
Cannabis-Alfajores: Argentiniens Kultkeks mit Cannabutter backen
Zwei zarte Speisestärke-Kekse, dazwischen Dulce de Leche und im Teig Cannabutter: das argentinische Lieblingsgebäck als Edible, plus die wichtigsten Regeln zur Dosierung.
Cannabis-Alfajores sind das Lieblingsgebäck Argentiniens, gebacken mit Cannabutter: zwei zarte Kekse aus Speisestärke, zusammengeklebt mit Dulce de Leche, einer dicken Milchkaramellcreme. Es gibt sie in ganz Lateinamerika in Dutzenden Marken, aber in Argentinien sind sie eine nationale Obsession: Angeblich essen die Argentinier:innen 70 Stück pro Sekunde.
Von den rund sechs Millionen Alfajores, die dort täglich verkauft werden, sind viele abgepackte Industrieware vom Kiosk, es gibt aber auch selbstgemachte und Gourmet-Varianten. Ob mit Dulce de Leche oder Fruchtfüllung, aus Speisestärke-Keksen, mit Schokolade überzogen oder mit Zuckerguss: Der Alfajor ist für Argentinier:innen ein kleiner Genuss für zwischendurch, jeden Tag.
Heute geht es um den Alfajor de maicena, also den Speisestärke-Alfajor, und vor allem um eine ganz besondere Version: Alfajores mit Cannabis.
Die Dinger sind der Hammer und super easy zu machen. Füllen kannst du sie mit Dulce de Leche, Nuss-Nougat-Creme oder einer Marmelade deiner Wahl.
Zutaten für Cannabis-Alfajores
Für die Cannabis-Alfajores brauchst du:
- 150 g Speisestärke (Maisstärke)
- 100 g Weizenmehl (Type 405)
- 80 g Zucker,
- 50 g Butter
- 50 g Cannabutter (das Rezept findest du weiter unten)
- 2 Eigelb
- 1 TL Backpulver
- Und die Füllung deiner Wahl.

Vorbereitung: die Cannabutter
Hast du keine fertige Cannabutter, kannst du sie selbst machen. Dafür gibst du vier Gramm getrocknete, fermentierte, zerkleinerte und bereits decarboxylierte Cannabisblüten zu 200 Gramm Butter und lässt das Ganze eine Stunde im Wasserbad ziehen. Danach abseihen und abkühlen lassen, bis die Butter wieder streichzart ist.
Gut zu wissen: Diese Methode taugt nur, wenn es schnell gehen muss und du kleine Mengen verarbeitest.
Statt Blüten kannst du auch Haschisch nehmen: 2 Gramm decarboxyliertes Hasch im Wasserbad in der Butter auflösen. Wichtig ist, dass die Butter beim Backen der Alfajores streichzart ist, also richtig weich und gut formbar.
So backst du Alfajores mit Cannabis
Gib die normale Butter, die Cannabutter (beide zimmerwarm) und den Zucker in eine Schüssel und verrühre alles, bis es sich gut verbunden hat. Wenn eine cremige Masse entstanden ist, kommen die zwei Eigelb dazu, und du schlägst noch mal auf. Zum Schluss Mehl, Speisestärke und Backpulver darübersieben. Alles zu einem Teig verbinden und 15 Minuten ruhen lassen.
Wenn du glutenfreie Alfajores willst, ersetzt du das Mehl einfach durch mehr Speisestärke, fertig. Kein Hexenwerk.
Nach der Ruhezeit werden die Cannabis-Alfajores geformt. Roll den Teig gut aus und stich mit einem Glas oder Ausstecher kleine Kreise aus. Die kommen in den Kühlschrank, während der Ofen auf 180 °C vorheizt. Dann die Kekse etwa 10 Minuten backen. Abkühlen lassen und mit deiner Lieblingsfüllung zusammensetzen!

Was du vor dem Essen von Cannabis-Edibles beachten solltest
Wie immer gilt: mit Bedacht konsumieren. Deshalb hier ein paar Empfehlungen, die du beim Genuss deiner Cannabis-Alfajores im Kopf haben solltest:
Fang klein an und lass dir Zeit
Am besten startest du mit einer niedrigen Dosis von 2,5 bis 5 Milligramm THC und wartest zwei Stunden, bevor du nachlegst. Der Grund: Das Verdauungssystem verarbeitet Cannabis langsam, vor allem, wenn du vorher eine richtige Mahlzeit gegessen hast.
Selbstgemachte Edibles beschriften:
Damit es keine Unfälle oder Verwechslungen gibt, vor allem, wenn du eigene Cannabis-Lebensmittel zu Hause hast, solltest du sie beschriften.
Nicht mit Alkohol mischen:
Das ist unter keinen Umständen eine gute Idee. Manche erfahrenen Konsument:innen machen es trotzdem, aber nur, weil sie beide Substanzen sehr gut kennen.
Nicht Auto fahren:
Am besten bleibst du, wo du bist. Nicht nur für dich, sondern auch für die Sicherheit deiner Mitfahrenden und aller anderen auf der Straße. Ideal ist ein gemütlicher Ort, an dem du entspannen kannst und nirgendwo hinmusst.
Ruhig bleiben:
Wenn du es mit den Cannabis-Alfajores übertrieben hast, kann die Wirkung heftig werden. Aber keine Panik, das geht vorbei. Zieh dich am besten an einen sicheren Ort zurück, an dem du dich hinlegen kannst. Gut möglich, dass du dann 10 bis 12 Stunden durchschläfst.
Achte auf die Dosis, die Qualität des Ausgangsmaterials und die Situation, in der du konsumierst. Ein leerer Magen zum Beispiel ist ein Faktor, den du einplanen solltest. Am besten bist du ausgeruht, hast gut gegessen und genug getrunken und bist an einem Ort, an dem du dich wohlfühlst.
Halte Essen ohne Cannabis bereit:
Lass dich nicht vom Fressflash mitreißen. Wenn du einen Cannabis-Alfajor, Cannabis-Schokolade, einen Brownie oder andere Space-Süßigkeiten isst, hab am besten auch etwas ohne Gras griffbereit. Zum Beispiel ein Stück normale Schokolade, einen normalen Alfajor oder sonst einen Snack.
Woher kommt der Alfajor?
Für seinen Ursprung müssen wir ein paar Jahrhunderte zurück und viele tausend Kilometer weit weg von Argentinien.
Das Wort Alfajor stammt aus dem Hispano-Arabischen „al-hasú“, was „die Füllung“ bedeutet, und bezeichnete eine Süßspeise der andalusischen Küche. Im Mittelalter gehörte Andalusien über 700 Jahre lang zum muslimischen Herrschaftsgebiet, und das hinterließ Spuren in Sprache, Kultur und Küche.
Aus „al-hasú“ wurde mit der Zeit „alfajor“. Im 19. Jahrhundert kam der Alfajor nach Argentinien und wurde dort weiter gebacken, allerdings ganz anders, denn Dulce de Leche spielt auf der anderen Seite des Atlantiks kaum eine Rolle.
„Der (heutige) Alfajor ist ein Cousin des andalusischen Alfajor, der wiederum ein Erbe der Araber ist“, schreibt der Autor Jorge D´Agostini in seinem Buch „Alfajor argentino, historia de un ícono“ (Der argentinische Alfajor, Geschichte einer Ikone).

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