
Autoflower vs. feminisiert: Unterschiede im Anbau und welche Samen du nimmst
Blütestart, Ernten pro Jahr, Größe, THC und Vermehrung: der direkte Vergleich, plus Keimanleitung für deine Autos.
Autoflower vs. feminisierte Samen: Welche solltest du nehmen? Von @bsfseeds
Autoflowers gehen nach etwa drei bis vier Wochen von selbst in die Blüte, bleiben klein und sind deshalb ideal für Einsteiger, kühle Gegenden und wenig Platz. Feminisierte, photoperiodische Samen brauchen für die Blüte den Wechsel auf 12 Stunden Licht, belohnen dich dafür aber mit größeren Pflanzen, dichteren Buds und meist mehr THC. Bei der riesigen Auswahl wird die Samenwahl schnell zur Odyssee. Das ist bei nicht jeder Pflanze so, und genau das macht Cannabis so spannend: Es gibt so viele Möglichkeiten, dass der Grow je nach Händchen, Klima, Platz, Samen, Erde und Co. leichter oder schwerer wird.
Eine der ersten und wichtigsten Entscheidungen ist die zwischen Autoflower und feminisierten Samen, und die wirft jede Menge Fragen auf. Beide ähneln sich im Aussehen und auch beim Anbau drinnen wie draußen, trotzdem solltest du die Unterschiede kennen, bevor du loslegst.
Unterschied zwischen feminisiert und Autoflower: Was steckt hinter den Namen?
Vorweg: Die Gegenüberstellung der beiden Begriffe ist eigentlich nicht ganz korrekt, auch wenn sie in der Szene ständig benutzt wird. Die meisten Autoflower-Samen sind nämlich ebenfalls feminisiert (feminisierte Autos). Genauer wäre also die Unterscheidung zwischen Autoflowers und photoperiodischen Sorten, denn der Hauptunterschied liegt darin, ob die Pflanze in ihren Phasen auf einen bestimmten Lichtzyklus angewiesen ist.
Wir bleiben in diesem Artikel trotzdem bei den gängigen Namen.

Autoflower und feminisiert: Was ist was?
Feminisierte Samen sollen männliche Pflanzen komplett ausschließen. Trotzdem brauchen sie dieselbe Pflege und dieselben Bedingungen wie reguläre Samen, denn sie sind genauso lichtabhängig: Damit die Blüte startet, musst du den Lichtzyklus von 18 auf 12 Stunden Licht pro Tag umstellen. Indoor entscheidest du selbst, wann du umstellst, und bestimmst so, wie lange die Wachstumsphase dauert.
Autoflower-Samen sind bei Anfängern am beliebtesten, weil sie für eine ordentliche Ernte weniger Aufwand brauchen. Sie können ihr ganzes Leben lang denselben Lichtzyklus bekommen, weil sie selbst in die generative Phase (die Blüte) wechseln, meist drei bis vier Wochen nach der Keimung. Wann sie blühen, hängt also davon ab, wie lange sie schon in der Erde stecken.
Und weil sie darauf „programmiert“ sind, ab einem bestimmten Alter und einer bestimmten Größe zu blühen (nach etwa einem Monat Wachstum), musst du weder deinen Lichtplan anpassen (18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit reichen) noch auf den Herbst warten.
Autoflower vs. feminisiert: Unterschiede beim Anbau
Der Start der Blüte
Der größte Unterschied zwischen feminisierten Samen und Autoflowers liegt im Blütestart. Autos blühen von selbst, feminisierte Pflanzen brauchen indoor deinen Eingriff, nämlich die Umstellung von 18 auf 12 Stunden Licht. Outdoor hängen sie an einem festen Kalender: Auf der Nordhalbkugel pflanzt man zwischen März und Juni (in Deutschland je nach Frost eher später in diesem Fenster) und erntet von September bis November.
Wie viele Ernten pro Jahr?
Ein weiterer Unterschied zwischen Autoflower und feminisierten Samen: Unter freiem Himmel bringen feminisierte Pflanzen nur eine Ernte im Jahr, Autoflowers dagegen je nach Sorte und Klima drei oder vier.
Lebenszyklus
Auch beim Schwierigkeitsgrad unterscheiden sich die beiden. Feminisierte Pflanzen haben einen längeren Lebenszyklus und brauchen deshalb mehr Erfahrung und Grundwissen, damit unterwegs nichts schiefgeht. Dafür kannst du indoor ihre Entwicklung steuern, die Wachstumsphase verlängern und die Blüte hinauszögern, falls ein Problem oder ein Nährstoffmangel auftritt.
Vermehrung
Autoflowers ziehst du ausschließlich aus Samen. Feminisierte Sorten kannst du auch über Stecklinge vermehren und sogar Mutterpflanzen halten, weil du sie so lange wie nötig in der Wachstumsphase lassen kannst.
Unterschiede im Wuchs zwischen feminisierten Samen und Autoflowers
Weil die Wachstumsphase bei Autoflowers so kurz ist, werden sie meist nicht höher als einen Meter und bleiben damit kleiner als feminisierte Pflanzen. Viele Grower finden das gerade gut, denn auf wenig Platz lassen sie sich leichter handhaben.
Bei feminisierten Pflanzen kannst du mit verschiedenen Schnitt- und Trainingstechniken Höhe und Form steuern, was bei Autoflowers kaum sinnvoll ist. Verlängerst du die Wachstumsphase oder setzt die Samen früh, werden die Pflanzen deutlich größer.
Auch beim Kelch-Blatt-Verhältnis liegen die feminisierten vorn, denn Autoflowers bilden meist mehr Blätter, und das macht das Maniküren der Buds bei der Ernte mühsamer. Außerdem sehen die Blätter feminisierter Pflanzen je nach Indica- oder Sativa-Genetik unterschiedlich aus, während die der Autos meist an Ruderalis erinnern: fünf oder sieben mäßig breite Fingerblätter.
Bei den Buds haben feminisierte Sorten, vor allem Indicas, meist die dichteren Blüten und bilden mehr Harz, was intensiveren Geschmack und mehr Aroma bedeutet. Und wegen ihrer Ruderalis-Genetik haben Autoflowers in der Regel weniger THC als photoperiodische Sorten.

Was Autoflowers besser können als feminisierte Samen
- Autoflowers kommen mit kühlem Klima besser klar als feminisierte Sorten.
- Sie stecken Kälteeinbrüche und niedrige Temperaturen deutlich besser weg.
- Ihr Lebenszyklus ist viel kürzer.
- Autoflowers bleiben klein, du kannst sie also anbauen, ohne aufzufallen.
- Sie lassen sich indoor leicht anbauen und sind ideal für Anfänger.
Wie lange braucht ein Autoflower-Samen zum Keimen?
Hier die Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du deine Autoflower-Samen zum Keimen bringst und einpflanzt:
Samen keimen lassen:
Dafür brauchst du eine Keimmethode und natürlich einen deiner Lieblingssamen. Ein paar findest du in unserem Shop in Argentinien.
Anzuchttöpfe vorbereiten:
Sind die Samen gekeimt, bereitest du kleine Töpfe von etwa 7 × 7 cm mit Erde vor, in denen die Wurzel ungehindert wachsen kann. Füll die Töpfe komplett mit Erde.
Samen einsetzen:
Setz den Samen einen halben bis einen Zentimeter tief. Bohr mit einem Kuli oder etwas Ähnlichem ein Loch, leg den Samen mit der Wurzel nach unten hinein und bedeck ihn mit etwas Erde, ohne fest anzudrücken. Dann lässt du ihn in Ruhe, bis er an der Oberfläche auftaucht.
Abwarten:
Jetzt ist Geduld gefragt: Warte, bis der Keimling durchbricht und den typischen ersten Schuss macht. Das dauert etwa 4 bis 5 Tage, nicht viel länger. Behalte ihn gut im Auge, damit du den Zeitpunkt nicht verpasst und die Pflanze sich nicht schon im kleinen Topf breitmacht.
Ab in den Endtopf:
Wähl den Endtopf, ideal sind 5 bis 7 Liter. Manche Pflanzen brauchen auch 11 Liter. Füll ihn bis oben mit Erde, gut gesetzt, damit sie beim Gießen nicht stark absackt, aber auch nicht zu fest gepresst. Das Licht bleibt bis zum Ende bei 20 Stunden, outdoor gibst du ihr so viele Sonnenstunden wie möglich.
Umtopfen:
Ist der Topf vorbereitet, gräbst du ein Loch so tief, dass die Pflanze nach dem Einsetzen etwa 5 cm aus der Erde ragt. Danach gießt du langsam und am Rand entlang.
Lies hier weiter...
DER CLUB
Werde Teil der Community
Grower mit Namen und Gesicht, rückverfolgbare Chargen, eine echte Community. Kein Gerede, keine leeren Versprechen.
Dem Club beitretenWEITERLESEN
ANBAUIndoor-Grow planen: Genetik, Licht, Lüftung und Blütezeit
Samen oder Stecklinge, LED oder NDL, Abluft unten oder oben: die Entscheidungen, die du vor dem ersten Indoor-Grow treffen solltest.
ANBAUWas sind Trichome? Arten, Funktion und warum sie zählen
Bulbös, sitzend oder gestielt: welche Harzdrüsen THC und Terpene bilden, wovor sie die Pflanze schützen und was ihre Farbe über die Ernte sagt.