
Erde wiederverwenden: So recycelst du dein Substrat für den nächsten Grow
Reinigen, desinfizieren, aufwerten: wie Erde, Kokos und Perlite fit für die nächste Runde werden, und wann alte Erde in den Müll gehört.
Erde aus dem letzten Grow kannst du wiederverwenden, wenn du sie vorher reinigst, desinfizierst und mit Kompost, Torf oder Perlite wieder aufpeppst. Ist sie von Krankheitserregern befallen, gehört sie in den Müll, und wer sich die Arbeit sparen will, lässt sie ein Jahr im Kompost reifen. Beim Anbau in Erde liefert das Substrat selbst viele Mineralien und Nährstoffe, im Growraum brauchst du dagegen ein gutes Substrat plus zusätzliche Nährstoffe. Indoor lassen sich Lampen, Ventilatoren, Töpfe und bei richtiger Behandlung sogar das Substrat wiederverwenden.
Hier geht es ums Wiederverwenden des Substrats und darum, worauf du dabei achten musst.
Was du über Substrate für Cannabis wissen solltest
Das Substrat ist das Medium, in dem die Pflanze wächst. Dazu gehören unter anderem Erde, Kokosfaser, Steinwolle, Growsteine, Blähton und Perlite. Manche Substrate eignen sich nicht zum Wiederverwenden (Steinwollwürfel zum Beispiel werden sehr kompakt und lassen sich zwischen zwei Grows kaum reinigen und desinfizieren), viele andere aber schon.
Allerdings reicht es nicht, das alte Substrat aufzulockern und loszulegen. Damit der nächste Grow gut läuft, musst du es reinigen, desinfizieren und bei Bedarf aufbessern.

Wie verwendest du Cannabis-Substrat wieder?
Genau wie du den Growraum zwischen zwei Durchgängen putzt und desinfizierst, musst du auch die Erde reinigen und desinfizieren. Beim Reinigen spülst du Nährstoffreste und Salze raus und kannst den Nährstoffbedarf des nächsten Grows besser einschätzen. Außerdem entfernst du Reste wie Wurzeln und abgefallene Blätter, damit die neuen Wurzeln ungestört wachsen können. Das Desinfizieren wiederum tötet Krankheitserreger, Schädlinge und deren Eier ab.
Damit es klarer wird, empfehlen wir diese Schritte:
Sicherstellen, dass das Substrat gesund ist
Wenn die Erde von einem Krankheitserreger befallen ist oder generell in schlechtem Zustand, wirf sie lieber weg. Benutzt du sie weiter oder mischst sie unter Kompost, kann sich der Erreger im ganzen Grow ausbreiten. Ganz wichtig: Wasch dir die Hände gründlich mit heißem Wasser und Seife, bevor du Erde, gesunde Pflanzen und Töpfe anfasst.
Gründlich spülen
Um Nährstoff- und Mineralreste aus dem Substrat zu holen, brauchst du viel Wasser und eine Spüllösung. Das wiederholst du 2- bis 3-mal. Hatte der letzte Grow Schädlinge, spül das Substrat mit kochendem Wasser, und bei Schimmel gibst du ein Fungizid ins Wasser.
Unkraut und Keime loswerden
So wirst du Unkraut und dessen Samen, Insekteneier und Pilzsporen los: Pack die alte Erde in einen schwarzen Müllsack und lass sie einen Nachmittag in der Sonne liegen. Die Hitze pasteurisiert die Erde, danach ist sie bereit für den nächsten Einsatz. Aber Achtung: Dabei gehen auch Nährstoffe und nützliche Bodenlebewesen drauf, nach dem Pasteurisieren musst du die Erde also wieder aufbessern.
Kann man Blumenerde aus Töpfen wiederverwenden?
Darauf gibt es keine pauschale Antwort, denn verbrauchte Topferde ist im Grunde ausgelaugt. Beim Anbau im Boden erholt sich die Erde in der Regel innerhalb eines Jahres nach der Ernte auf natürliche Weise. Ist weniger als ein Jahr vergangen, fehlen ihr noch Mineralien und Nährstoffe
Kokosfaser: Wofür sie gut ist und wie du sie wiederverwendest
Kokosfaser ist die recycelte und aufbereitete Faser aus Kokosnussschalen. Sie ist heute ein hervorragendes Substrat für Cannabis, denn mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7,0 ist sie mit ungedüngter Erde vergleichbar.
Damit weniger Abfall anfällt, hier ein paar Tipps, wie du Kokosfaser wiederverwendest.
- Zerbrösel die Kokosfaser und zieh lose Wurzeln raus.
- Leg die Kokosfaser in eine Enzymlösung, die kleinere Wurzeln auflöst, die du nicht von Hand rausbekommst.
- Spül die Kokosfaser mit destilliertem Wasser, um Rückstände und Salze aus dem Substrat zu waschen.
- Sterilisier die Kokosfaser mit Wasserstoffperoxid. Wenn du 35-%iges nimmst, immer laut Etikett verdünnen und Handschuhe tragen, denn pur verätzt es Haut und Wurzeln.
- Gib etwas frische Kokosfaser dazu, um das Substrat aufzufüllen, und fertig.

Wie verwendest du Perlite wieder?
Perlite beginnt sein Leben als Obsidian, ein vulkanisches Glas, das entsteht, wenn Lava abkühlt. Nimmt dieses Gestein Wasser auf, wird daraus Perlit.
Natürliches Perlit sieht als Kristall ganz anders aus als das Perlite aus dem Growshop, denn die Hersteller zerkleinern es und erhitzen es auf 980 °C, damit es sich aufbläht wie Popcorn.
Um altes Substrat wieder fit zu machen, musst du verschiedene Zutaten und Dünger untermischen. So kommen Nährstoffe rein, der pH-Wert wird reguliert und das Substrat wird lockerer.
Dafür eignet sich Perlite. Es ist inert und zersetzt sich kaum, wird mit der Zeit aber kompakter und verändert seine Form. Deshalb lohnt es sich, beim
Recyceln frisches Perlite unterzumischen, bis es 5 bis 10 % des gesamten Substrats ausmacht. Das lockert das Medium auf und verbessert die Wasserspeicherung.
Substrat indoor wiederverwenden: Was du noch beachten solltest
Wiederverwendete Erde kann nicht nur belastet sein, sie hat auch keine Nährstoffe mehr. Bevor du sie erneut nutzt, musst du sie mit Kompost und Torf aufwerten.
Wenn dir der ganze Aufwand zu viel ist, lass einfach die Natur für dich arbeiten. Kipp die alte Growerde in deinen Komposter und lass die Mikroben Wurzeln und Restmaterial ein Jahr lang zersetzen. Danach kannst du sie wieder nutzen.
Eine weitere Option: Verteil die alte Growerde direkt auf deinen Beeten. Dafür zerkrümelst du sie und rechst sie über die Beete, so bekommen sie organisches Material, das sich zu Pflanzennährstoffen zersetzt.

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