
Cannabis-Öl zum Kochen selber machen: Olivenöl im Wasserbad
Blüten decarboxylieren, sechs Stunden ins Wasserbad, abseihen: So entsteht ein Speiseöl mit THC – plus Dosierung pro Teelöffel und die typischen Anfängerfehler.
Cannabis-Öl ist einer der einfachsten Wege, Gras ins Essen zu bringen, ohne es zu rauchen: Du decarboxylierst die Blüten, lässt sie 5 bis 6 Stunden im Wasserbad in Oliven- oder Kokosöl ziehen, seihst ab und nimmst das Öl für kalte Gerichte. Wie Cannabutter verwendest du es am besten kalt, etwa im Salat oder in allem, was nicht stark erhitzt wird. Cannabinoide lösen sich kaum in Wasser, dafür aber prima in Fett – deshalb sind Öl und Butter die idealen Träger.
Wenn du ein Öl willst, das jeder nehmen kann, ohne high zu werden, nimm Gras mit viel CBD und sehr wenig oder praktisch keinem THC.
Zutaten für dein Cannabis-Öl
- 250 ml Olivenöl (oder Kokosöl, wenn dir das lieber ist)
- 10 g Blüten oder 25 g Ernteschnitt (Blattreste)
- Ein Topf und eine Schüssel, die als Wasserbad draufpasst
- Ein Passiertuch oder Stoffsieb
- Ein sauberes Glas zum Aufbewahren
THC und CBD sind fettlöslich. Für Edibles brauchst du also ein Fett, das die Wirkstoffe trägt, damit dein Körper sie verarbeiten kann.
Beim Ziehenlassen nimmt das Öl THC und andere Cannabinoide, Terpene und Flavonoide auf – heraus kommt ein potentes Fett, mit dem du weiterarbeiten kannst.

Cannabis-Öl selber machen: Schritt für Schritt
Cannabis-Öl herzustellen ist kein Hexenwerk, ein paar Schritte musst du aber einhalten. Zuerst zerkleinerst du die Blüten, damit sich Cannabinoide und Trichome leichter lösen. Danach solltest du sie decarboxylieren, also das THC mit Hitze aktivieren: Die Blüten kommen auf einem Blech für 30 bis 40 Minuten bei 110 bis 120 °C in den Ofen. Bei 70 bis 75 °C wie im Wasserbad wird nur ein Teil decarboxyliert.
Erhitze Wasser in einem Topf und setz die Schüssel obendrauf, in der du Cannabis und Öl mischst. Das Ganze bleibt 5 bis 6 Stunden bei mittlerer bis niedriger Hitze im Wasserbad, sodass das Öl nie über 70 bis 75 °C kommt. Die Temperatur konstant zu halten ist entscheidend, 100 °C darf sie nie erreichen. Profi-Tipp: Wenn die Temperatur steigt, gieß einfach mehr Wasser in den Topf.
Wenn die Zeit um ist, seihst du das Öl durch das Passiertuch ab. Füll es in ein sterilisiertes Glas und lagere es am besten in einem Schrank, dunkel und nicht zu feucht.
Am besten wartest du einen Monat, bevor du es verwendest, damit sich Öl und Cannabinoide setzen können. Nimm es für Salate, Pesto, Soßen oder wie du magst, aber wir raten davon ab, damit zu braten oder es stark zu erhitzen. Dabei verliert das Öl Inhaltsstoffe und wird, wie jedes erhitzte Öl, etwas ungesünder. Öle sind generell gesünder, wenn man sie „roh“ isst.
Wofür kannst du Cannabis-Öl verwenden?
Wer ein Öl mit allem will, was die Pflanze zu bieten hat – das High inklusive –, sollte eine THC-reiche Sorte anbauen oder zumindest eine mit mehr THC als CBD.
So entsteht ein Cannabis-Öl, das Patient:innen häufig bei starken Muskelschmerzen, epileptischen Krämpfen, Appetitlosigkeit, Schlafproblemen und mehr einsetzen.
Abgesehen vom medizinischen Nutzen lässt sich das Öl in der Cannabisküche für so ziemlich alles verwenden: Brownies, Kekse, Pasta, Kaffee und so weiter.
Wie viel Cannabis brauchst du fürs Öl?
Wie viel Cannabis du ins Öl gibst, hängt stark von deiner Toleranz und der Potenz deines Grases ab.
Wenn das Öl fertig ist, probier erst mal eine kleine Menge und schau, wie es wirkt. Lieber langsam: Edibles brauchen bis zu zwei Stunden, bis sie einsetzen. Als grobe Orientierung, wenn die Blüten vollständig decarboxyliert wurden:
- Mit ½ Unze (14 g) Gras mit 14 % THC enthält jeder Teelöffel Öl rund 40 mg THC.
- Mit ¼ Unze (7 g) Gras mit 14 % THC enthält jeder Teelöffel Öl rund 20 mg THC.
- Oder du rechnest die Stärke deines Öls mit einem Online-Rechner für Edibles nach.

Die häufigsten Fehler beim Cannabis-Öl
Wer anfängt, mit Cannabis zu kochen, macht oft Fehler – die meisten lassen sich aber leicht vermeiden.
Erstens: Viele vergessen das Decarboxylieren oder nehmen es nicht ernst und landen bei einem deutlich schwächeren, weniger wirksamen Öl.
Andere kippen viel zu viel Gras in die Mischung und haben am Ende ein Öl, das viel zu stark ist.
Klassischer Anfängerfehler Nummer drei: das beste Gras für Edibles verballern. Edibles kannst du genauso gut mit gepresstem Gras, Blättern oder schon verdampftem Material machen.
Und zum Schluss: Behalte alles im Auge, solange das Öl zieht. Die Rezepte sind simpel, aber man vergisst schnell etwas auf dem Herd oder dreht die Hitze zu hoch – und dann hast du eine Ladung verbranntes Cannabis-Öl oder, noch schlimmer, einen Küchenbrand.
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