch-entzündlichen Darm- oder Hauterkrankungen,
- Angst,
- Depressionen,
- Schwere und Häufigkeit von Anfällen bei therapieresistenter Epilepsie usw.
Außerdem wird CBD-Öl bei Symptomen neurologischer oder neuropsychiatrischer Erkrankungen eingesetzt, zum Beispiel bei:
- Multipler Sklerose,
- Alzheimer,
- Parkinson,
- Schizophrenie.
CBD ist nur einer von über 500 verschiedenen Inhaltsstoffen und mehr als 100 Cannabinoiden, die man bis heute in Cannabis kennt.

Wie wirkt CBD im Gehirn?
Gehirn, Rückenmark und peripheres Nervensystem besitzen körpereigene Rezeptoren, CB1 und CB2, die mit Cannabinoiden interagieren. Dieses Zusammenspiel beeinflusst, wie der Körper auf Stress, Angst und Schmerz reagiert. Homöostase nennt man die Selbstregulation der Körperfunktionen, und Studien deuten darauf hin, dass CBD-Öl diesen natürlichen Prozess unterstützen kann.

Wie nimmt man CBD-Öl bei Schmerzen ein?
CBD kannst du je nach Produkt einnehmen oder auf die Haut auftragen. Die Auswahl ist riesig: von Ölen und Weichkapseln, die angeblich gegen Angst helfen, bis zu entspannenden Badesalzen, Cremes und Massageölen. Rauchen geht natürlich auch, aber wenn du CBD aus therapeutischen oder medizinischen Gründen nimmst, lass die Verbrennung lieber weg und greif zu gesünderen Konsumformen.
Verschiedene Studien zeigen, dass CBD deutlich krampflösend wirken kann, besonders bei bestimmten Epilepsieformen. Weil es nicht psychoaktiv ist, wird es inzwischen deutlich häufiger eingesetzt.
Dank moderner Züchtung gibt es Sorten mit viel CBD und kaum THC, sodass du das psychoaktive Cannabinoid THC praktisch nicht mitkonsumierst.
Wechselwirkungen von CBD mit Medikamenten
CBD kann mit Medikamenten wechselwirken und deren Wirkung abschwächen oder verlängern: Es hemmt oder verstärkt bestimmte Leberenzyme, die Cytochrom-P450-Enzyme (kurz CYP). Dadurch verändert sich, wie der Körper viele Stoffe und Arzneimittel abbaut.
Wenn du Medikamente nimmst, sprich am besten vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Vorsichtig sein solltest du außerdem, wenn du psychische Erkrankungen, Alkohol- oder Drogenprobleme hinter dir hast oder schwanger bist bzw. stillst.
Viele Cannabis-Öle zum Verdampfen (E-Liquids für E-Zigaretten) enthalten Propylenglykol. Wird dieser Zusatzstoff überhitzt, entsteht Formaldehyd, ein krebserregendes Nebenprodukt.
Welche Nebenwirkungen hat CBD?
CBD macht zwar nicht high und gilt als sicher, kann aber trotzdem Nebenwirkungen haben. Dazu gehören Übelkeit, Müdigkeit und Reizbarkeit.
CBD kann den Spiegel von Blutverdünnern und anderen Medikamenten im Blut erhöhen, weil es mit ihnen um dieselben Leberenzyme konkurriert. „Wer hohe Dosen CBD nimmt, kann auffällige Leberwerte im Blutbild zeigen“, schreibt Harvard Health Publishing. Viele rezeptfreie Medikamente wie Paracetamol haben denselben Effekt.
Weitere mögliche Nebenwirkungen: Mundtrockenheit, Schwäche, Erschöpfung, Kopfschmerzen und Schwindel.
CBD ist der Cannabis-Wirkstoff, der am häufigsten medizinisch und therapeutisch genutzt wird. Für eine ganze Reihe von Beschwerden gibt es vielversprechende Hinweise, aber wie überall in der Cannabis-Welt gibt es noch viel zu lernen.
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