Ausgefallene Cannabissorten: Freakshow, Ducksfoot und Co.
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Ausgefallene Cannabissorten: Freakshow, Ducksfoot und Co.

Farnblätter, Entenfüße, Blüten wie Beeren: sechs Sorten, die kaum noch nach Cannabis aussehen, wer sie gezüchtet hat und was sie draufhaben.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Zu den ausgefallensten Cannabis-Genetiken gehören Freakshow mit ihren farnartigen Blättern, In-fern-Ho, Dr. Grinspoon mit Blüten wie Beeren sowie Ducksfoot und Frisian Duck mit Blättern wie Entenfüße. Manche davon sind relativ neu, andere echte Klassiker, aber alle sehen kaum noch nach Cannabis aus. Von entspannenden Indicas bis zu energiegeladenen Sativas zeigt jede Sorte, wie reich das botanische Erbe der Pflanze und wie groß die Kunst der Züchter ist.

Hier stellen wir dir Sorten vor, die weltweit Kultstatus haben, und einige der eigenwilligsten Neuheiten der Szene.

Freakshow: die Sorte mit Farnblättern

Freakshow ist nicht einfach irgendeine Cannabissorte, sondern ein Naturphänomen, das alle Erwartungen über den Haufen wirft. Ihre einzigartige, verblüffende Blattform macht sie zu einer außergewöhnlichen Mutation, fast schon einer Alien-Genetik, die das Growen neu definiert.

Sie ist auch als Cannabis Lusus Monstra bekannt, was so viel heißt wie „missgestaltetes Cannabis-Monster“, und treibt das Exzentrische auf die Spitze. Mit ihren gekräuselten, farnartigen Blättern sieht sie kaum noch nach Cannabis aus. Man könnte sie glatt mit anderen Pflanzen wie Farnen, Beifuß oder Ringelblumen verwechseln, und doch ist Freakshow Cannabis-Genetik in Reinform.

Cannabispflanze beim Umtopfen

Wie ist Freakshow entstanden?

Erdacht hat diese außergewöhnliche Sorte der bekannte US-Züchter Shapeshifter. Alles fing damit an, dass ihm ein paar kleine Sämlinge mit mutierten Blättern auffielen. Fasziniert von ihrer Eigenart zog er sie groß, war vom Ergebnis begeistert und begann zu kreuzen. Den Namen Freakshow bekam die Pflanze wegen ihrer langen Blätter, die wie Arme aussehen, als wollte sie dich auf sich aufmerksam machen und in eine erdrückende Umarmung ziehen.

Was macht Freakshow so besonders?

Die Besonderheit von Freakshow geht auf eine genetische Mutation zurück, die die klassische Blattform verändert. Normale Cannabisblätter sind einfach gefingert, bei Freakshow sitzen dagegen viele kleinere Fiederblättchen entlang der Mittelader jedes „Fingers“. Diese Mutation gibt es nicht nur bei Cannabis, aber sie verleiht Freakshow ihr unverwechselbares Aussehen.

Shapeshifter stabilisierte die Mutation über mehrere Generationen mit Rückkreuzungen und wählte in jeder Runde sorgfältig aus. 2019 übernahm dann die Samenbank The Humboldt Seed Company die Stabilisierung in größerem Maßstab, um eine einheitliche Linie zu bekommen und Samen zu produzieren.

Der dominante Phänotyp erwies sich in der Wachstumsphase als wüchsig und hängte die anderen in der Blüte ab. In dieser Phase fächert er sich auf, sodass mehr Licht an die unteren Triebe kommt. Gegen Ende der Blüte entfaltet er Zitrus-Terpene mit Noten von Diesel, Thymian und Eukalyptus. Laboranalysen ergaben bei diesem Phänotyp im Schnitt rund 21 % aktive Cannabinoide und 18 % THC.

Freakshow beeindruckt nicht nur optisch mit ihren Blättern und Blüten, sondern auch für die Sinne. Das Aroma nach Diesel und Grapefruit mit einem Hauch Thymian und Eukalyptus trifft auf einen milden Geschmack nach Banane und Vanille, süß und angenehm. Die Sativa-Wirkung bringt ein klares, positives Kopfhigh und ein leichtes Kribbeln im Körper.

In-fern-Ho

In der Welt der Cannabis-Genetiken tauchen immer wieder Sorten auf, die Grower und Fans gleichermaßen faszinieren. In-fern-Ho ist der spannende Nachwuchs aus FreakShow und einer Sensi Durban und treibt das Ungewöhnliche noch eine Stufe weiter.

Der Name ist ein Wortspiel aus „Inferno“ und dem englischen „fern“ für Farn. Stabilisiert hat die Sorte die Nomad Seed Bank, die mit südafrikanischen Genen für zusätzliche Wüchsigkeit sorgte. Die Samenbank sitzt auf Mallorca und hat sich auf Linien spezialisiert, die auf faszinierenden Mutationen abseits der normalen Cannabis-Gestalt beruhen.

In-fern-Ho ist zu 80 % sativadominant und blüht erstaunlich schnell. Indoor kannst du schon nach 9 Wochen ernten, outdoor auf der Nordhalbkugel Anfang Oktober (auf der Südhalbkugel Anfang April).

Diese Genetik wurde auf mehr Blütenertrag und ein süßeres, komplexeres Aroma gezüchtet. Mit bis zu 20 % THC ist sie ordentlich stark und bietet ein ganz eigenes High.

Cannabisblätter in Nahaufnahme

Dr. Grinspoon

Diese Sorte ist womöglich die eigenwilligste Sativa auf dem Markt. Sie ist dem Harvard-Professor Dr. Lester Grinspoon gewidmet, einem der wichtigsten Fürsprecher von Cannabis. Gezüchtet von Barney's Farm in Amsterdam, stellt Dr. Grinspoon die klassische Cannabis-Optik komplett auf den Kopf.

Diese besondere Sativa wächst ziemlich schräg: Sie bildet längliche Blüten, die an die Beeren einer Stechpalme erinnern. Die Kelche stehen einzeln, fast wie an einer Weinrebe. Durch diese Optik ist Dr. Grinspoon unauffällig und eine gute Wahl für Grower, die etwas Außergewöhnliches im Garten haben wollen. In den letzten Blütewochen können sich die Buds außerdem schön lila färben.

Warum ist Dr. Grinspoon bei Growern so gefragt?

Dr. Grinspoon ist keine Ertragsmaschine und braucht 14 Wochen Blüte, aber dafür bekommst du ein psychedelisches, anregendes High von außergewöhnlicher Qualität.

Die Sorte erinnert an die Brillanz von Grinspoon selbst: aktiver Kopf, geschärfte Sinne. Ideal für kreative und nachdenkliche Köpfe, eine reine Sativa-Rarität, die die Fantasie anregt.

Wer etwas Neues sucht und eine starke Sativa züchten will, liegt mit Dr. Grinspoon genau richtig und wird mit etwas wirklich Einzigartigem belohnt.

Ducksfoot

In der großen Welt der Cannabis-Genetiken ist Ducksfoot ein ganz eigener Klassiker, der mit allen Erwartungen bricht.

Benannt ist die Sorte nach ihren Blättern, die an die Schwimmfüße einer Ente erinnern, und ihre Gestalt unterscheidet sich klar von normalen Sorten. Statt der typischen Finger haben ihre Blätter Häute zwischen den Fiederblättchen. Das macht sie zu einem unverwechselbaren Erkennungszeichen in der Cannabiswelt.

Woher kommt die Sorte Ducksfoot?

Ducksfoot stammt aus Australien und eignet sich besonders für den Outdoor-Anbau in warmen Regionen ohne frühe Fröste. Auf den ersten Blick sieht sie so anders aus als normale Sorten, dass selbst erfahrene Grower sie für eine ganz andere Pflanze halten könnten.

Durch diese Tarnung fällt Ducksfoot kaum auf, und klimatisch fühlt sie sich in warmen Regionen wie dem Mittelmeerraum am wohlsten.

Die Samenbank Underground Seeds Collective hat diese besondere Linie über vier Generationen weitergezüchtet, deshalb gibt es heute reguläre Ducksfoot-Samen.

Mit ihrem auffälligen Laub und ihrem eigenen Aroma ist sie eine einzigartige Cannabis-Genetik,
die nicht nur die Neugier von Growern weckt, sondern sich auch perfekt für alle eignet, die eine Sorte abseits der Konventionen ausprobieren wollen. Mit Ducksfoot wird Cannabis zum Grow-Erlebnis, das du nicht so schnell vergisst.

Frisian Duck

Frisian Duck ist ein direkter Nachkomme der eigenwilligen Ducksfoot und bietet Growern eine einzigartige, vielseitige Sorte. Entwickelt hat sie die bekannte Samenbank Dutch Passion in Amsterdam, und zwar aus einer Kreuzung von Frisian Dew mit Ducksfoot, also das Beste aus zwei Welten.

Am auffälligsten ist ihre Blattform, die sie von Ducksfoot geerbt hat und die an die Schwimmfüße einer Ente erinnert. Das gibt der Pflanze nicht nur einen schrägen, unkonventionellen Look, sondern macht sie auch schön unauffällig.

Was macht Frisian Duck so besonders?

Dank ihres Aussehens fügt sich Frisian Duck perfekt in die Natur ein und fällt zwischen Wildpflanzen oder Gemüse kaum auf. Ob im Gewächshaus zwischen Tomaten oder im Blumenbeet: Diese Sorte tarnt sich mühelos und ist deshalb beliebt bei allen, die diskret growen wollen.

Frisian Duck ist aber nicht nur unauffällig hübsch, sondern liefert auch richtig gute Buds. Mit kräftigen Lilatönen und einem würzigen Aroma mit Noten von Zitrus und Kiefer vereint sie das Beste beider Elternsorten zu einem besonderen Geschmackserlebnis.

Dazu ist sie robust und anpassungsfähig und damit eine super Wahl für den Outdoor-Anbau im rauen Klima Nordeuropas oder in extremen südlichen Breiten.

Mit Frisian Duck bekommen Grower eine Sorte, die weit über das Übliche hinausgeht: die perfekte Mischung aus Eigenart, Tarnung und Qualität.