
Cannabis-Extraktion: alle Methoden mit und ohne Lösungsmittel
Cannabis-Extraktion im Überblick: Sieb, Hände, Eiswasser, Glätteisen oder Butan – was jede Methode liefert und welche du besser den Profis überlässt.
Bei der Cannabis-Extraktion gibt es zwei große Gruppen: Methoden ohne Lösungsmittel (Sieben, Handreiben, Eiswasser, Hitze und Druck) und Methoden mit Lösungsmitteln wie Alkohol oder Butan. Manche sind einfach und sicher, andere komplex und gefährlich: Für zu Hause sind die lösungsmittelfreien Methoden die richtige Wahl, Butan gehört in Profihände. Welche Methode passt, hängt davon ab, welches Extrakt oder Konzentrat am Ende rauskommen soll.
Welche Extraktionsmethoden gibt es ohne Lösungsmittel?
Extraktionsmethoden ohne Lösungsmittel, die Harz aus den Buds holen, arbeiten mit Wasser oder mit einer Kombination aus Hitze und Druck. Sie sind viel einfacher sicher durchzuführen als Methoden mit Lösungsmitteln und meist auch weniger streng reguliert.
Trocken sieben (Dry Sift)
Beim Trockensieben werden die Trichome mechanisch von der Blüte gelöst und als Kief gesammelt. Viele Grinder haben drei Kammern: Beim Mahlen fällt das Gras in die zweite Kammer, deren Boden ein Sieb ist. Durch das Sieb rieselt das Kief und sammelt sich in der dritten Kammer. Für größere Mengen kann man Siebdruckrahmen nehmen, um das Kief vom Pflanzenmaterial zu trennen.

Von Hand (Charas)
Eine der ältesten Methoden, Harz zu gewinnen, ist das Handreiben. Du nimmst frisches Cannabis (nicht getrocknet oder fermentiert) und rollst es sanft zwischen den Handflächen. Die klebrigen Trichome lösen sich von der Pflanze und bleiben an den Händen haften. Dann kratzt du das Harz ab oder reibst weiter, bis eine klebrige Kugel oder ein Stängel Hasch entsteht, bekannt als „Charas“.
Eiswasser oder Trockeneis
Wenn du eigene Konzentrate machen willst, sind Eiswasser und Trockeneis die sichersten und einfachsten Methoden. Dabei kommen die Blüten in Eiswasser, damit die Trichome gefrieren, und dann rührst du die Mischung kräftig, damit sie abbrechen. Danach filterst du alles durch immer feinere Siebe, um das Pflanzenmaterial abzutrennen. Das feuchte Harz lässt du an einem kühlen, dunklen Ort trocknen. Anschließend presst du es zu Hasch, im Fachjargon „Bubble Hash“.
Druck und Hitze
Für Rosin, eine besondere Form des Cannabis-Extrakts, bringst du Druck und Hitze auf Blüten, Kief oder Bubble Hash. Du kannst dir eine eigene Rosin-Presse kaufen oder ein Glätteisen oder Bügeleisen nehmen. Leg die Blüten, das Kief oder das Hasch zwischen zwei Lagen Backpapier oder in einen feinmaschigen Rosin-Beutel und press alles zwischen zwei heißen Metallplatten.
Hitze und Butter (Cannabutter)
Wenn du Cannabis im Ofen decarboxylierst und dann in Butter und Wasser leise köcheln lässt, bekommst du deine eigene Cannabutter. Beim Abkühlen trennt sich die Butter vom Wasser, das du danach wegschüttest. Die fertige Butter kannst du für alle möglichen Edibles verwenden.

Alkohol (Tinktur)
Wenn du Cannabis im Ofen decarboxylierst und dann in Alkohol leise ziehen lässt, kannst du auch eigene Tinkturen herstellen, die du unter die Zunge träufelst oder in Getränke gibst.
Wie funktioniert die Extraktion mit Lösungsmitteln?
Bei der Extraktion mit Lösungsmitteln gibst du ein Lösungsmittel zum Pflanzenmaterial. Dann werden Druck und Temperatur so verändert, dass es die gewünschten Inhaltsstoffe der Pflanze löst. Anschließend wird das restliche Lösungsmittel entfernt, und zurück bleiben die Öle, Cannabinoide und Terpene aus der Pflanze.
Am besten verstehst du das Prinzip mit einer Tasse Filterkaffee. Du gießt heißes Wasser über das gemahlene Kaffeepulver im Filter. Das heiße Wasser ist das Lösungsmittel und holt Koffein und die Stoffe raus, die dem Kaffee Aroma und Geschmack geben. Der Filter hält das ganze Pflanzenmaterial zurück, also das Kaffeepulver. Heißes Wasser ist zwar nicht das beste Lösungsmittel für Cannabis, aber das Prinzip ist dasselbe.
BHO (Butane Hash Oil): Bei dieser Methode dient Butangas als chemisches Lösungsmittel. Man kann auch andere Kohlenwasserstoffe wie Propan, Hexan oder Dimethylether (Methoxymethan) verwenden, in der Szene als Dexso oder DHO bekannt. Es gibt auch eine Kombination aus BHO und DHO, genannt DBHO.
Diese Methoden gehören in die Hände von Fachleuten, weil leicht entzündliche und gefährliche Stoffe im Spiel sind. Deshalb empfehlen wir dir, mit natürlichen Methoden in die Extraktion einzusteigen.
Wie bekommst du mehr Harz an deine Buds?
Mehr Harz im Indoor-Grow:
Indoor holst du das meiste Harz über das Licht raus. Trichome, also das Harz an den Buds, werden bei Lichtmangel verstärkt gebildet. Die Technik: Du stresst die Pflanze kurz vor der Ernte, etwa 4 Tage vorher, mit 48 bis 72 Stunden völliger Dunkelheit. Außerdem gibt es LED-Panels mit UV-Dioden, deren UV-Strahlung die Pflanze dazu bringt, sich mit mehr Trichomen zu schützen. Auch Dünger und Zusätze helfen. Zusätze wie Delta-9 sollen Blütenbildung und Trichome fördern, ebenso Aminosäuren.
Mehr Harz im Outdoor-Grow:
Im Outdoor-Grow arbeitest du mit natürlichem Licht, da lässt sich also nicht viel experimentieren. Was aber hilft, sind Dünger und Stimulatoren für Blütenbildung und Trichome. Manche Grower schwören außerdem darauf, in der letzten Woche vor der Ernte jeden Abend nach Sonnenuntergang Eis auf die Wurzeln zu legen: Wenn die Temperatur etwas sinkt und das Licht ausgeht, soll die Harzproduktion steigen. Belege dafür gibt es allerdings kaum.
Unterm Strich: Cannabis-Extrakte gehören in den letzten Jahren zu den am schnellsten wachsenden Bereichen der Branche. Sie bringen viele Cannabinoide mit und eröffnen neue Konsumformen, ob zum Freizeitgebrauch oder medizinisch.
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