
Cannabis-Creme: Wirkung, Anwendung und was die Studien sagen
Gegen Gelenkschmerzen, gereizte Haut oder einfach zur Pflege: Wofür Cannabis-Creme genutzt wird, wo die Belege dünn sind und worauf du achten solltest.
Cannabis-Creme ist ein Pflegeprodukt zum Auftragen auf die Haut, das Cannabisextrakt oder Cannabidiol (CBD) enthält. Sie wird häufig bei Muskel- und Gelenkschmerzen und bei gereizter Haut eingesetzt, aber auch einfach zur Hautpflege – die Studienlage zu vielen dieser Anwendungen ist allerdings noch dünn.
Wofür Cannabis-Creme verwendet wird:
- Gegen Schmerzen: Cannabis-Creme könnte schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken und so Muskel- und Gelenkschmerzen lindern. Du trägst sie direkt auf die betroffene Stelle auf, die Wirkung bleibt örtlich begrenzt.
- Bei Hautproblemen: Dank ihrer möglichen entzündungshemmenden und feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften könnte sie bei Hautproblemen wie Dermatitis, Ekzemen und Schuppenflechte helfen. Sie soll gereizte Haut beruhigen und feucht halten.
- Entspannung und Wohlbefinden: Manche nutzen Cannabis-Creme als Teil ihrer Pflegeroutine, um runterzukommen und sich wohler zu fühlen. Die möglicherweise entspannende Wirkung von CBD kann zu mehr Ruhe und Gelassenheit beitragen.
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen: Auf der Haut aufgetragen gilt Cannabis-Creme für die meisten Menschen als sicher. Ein paar Dinge solltest du trotzdem beachten:
- Sprich vor der Anwendung von Cannabisprodukten mit einer Ärztin oder einem Arzt, vor allem wenn du schwanger bist, stillst oder Medikamente nimmst.
- Nimm nur hochwertige Produkte, die den örtlichen Vorschriften für Cannabis entsprechen.
- Wenn deine Haut nach dem Auftragen allergisch reagiert oder gereizt ist, hör sofort auf und hol dir bei Bedarf ärztliche Hilfe.
Und gegen Falten? Es gibt zwar die Vermutung, dass CBD antioxidativ wirken und der Haut guttun könnte, aber konkrete wissenschaftliche Belege für eine Wirkung gegen Falten sind rar. Wenn du Hautprobleme behandeln oder Falten reduzieren willst, lass dich am besten von einer Hautärztin oder einem Hautarzt beraten.

Welche Vorteile hat Cannabis-Creme?
Die große Frage für alle, die mit medizinischem Cannabis einsteigen: Wofür ist Cannabis-Creme eigentlich gut? Hier die möglichen Vorteile von Cannabis-Creme:
- schmerzlindernd
- antibakteriell
- entzündungshemmend
- feuchtigkeitsspendend
- bei Schmerzen in Muskeln und Knochen
Außerdem wird sie bei Gelenkbeschwerden und verschiedenen Hautkrankheiten eingesetzt. Manche Ärzt:innen empfehlen sie bei Knochenschmerzen und Verletzungen, Arthritis, Arthrose, Dermatitis, Akne, Falten, Schuppenflechte und Dehnungsstreifen – für viele dieser Anwendungen ist die Evidenz aber noch dünn.
Andere nutzen sie bei Hämorrhoiden, Verbrennungen und Wunden oder um frisch gestochene Tattoos zu pflegen.
Vielen Cannabinoiden und Terpenen werden außerdem antibakterielle und antimykotische Eigenschaften zugeschrieben. Das könnte in manchen Fällen bei Hautproblemen wie Schuppenflechte helfen, einer lästigen chronisch-entzündlichen Hauterkrankung.
Manche CBD-Cremes und -Pflaster enthalten Zusätze, die die Wirkstoffe schneller und besser durch die Haut bringen, etwa PLO (Pluronic Lecithin Organogel), Pluronic F127, Maiskeimöl, Baumwollsamenöl oder Distelöl sowie verschiedene Fettsäuren. Sie verbessern das Eindringen in die Haut und machen die Inhaltsstoffe der Creme oder des Pflasters wirksamer.

Hat Cannabis-Creme gegen Schmerzen Nebenwirkungen?
CBD-Creme gehört nicht auf Schleimhäute, also nicht an Nase, Augen oder Mund. Und auch wenn eine Creme, die nur auf die Haut kommt, nicht abhängig macht, solltest du es mit der Menge nicht übertreiben.
Und natürlich gilt: keine übertriebenen Mengen, vor allem wenn du zu Allergien neigst.
So wendest du CBD-Cannabis-Creme an
Wir empfehlen, die Cannabis-Creme zweimal täglich aufzutragen: einmal morgens und einmal abends. Da es sich um eine medizinische Anwendung handelt, gehst du am besten zum Arzt und lässt dir die Dosierung individuell anpassen.
Wie macht man Cannabis-Creme gegen Schmerzen?
Hier eine Möglichkeit, Cannabis-Creme selbst herzustellen. Aber denk dran: Bevor du irgendein Hausmittel benutzt, auch eines zum Auftragen, sprich mit Fachleuten. Bei Hautreizungen sofort absetzen.
Rezept für Cannabis-Creme
Leg dir vor dem Start alle Zutaten bereit, damit du bei keinem Schritt hängen bleibst. Die Mengen kannst du anpassen, je nachdem, wie viele Blüten du hast. Für die CBD-Creme brauchst du:
- 50 g getrocknete CBD-Blüten, vorher decarboxyliert (im Ofen aktiviert)
- 60 g Bienenwachs (gibt’s im Reformhaus oder Bioladen)
- 500 ml Pflanzenöl
- 1 Liter Wasser
- 3–5 ml ätherische Öle (optional, für Duft und Konsistenz)

Schritt für Schritt zur Cannabis-Creme:
- Zuerst stellst du Cannabisöl her. Wir nehmen dafür natives Olivenöl, du kannst aber auch Sonnenblumen-, Mandel-, Kokosöl oder jedes andere Öl verwenden. Gib die 50 Gramm decarboxylierten Blüten, im Grinder zerkleinert, damit sie die Wirkstoffe besser abgeben, in einen Topf. Dann kommen Wasser und Öl dazu. Alles bei niedriger Hitze erwärmen und die Temperatur unter Rühren langsam auf höchstens 100 °C steigern. Nicht kochen lassen.
- Das Ganze läuft 2 bis 3 Stunden. Danach gießt du alles durch ein Sieb, um die Flüssigkeit von den Pflanzenresten zu trennen. Die abgeseihte Mischung stellst du in den Kühlschrank, bis sich Wasser und Öl voneinander trennen.
- Wenn du die Mischung wieder rausholst, hat sich das Wasser unten abgesetzt, während der obere Teil fest geworden ist. Genau den willst du: Löffle den öligen Teil vom Wasser ab.
- Jetzt geht’s an die eigentliche Creme: Gib das fest gewordene Cannabisöl zurück in den Topf und lass es bei niedriger Hitze wieder flüssig werden. Jetzt kommen die ätherischen Öle und das Bienenwachs dazu, damit die Konsistenz stimmt.
- Sobald die Mischung gleichmäßig ist und dir gefällt, füllst du sie in einen oder mehrere Tiegel und lässt sie abkühlen.
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