
Cannabis im Urlaub gießen: So überstehen deine Pflanzen deine Abwesenheit
Freund, Tropfsystem, Wasserspeicher-Gel, Tonkegel oder Docht: Diese Lösungen halten deinen Grow am Leben, während du weg bist.
Wenn du verreist, dürfen deine Pflanzen nicht eingesperrt und ohne Wasser zurückbleiben, sonst ist die ganze Arbeit dahin. Die beste Lösung: Gib die Pflanzen in die Obhut eines Freundes, der nach dem Rechten sieht und dafür sorgt, dass alles läuft. Hast du niemanden, helfen Bewässerungssysteme, Wasserspeicher-Gele, Tonkegel oder Dochte über die Zeit.
Es gibt also mehrere Wege, deine Cannabispflanzen über die Abwesenheit zu bringen.
Welche Bewässerungsmethoden gibt es für den Urlaub?
Automatische Bewässerung
Eine automatische Bewässerung kann ganz simpel oder ziemlich ausgefeilt sein, je nachdem, was du brauchst und ob du Werte wie pH oder EC mitsteuern willst oder gar keine. Jede Pflanze bekommt die gleiche Menge Wasser in kurzen Gießintervallen – so sind die Pflanzen gut ernährt, die Wurzeln bekommen genug Sauerstoff, und nichts trocknet aus oder steht im Wasser.
Der Haken: Das kostet. Du brauchst einen Tank, eine Pumpe, eine Zeitschaltuhr, Schläuche und eine ordentliche Portion Glück.
Tropfbewässerung
Dieses System versorgt deine Pflanzen Tropfen für Tropfen mit Wasser und Dünger. Mit niedrigem Druck und kleinen Mengen landen Wasser und Nährstoffe automatisch, kontrolliert und präzise direkt an den Wurzeln. Das hat viele Vorteile. Manche warnen aber, dass Tropfer verstopfen und Zeitschaltuhren spinnen können, und wenn niemand nachschaut, verlierst du im schlimmsten Fall den ganzen Grow.
Wasserspeicher-Gele und Polymere im Substrat
Diese Produkte erhöhen die Fähigkeit von Erde oder Substrat, Wasser und Nährstoffe zu speichern. Für die Pflege von Cannabispflanzen während deiner Abwesenheit sind sie ideal.
Im Handel gibt es zum Beispiel Guerrilla Grow THC, einen Zusatz, der die Bodenfeuchte reguliert. Er versorgt die Pflanze mit Feuchtigkeit und bringt dem Grow weitere Vorteile: Das Substrat nimmt mehr Wasser auf und die Pflanzen wachsen schneller.
Tonkegel: Bewässerung mit der Flasche
Das ist wohl eines der einfachsten Systeme zur Selbstbewässerung. Du brauchst nur einen Tonkegel und eine Plastikflasche mit Wasser.
So geht's: Steck den Tonkegel fest auf die Flaschenöffnung und drück den Kegel dann ins Substrat. Danach stichst du ein paar Löcher in den Flaschenboden, damit Luft nachströmen kann und deine Tropfbewässerung funktioniert. So bleibt die Erde rund um deine Cannabispflanze feucht.
Ganz wichtig: Check vorher, ob das Flaschenvolumen für die Zeit reicht, die du weg bist.
Dochtbewässerung: Gießen per Kapillarkraft
Eine einfache und sehr wirksame Methode zum Selberbauen. Sie arbeitet mit Kapillarkraft: Ein Docht, eine Baumwollschnur oder ein Stoffstreifen führt von einem Wassereimer bis in den Topf. Es gibt zwei Varianten:
1. Du stellst den Topf auf einen Wasserbehälter mit gelochtem Deckel. Durch den Deckel kommt ein Docht, der durch das Abzugsloch in den Topf reicht.
2. Du stellst neben jeden Topf einen Wasserbehälter, aus dem ein Docht bis in die Erde zur Pflanze führt.
Wichtig dabei: Lass die Pflanzen nicht in stehendem Wasser. Über zwei Wochen ersaufen sonst die Wurzeln, oder die Pflanzen ziehen das ganze Wasser leer und trocknen aus. Selbst mit sauerstoffreichem Wasser ist das Risiko für ein Desaster zu groß, um den Grow so lange allein zu lassen.
Pflanzen in kleinen Töpfen trocknen schneller aus. Wenn du länger als ein paar Tage weg bist, topf sie am besten rechtzeitig vorher um, damit mehr Substrat da ist, das Wasser speichert und abgibt.
Stehen die Pflanzen kurz vor der Ernte, kannst du auch überlegen, früher zu ernten. Nach so viel Zeit, Mühe und Geld willst du eine Ernte sicher haben, statt am Ende frustriert dazustehen. Wenn du früher erntest, kann ein befreundeter Grower das Curing übernehmen, das macht deutlich weniger Arbeit als lebende Pflanzen zu versorgen. Hier findest du unsere besten Tipps, wie du deine Buds richtig fermentierst und Top-Qualität rausholst.

Growst du outdoor direkt im Boden (nicht im Topf), dann jäte vorher gründlich und sorg dafür, dass rund um deine Pflanzen kein Unkraut steht, das sie stört, Schädlinge anzieht oder ihnen schadet.
Und wenn dein Grow etwas professioneller aufgezogen ist, sollten Wege und Beete sauber abgegrenzt sein. Sonst wuchert während deiner Abwesenheit alles zu, und das kriegst du nach der Rückkehr nur schwer wieder in den Griff.
Als Cannabis-Community müssen wir es einfach sagen: Pflege ist alles. Jenseits von Wachstumstechniken, Stretching, Stress oder Training gilt: Was einen Grow erfolgreich macht, ist das Auge und die Aufmerksamkeit von dem, der sich Tag für Tag um die Pflanze kümmert.
Es gibt also verschiedene Wege, damit dein geliebter Grow ein paar Tage ohne dich übersteht. Entscheidend ist aber, dass deine Pflanzen genauso viel Pflege, Aufmerksamkeit, Wasser, Licht und Nährstoffe bekommen wie sonst. Sonst gerät der Grow so unter Stress, dass du bei der Rückkehr vor geschwächten oder im schlimmsten Fall toten Pflanzen stehst.
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