Cannabis revegetieren: So holst du eine zweite Ernte aus derselben Pflanze
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Cannabis revegetieren: So holst du eine zweite Ernte aus derselben Pflanze

Nach der Ernte zurück ins Wachstum: wie Reveg funktioniert, woran du eine ungewollte Revegetation erkennst und was sie dir bringt.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Revegetieren (kurz „Reveg“) heißt, eine Cannabispflanze nach der Ernte zurück in die Wachstumsphase zu schicken, damit sie ein zweites Mal blüht. Dafür lässt du unten ein paar Triebe stehen und stellst wieder auf 18 Stunden Licht um – so holst du eine zweite Ernte aus derselben Pflanze. Viele klassische Grower entsorgen ihre Pflanzen dagegen direkt nach der Ernte und starten mit neuen. Manche gehen den Grow aber anders an.

Cannabis ist einjährig: Es blüht nur einmal im Lebenszyklus und blüht kein zweites Mal, wenn du nicht nachhilfst. In der Natur läuft alles ziemlich schnell, vom Frühjahr bis zum Herbst. In diesen wenigen Monaten keimt die Pflanze, blüht und stirbt.

Was ist Revegetation bei Cannabis?

Revegetieren ist eine geniale Möglichkeit, eine Pflanze nach der Ernte weiterzunutzen und unter Umständen ein zweites Mal zu ernten. Es gibt aber auch Fälle, in denen eine Pflanze ungewollt revegetiert.

Beim Revegetieren erntest du die Buds einer Pflanze und zwingst sie dann gewissermaßen zurück in die Wachstumsphase, damit sie erneut blühen kann.

Manche Grower revegetieren ihre Pflanzen ganz gezielt, um das Maximum herauszuholen – manchmal stellst du aber auch fest, dass deine Buds ganz von allein wieder ins Wachstum gehen.

Woran erkennst du eine revegetierende Cannabispflanze?

Wenn mit der Pflanze etwas nicht stimmt, gibt es typische Anzeichen für eine Revegetation:

  • Die Blattränder sind glatt statt gezackt
  • Die Buds entwickeln sich nicht weiter
  • Aus den Buds wächst Neues, etwa lange Blätter oder sogar neue Triebe
  • Die Blätter rollen sich ein
  • Das Wachstum wirkt ungewöhnlich, verdreht oder verknittert
Revegetierende Cannabispflanze mit neuem Blattwuchs

Wie revegetierst du eine Cannabispflanze?

Beim Revegetieren von Cannabispflanzen regst du nach der Ernte neues Wachstum an. Deshalb lässt du beim Ernten die unteren Äste stehen, damit genug Pflanze übrig bleibt. Nach etwa 4 bis 6 Wochen treiben sie wieder aus und werden zu neuen, gesunden Trieben.

Damit die Pflanze von der Blüte zurück in die Wachstumsphase geht, braucht sie Bedingungen wie in der vegetativen Phase: einen Lichtzyklus von 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit und eine Luftfeuchtigkeit von 65 bis 75 %. So bleibt sie im Wachstum und kann so groß oder klein werden, wie du willst.

Ungewollte Revegetation: Warum passiert das?

Manchmal revegetiert Cannabis, ohne dass du es willst. Woran liegt das? Meist ist der Lichtzyklus gestört. Oft ist es zu viel Licht – entweder durch Lichtlecks oder durch mehr als 12 Stunden Licht am Tag in der Blüte. Dann siehst du, dass die Pflanze zurückschaltet oder sich seltsam verhält, weil ihr Rhythmus unerwartet unterbrochen wurde.

Also: Was im Grow kann zu einer unerwarteten oder ungewollten Revegetation führen?

Wie gesagt: Lichtlecks während der Dunkelphase sind die häufigste Ursache für ungeplante Revegetation, es gibt aber noch weitere mögliche Gründe:

  • Die Pflanze bekommt zu viel Licht, was Stress und Revegetation auslösen kann.
  • Die Pflanze ist nicht von guter Qualität, möglicherweise steckt schwache Genetik dahinter.
  • Die Pflanze bekommt in der Blüte zu viel Stickstoff – ein Nährstoff, der eigentlich fürs Wachstum gedacht ist.
  • Die Pflanze kommt zu früh nach draußen oder wird zu früh in die Blüte geschickt. Stellst du sie zu früh raus, fängt sie an zu blühen, weil die Nächte noch lang sind – und wächst dann wieder vegetativ weiter, sobald die Tage lang genug sind.

Was tun, wenn deine Pflanze ungewollt revegetiert?

Such als Erstes nach Lichtlecks. Es kann zwar andere Gründe geben, warum deine Pflanze mitten in der Blüte wieder ins Wachstum geht, aber das ist mit Abstand das wahrscheinlichste Szenario.

Wenn eine Pflanze ungewollt revegetiert, kannst du etwas tun. Im Grunde hast du zwei Möglichkeiten:

  1. Erstens: Du lässt die Pflanzen die Revegetation komplett durchlaufen.
  2. Zweitens: Du findest die Ursache und behebst sie. Denk dran: Eine photoperiodische Pflanze braucht täglich 12 Stunden Dunkelheit, um weiter zu blühen – und zwar ohne jede Unterbrechung, auch nicht durch das kleinste Lichtleck.

Die zweite Option bringt die Pflanzen wieder zurück in die Blüte. Bedenke aber, dass sie Zeit brauchen, um sich zu erholen – und dass es entsprechend dauert, bis sie wieder richtig blühen.

Welche Vorteile hat das Revegetieren?

Revegetation muss kein Unfall sein. Viele Grower revegetieren ganz bewusst, weil sie so das Maximum aus der Pflanze holen, bevor ein neuer Zyklus startet. Gut geplant, bringt dir eine Reveg eine zweite Ernte von derselben Pflanze.

Dazu gibt es noch weitere Gründe, eine Pflanze zu revegetieren:

Phänotypen erhalten

Viele Grower nehmen von einer Mutterpflanze, die ihnen besonders gefällt, vor der Blüte Stecklinge – sonst ist dieser Phänotyp nach der Blüte verloren, es sei denn, sie wissen, wie man revegetiert. So behalten sie eine exakte Kopie dieses Phänotyps.

Cannabispflanzen in der Wachstumsphase indoor

Mehr Sicherheit für deine Genetik

Stecklinge zu schneiden ist eine super Möglichkeit, deinen Bestand zu vergrößern – zwei Pflanzen mit bekannten Eigenschaften sind immer besser als eine einzige unbekannter Herkunft.

Du brauchst keine Mutterpflanze

Manche Grower halten ihre Mutterpflanze so lange wie möglich am Leben, um immer wieder Stecklinge zu ziehen und ihre Eigenschaften zu bewahren. Das geht aber auch über Revegetation.

Vielleicht nimmt die Mutter zu viel Platz im Growraum weg, oder ihre Pflege frisst zu viel Zeit und Ressourcen. Deshalb lernen viele das Revegetieren: Es spart Zeit und Material und liefert trotzdem genetisch identische Ernten.

Revegetation nach der Ernte

Was viele nicht wissen: Revegetation kann die Wachstumsphase verkürzen. Eine Pflanze, die eine ganze Saison gewachsen ist, hat ein ausgereiftes, verzweigtes Wurzelsystem. Stecklinge und jüngere Pflanzen brauchen dagegen länger, bis ihre Wurzeln stehen. Revegetierst du nach der Ernte, sind die Wurzeln also im Grunde schon bereit.

Mehr Gras von derselben Pflanze

Der Begriff „Monster Cropping“ klingt nach etwas Wildem, ist aber eigentlich nur eine Reveg-Technik: Stecklinge von einer blühenden Pflanze werden zurück ins Wachstum geschickt. Richtig gemacht, bringt das buschigere Pflanzen, stärkere Triebe und mehr Nodien, an denen später mehr Buds wachsen.

Du brauchst keine Samen

Samen auszusuchen kann Spaß machen, dauert aber ewig, wenn du dich schwer entscheiden kannst. Fällt dieser Schritt weg, kannst du deine Lieblingspflanze in der halben Zeit wieder anbauen. Und wenn du über Revegetation die Genetik erhältst, hast du genau die Pflanze, die du willst – ohne nach passenden Samen suchen zu müssen.

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