Bewurzelungsmittel: Pulver, Gel oder flüssig – und sechs Hausmittel
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Bewurzelungsmittel: Pulver, Gel oder flüssig – und sechs Hausmittel

Was in Bewurzelungshormonen steckt, wie du Pulver, Gel und Flüssigkeit bei Stecklingen anwendest und welche Hausmittel von Zimt bis Weidenwasser helfen.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Bewurzelungsmittel sind Pulver, Gele oder Flüssigkeiten mit Wachstumshormonen (vor allem Auxinen), die Stecklinge schneller und kräftiger Wurzeln bilden lassen: Du tauchst das frisch geschnittene Ende kurz hinein und setzt den Steckling dann ins Substrat. Ein starkes, gesundes Wurzelsystem ist eine der wichtigsten Grundlagen für einen erfolgreichen Cannabis-Grow – damit wachsen die Pflanzen schnell an und nehmen Nährstoffe effizienter auf.

Solche Produkte, oft auch einfach Bewurzelungshormon genannt, gehören für Grower, die das Maximum an Gesundheit und Ertrag wollen, zur Grundausstattung.

Was ist ein Bewurzelungshormon für Cannabis?

Ein Bewurzelungsmittel für Stecklinge ist ein Stoff, der die Wurzelbildung bei Cannabispflanzen anregt. Es gibt sie als Gel, Flüssigkeit oder Pulver, und sie enthalten Wachstumshormone, Vitamine und andere nützliche Stoffe. Die Hormone, etwa Auxine, sind entscheidend dafür, dass neue Wurzeln wachsen und sich das Wurzelwerk gut entwickelt.

Gerade bei Cannabis-Stecklingen ist ein Bewurzelungshormon ein zentrales Hilfsmittel. Allgemein unterscheidet man fünf Gruppen von Pflanzenhormonen (Phytohormonen): Auxine, Abscisinsäure, Cytokinine, Ethylen und Gibberelline. Für die Bewurzelung von Cannabis-Stecklingen kommt es auf das Verhältnis von Auxinen zu Cytokininen an. Besonders wichtig für die Wurzelbildung sind die Auxine. Die beiden wichtigsten natürlichen Auxine sind Indol-3-essigsäure (IAA) und Indol-3-buttersäure (IBA).

Wie wendest du Bewurzelungshormone an?

Kommerzielle Bewurzelungsmittel basieren meist auf Indolbuttersäure (IBA) oder einem synthetischen Auxin wie 1-Naphthylessigsäure (NAA). Im Growshop und online gibt es jede Menge Produkte, jedes mit seiner eigenen Anwendung. Hier die drei Formen, die Homegrower am häufigsten nutzen.

Bewurzelungspulver

Pulver ist bei kommerziellen und großen Growern die erste Wahl, weil es lange haltbar ist und zuverlässig wirkt. Die Anwendung ist simpel: Tauch das Schnittende des Triebs direkt nach dem Schneiden ins Pulver. Die meisten nehmen dafür einen Flaschendeckel oder ein kleines Schälchen. Danach setzt du den Steckling ins Anzuchtmedium deiner Wahl.

Flüssiges Bewurzelungsmittel

Flüssige Bewurzelungsmittel sind ziemlich vielseitig. Manche Grower verdünnen ein paar Milliliter in Wasser mit pH 6,0 und tränken darin das Anzuchtmedium, etwa Kokosfaser, Quelltöpfe (Jiffys) oder Steinwollwürfel, um die Wurzelbildung anzukurbeln.

Am häufigsten tauchst du aber die Spitze des frisch geschnittenen Stecklings 5 Sekunden lang in einen Deckel mit Bewurzelungsflüssigkeit, bevor er ins Medium kommt.

Bewurzelungsgel für Stecklinge

Gel ist bei Homegrowern heute wohl am beliebtesten. Die Anwendung ähnelt der von Pulver und Flüssigkeit: Steck den Steckling in ein kleines Gefäß mit Gel. Weil es zähflüssig ist, umhüllt das Gel die Basis und den unteren Teil des Stängels besser und erleichtert so die Bewurzelung. Einfach eintauchen und in einen Anzuchtwürfel setzen.

Wann setzt du Bewurzelungsmittel ein?

Eine gute Wurzelentwicklung ist entscheidend, damit deine Cannabis-Stecklinge durchstarten. Es gibt verschiedene Techniken und Produkte, die kräftiges, gesundes Wurzelwachstum fördern. Hier ein paar bewährte Strategien von Homegrowern.

Bewurzelungspulver ins Substrat mischen

Eine verbreitete Technik: Bewurzelungspulver ins Substrat für Jungpflanzen mischen. So reicherst du das Medium mit Auxinen an, den Hormonen, die das Wurzelwachstum anregen. Besonders gut funktioniert das bei Sämlingen in kleinen Töpfen oder Gefäßen.

Denk aber daran: Sobald die Pflanzen in die Wachstumsphase kommen, müssen sie in ein Medium mit weniger Auxinen umgetopft werden. Sonst kann zu viel davon das Triebwachstum bremsen.

Flüssiges Bewurzelungsmittel schwach dosiert gießen

Ebenfalls beliebt: direkt nach dem Umtopfen ein paar Milliliter flüssiges Bewurzelungsmittel ins Gießwasser geben. Das fördert die Wurzelbildung, ohne dass sich zu viele Auxine im Substrat anreichern, die später das Triebwachstum ausbremsen könnten.

Halte dich an die Herstellerangaben

Mit verschiedenen Methoden und Produkten herumzuexperimentieren ist verlockend – trotzdem solltest du dich bei deinen Klon-Produkten an die Angaben des Herstellers halten.

Hersteller geben meist genau an, welche Mengen und welche Häufigkeit passen. Willst du neue Techniken ausprobieren, teste sie erst an ein paar Pflanzen, damit du nicht gleich deine ganze Ernte riskierst.

Natürliche Bewurzelungshilfen und Hausmittel

Kommerzielle Bewurzelungsmittel sind Standard, wenn es um gesunde Cannabis-Stecklinge geht. Wer aber auf hochwertiges Bio-Gras setzt, startet seine Pflanzen sinnvollerweise gleich mit natürlichen Hausmitteln. Hier sind sechs Methoden, mit denen deine Stecklinge ihre ersten Wurzeln bilden.

1. Zimt als natürliche Bewurzelungshilfe

Zimt ist eher für seine pilzhemmende Wirkung bekannt als fürs Bewurzeln. In einem guten, sauber vorbereiteten Substrat bilden Stecklinge aber mit der Zeit ohnehin Wurzeln – und der Zimt schützt sie dabei vor Krankheitserregern.

  • Streu etwas Zimt in ein Schälchen.
  • Tauch die Basis des Stecklings in den Zimt.
  • Setz den Steckling wie gewohnt ein.

2. Honig

Honig ist ein uraltes Hausmittel zum Bewurzeln: Er enthält Vitamine und nützliche Enzyme und wirkt pilz- und bakterienhemmend. Nimm unbedingt naturreinen Honig, denn viele Billigmarken sind mit Zuckersirup gestreckt.

  • Gib etwas Honig in ein Schälchen.
  • Tauch die Basis des Stecklings hinein und lass den Überschuss abtropfen.
  • Setz den Steckling wie gewohnt ein.

3. Weidenwasser

Weidenwasser ist ein klassisches Bewurzelungsmittel aus dem Gartenbau. Es enthält von Natur aus Salicylsäure (und laut manchen auch natürliche Auxine), die das Wurzelwachstum anregen.

  • Schneide bleistiftdicke Weidenzweige, etwa zwei Tassen voll. Keine heruntergefallenen Zweige nehmen.
  • Schneide die Zweige in kleine Stücke und leg sie in ein großes Gefäß.
  • Koch 3,7 Liter Wasser auf und gieß es über die Weidenstücke.
  • Lass das Ganze mindestens 12 Stunden ziehen, besser 24.
  • Abseihen und in Glasflaschen im Kühlschrank aufbewahren. Weidenwasser hält sich bis zu 2 Monate.
  • Stell die Basis der Stecklinge vor dem Einsetzen mehrere Stunden in das Weidenwasser.

4. Aloe vera

Aloe vera ist eine Sukkulente, die Salicylsäure enthält, einen Wachstumsanreger. Du kannst damit auch ausgewachsene Pflanzen gießen und so gesundes Wachstum fördern.

  • Drück den Saft aus einem Aloe-Blatt in ein Gefäß mit reinem Wasser und rühr gut um.
  • Stell die Basis der Stecklinge 24 Stunden in die Mischung.
  • Steck die Basis danach in das Fruchtfleisch eines weiteren Aloe-Stücks.
  • Setz den Steckling wie gewohnt ein.

5. Apfelessig

Apfelessig kann ein nützliches Bewurzelungstonikum sein – solange du ihn richtig verdünnst, damit er nicht zu sauer ist und die Stecklinge schädigt.

  • Verdünn 1 Teelöffel Apfelessig in 6 Tassen Wasser und misch gut durch.
  • Tauch die Basis des Stecklings in die verdünnte Mischung.
  • Setz den Steckling wie gewohnt ein.

6. Aspirin

Aspirin ohne Überzug enthält Salicylsäure und kann als Bewurzelungshilfe dienen.

  • Besorg dir Aspirin-Tabletten ohne Filmüberzug.
  • Lös eine Tablette in einem Glas Wasser auf und rühr gut um.
  • Stell die Basis der Stecklinge mehrere Stunden in die Lösung.
  • Setz den Steckling wie gewohnt ein.

Fazit

Natürliche Bewurzelungshilfen und Hausmittel sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch eine wirksame Methode, deinen Cannabis-Stecklingen einen guten Start zu geben. Mit diesen einfachen Tricks förderst du eine gesunde Wurzelentwicklung und legst die Basis für einen erfolgreichen Grow.