
Cannabis in jeder Phase richtig pflegen: von der Keimung bis zur Ernte
Keimling, Sämling, Wachstum, Blüte, Ernte: In jeder Phase will deine Pflanze etwas anderes, und genau da passieren die meisten Fehler.
Eine Cannabispflanze durchläuft fünf Abschnitte: Keimung, Sämling, Wachstumsphase, Blüte und Ernte. In jeder Phase braucht sie etwas anderes an Licht, Wasser, Wärme und Dünger, und wer diese Unterschiede kennt, vermeidet die typischen Pflegefehler.
Vom Samen bis zur reifen Pflanze verändert sich Cannabis ständig, und jede Veränderung verlangt andere Pflege. Hier erfährst du, welche Phasen es gibt und worauf du in jeder einzelnen achten solltest.

Keimung: Wie startet die Cannabispflanze?
Alles beginnt mit dem Samen. Ein guter Cannabissamen fühlt sich hart und trocken an und ist hell- bis dunkelbraun. Ein unreifer Samen ist meist weich, grünlich oder weiß und keimt wahrscheinlich nicht.
Mit der Keimung geht das Wachstum los. Sie kann 1 bis 2 Wochen dauern, und in dieser Zeit kommt die Pflanze zur Welt. Dafür braucht der Samen Wasser und Feuchtigkeit. Sobald er aufplatzt und eine weiße Wurzel herausschaut (die Keimwurzel), hat das Wachstum begonnen.
Danach setzt du den Samen in die Erde und steckst die Wurzel ein Stück ins Substrat, damit die Pflanze anwachsen kann. Mit den ersten beiden Blättchen ist sie noch ziemlich empfindlich. Wachsen die Blätter weiter und nehmen Form an, ist aus deinem Samen ein Sämling geworden.
Sämlingsphase: Wie pflegst du junge Cannabispflanzen?
Die Sämlingsphase dauert 2 bis 3 Wochen. Jetzt bildet die Pflanze ihre Blätter aus: Erst erscheinen die einzelnen Blattfinger, dann werden es pro Blatt immer mehr. Ein gesunder Sämling wirkt kompakt und hat sattgrüne, fast glänzende Blätter.
Sämlinge mögen es feuchter. Es sollte warm sein, ideal sind etwa 25 °C. Deshalb hängt die Lampe anfangs nah an den Pflanzen und wird nach oben gezogen, während sie wachsen.
In dieser Phase heißt es: Finger weg von der Gießkanne. Die winzigen Wurzeln brauchen nur wenig Wasser. Außerdem sind Sämlinge anfällig für Krankheiten und Pilze, also halte ihre Umgebung sauber und die Luftfeuchte unter Kontrolle.
Selbst wer outdoor growt, zieht die Pflanzen oft erst drinnen unter Kunstlicht vor, damit sie diese heikle Phase gut überstehen.

Vegetative Phase: Was braucht Cannabis im Wachstum?
Die Wachstumsphase dauert 2 bis 8 Wochen. Jetzt legt die Pflanze am meisten zu, deshalb sollte sie spätestens hier in einen großen Topf umgezogen sein. Du gießt mehr, und zwar so, dass der ganze Topf durchfeuchtet und die Wurzeln gut versorgt sind.
In der vegetativen Phase lieben die Pflanzen Nährstoffe. Zeit also zu checken, was du ihnen gibst und in welcher Menge. Jetzt kannst du auch das Geschlecht bestimmen, indem du dir die Vorblüten an den Nodien (den Blattansätzen am Stamm) anschaust: Weibchen zeigen kleine Härchen, Männchen kleine Kügelchen. Wichtig: Ist ein Männchen dabei, nimm es raus, damit es deine anderen Pflanzen nicht bestäubt.
Die vegetative Phase ist ein Schlüsselabschnitt im Leben einer Cannabispflanze. Sorg für optimale Bedingungen, damit die Pflanzen so groß und gesund wie möglich werden. Die Größe entspricht meist der Ernte: Je größer die Pflanze, desto mehr Nodien und damit Blütenstellen bildet sie.
Blütephase: Wie pflegst du Cannabis in der Blüte?
Je nach Sorte dauert die Blüte ungefähr 6 bis 8 Wochen. Sobald die Pflanze weniger als 12 Stunden Licht pro Tag bekommt, beginnt sie zu blühen. Schneiden kannst du in dieser Phase nur noch bis etwa zur zweiten Blütewoche. Die Buds werden schwer, also gib der Pflanze jetzt eine Stütze, damit keine Äste abbrechen. Der Dünger sollte jetzt ein spezieller Blütedünger sein.
Outdoor kommt die Blüte von allein, wenn die Tage im Übergang vom Sommer zum Herbst kürzer werden. Indoor löst du sie selbst aus, indem du die Beleuchtung von 16 bis 18 auf 12 Stunden pro Tag runterfährst.
Am meisten gefragt sind in dieser Phase Phosphor und Kalium (PK).

Ernte: Woran erkennst du, dass deine Pflanze reif ist?
Die Ernte gehört streng genommen nicht mehr zum Wachstum, aber den richtigen Zeitpunkt zu kennen ist entscheidend. Wenn sich die Härchen an den Buds von weiß zu orange oder braun verfärben, ist deine Pflanze bereit. Die Trichome werden erst von klar zu milchig und dann bernsteinfarben. Viele Grower ernten am liebsten morgens, weil sie davon ausgehen, dass die Pflanze nachts mehr Trichome bildet.
Am meisten lernst du, wenn du deine Pflanzen beobachtest und dich täglich um sie kümmerst. Jede Pflanze und jeder Grow bringt neue Erfahrungen, mit denen du deine Technik und damit die Qualität deines nächsten Durchgangs verbesserst.
Wie lange dauern die Phasen zusammen?
Grob gerechnet brauchst du vom Samen bis zur Ernte 12 bis 24 Wochen, also 3 bis 6 Monate. Am schnellsten geht es mit einem Steckling oder einer Autoflower.
Am stärksten schwankt die Dauer in der vegetativen Phase, also nach dem Sämlingsstadium und vor der Blüte.
Indoor kannst du die Pflanze schon nach wenigen Wochen in die Blüte schicken. Outdoor bist du von den Jahreszeiten abhängig und musst warten, bis die Sonne gegen Herbst früher untergeht, bevor die Pflanze blüht.
DER CLUB
Werde Teil der Community
Grower mit Namen und Gesicht, rückverfolgbare Chargen, eine echte Community. Kein Gerede, keine leeren Versprechen.
Dem Club beitretenWEITERLESEN
ANBAUIndoor-Grow planen: Genetik, Licht, Lüftung und Blütezeit
Samen oder Stecklinge, LED oder NDL, Abluft unten oder oben: die Entscheidungen, die du vor dem ersten Indoor-Grow treffen solltest.
ANBAUWas sind Trichome? Arten, Funktion und warum sie zählen
Bulbös, sitzend oder gestielt: welche Harzdrüsen THC und Terpene bilden, wovor sie die Pflanze schützen und was ihre Farbe über die Ernte sagt.