
Kelche bei Cannabis: Was Calyxe sind und warum das Kelch-Blatt-Verhältnis zählt
Die unscheinbaren Kelche sind das Fundament jeder Blüte und voller Trichome. Wer das Kelch-Blatt-Verhältnis kennt, spart sich beim Trimmen viel Arbeit.
Kelche (englisch „Calyx“, Mehrzahl „Calyxe“) sind die kleinen, tropfenförmigen Bausteine der weiblichen Cannabisblüte: Sie entstehen zuerst, umhüllen die Fortpflanzungsorgane mit den Stempeln und sind dicht mit harzigen Trichomen besetzt. Je mehr Kelche im Verhältnis zu Blättern eine Sorte bildet, desto leichter lassen sich die Buds nach der Ernte trimmen. Wer growt, sollte diese Teile der Blüte kennen, um eine richtig gute Ernte einzufahren.
Beim Growen ist es Gold wert, die Anatomie der Pflanze zu verstehen. Jeder Teil der Cannabispflanze hat seine Aufgabe, und wer sie kennt, erlebt und schätzt die Pflanze ganz anders.
Heute geht es speziell um den Kelch.

Was ist ein Kelch (Calyx) bei Cannabis?
Kelche sind die Grundbausteine der Cannabisblüte. Sie bilden sich als erster Teil der Blüte an der Pflanze und sind im Grunde das Fundament, das die Blüten beim Wachsen zusammenhält.
Die Kelche entstehen genau dort, wo Blüte und Stängel aufeinandertreffen. Sie bestehen aus winzigen Blättchen, die die Fortpflanzungsorgane der weiblichen Pflanze schützen, die Stempel. Auf dem Kelch sitzen jede Menge Trichome, also die Harzdrüsen der Cannabispflanze, in denen Terpene und Cannabinoide am stärksten konzentriert sind.
Jede Blütenpflanze muss dafür sorgen, dass ihre Blüten geschützt und stabil sind und groß genug werden, um Bestäuber anzulocken. Die Kelche sind der Teil der Blüte, der sich zuerst bildet und schließlich zur Basis wird, die den Rest der Blüte trägt.
Der Kelch der weiblichen Pflanze
Weibliche Kelche sehen aus wie kleine Samen. Sobald sie bereit zur Bestäubung sind, öffnen sie sich und schieben milchig-weiße Stempel heraus. Männliche Pflanzen bilden dagegen kleine Pollensäcke. Sind die Pflanzen reif, platzen diese Säcke auf, geben Pollen in die Luft ab und bestäuben die weiblichen Pflanzen, die dann Samen bilden.
Im Kelch stecken alle wichtigen Fortpflanzungsorgane, darunter Stempel und Narben. Dazu kommen Harzdrüsen, die Cannabinoide produzieren, auch THC.
Was bedeutet das Kelch-Blatt-Verhältnis?
Wenn du deine Pflanze erntest, musst du die Blätter wegschneiden, damit die Buds freiliegen und richtig trocknen und fermentieren können.
Damit du schöne Buds bekommst, solltest du wissen, wie die Pflanze aufgebaut ist. Hier erfährst du, warum.
Deine Pflanze hat große Blätter, die weiter unten und zwischen den Austrieben wachsen, aber nicht an den Buds oder Colas. Das sind die Fächerblätter, die Solarpanels der Pflanze. Sie liefern die Energie, die sie zum Wachsen und für die Blütenbildung braucht. Nach dem Entlauben in der Blütephase bleiben indoor meist nur wenige Fächerblätter übrig, die du bei der Ernte abschneidest. Wenn du Cannabis outdoor anbaust, hängen am Ende der Blüte dagegen noch viele Fächerblätter dran, die du bei der Ernte entfernst.
Außerdem siehst du kleine Blätter, die aus den Buds herausragen: die Zuckerblätter. Sie heißen so, weil sie mit Trichomen überzogen sind, die wie Puderzucker aussehen, und sie sind mühsam zu trimmen, weil das viele Harz sie richtig klebrig macht. Zuckerblätter wachsen zwischen den Blüten und rund um die Buds.
Und was hat der Kelch damit zu tun?
Das Kelch-Blatt-Verhältnis sagt dir, wie viel Arbeit das Trimmen der Zuckerblätter bei der Ernte machen wird. Pflanzen mit einem hohen Kelch-Blatt-Verhältnis haben weniger Zuckerblätter, ihre Buds und Colas lassen sich also leichter trimmen.
Vor Zuckerblättern musst du aber keine Angst haben, sie sind nicht nutzlos. Du kannst daraus Edibles oder Cannabisbutter machen, Tinkturen, Extrakte, Salben oder sogar Haschisch. Rauchen kannst du sie auch, wegen der höheren Verbrennungstemperatur der Blätter leidet aber der Geschmack.

Die 5 besten Sorten mit hohem Kelch-Blatt-Verhältnis
Skunk XL:
Eine ausgewogene Hybride mit 50 % Indica- und 50 % Sativa-Genetik. Sie bildet große, dichte Buds mit Kelchen, die mit ihren Trichomen wie verschneit aussehen. Die Abstammung ist bunt: kolumbianische, mexikanische und afghanische Sorten. Die Wirkung startet anregend und wird nach und nach immer breiter und sedierender. Indoor bringt sie 625 g/m², outdoor bis zu 675 g pro Pflanze.
Critical Kush:
Entstanden aus der Kreuzung der Legenden Critical und OG Kush. Die Indica-dominante Sorte hat 20 % THC und liefert schnell ein Körperhigh, das den Appetit anregt und erholsamen Schlaf fördert. Sie bildet kleine, knubbelige Blüten mit einem unverschämt hohen Kelch-Blatt-Verhältnis. Indoor bringt Critical Kush etwa 525 g/m², outdoor schafft eine einzelne Pflanze bis zu 550 g.
Lemon Shining Silver Haze:
Eine Sativa-dominante Sorte, die anregt und motiviert. Ihre energiegeladene, kreative Wirkung macht sie sehr beliebt. Entstanden ist sie aus Lemon Skunk und Shining Silver Haze. Die Buds sind kurz und kompakt, voller Kelche und verströmen ein kräftiges Zitrusaroma. Indoor bringt sie bis zu 475 g/m², outdoor liefert eine Pflanze 500 g.
Northern Light:
Noch so eine Legende unter den Cannabissorten, ein echter Klassiker. Bekannt für ihre 100 % Indica-Genetik und ein tiefes, wohliges Körperhigh. Ihre kegelförmigen Colas sind vollgepackt mit Kelchen und bringen 18 % THC bei mittlerem CBD-Gehalt. Geschmacklich süß, fruchtig und würzig. Indoor liefert sie rund 525 g/m², outdoor bis zu 625 g pro Pflanze.
OG Kush:
Weltweit bekannt für ihr Indica-High und ihren leckeren Geschmack nach Frucht und Kiefer. Eine der beliebtesten Sorten der Welt. OG Kush stammt aus den USA und geht auf Chemdawg, Lemon Thai und Pakistani Kush zurück. Sie bildet große, schlanke Colas, die mit klebrigem Harz überzogen und voller Kelche sind. Indoor bringt sie 450 g/m², outdoor 525 g pro Pflanze.
Profi-Tipp für Kiffer: Wenn du dir die Mühe machst, die Kelche vom Rest der Blüte zu trennen, und daraus einen Joint nur aus Kelchen drehst, mach dich auf ein ziemlich einzigartiges, kräftiges Erlebnis gefasst.
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