CBD-Creme bei Arthrose und Arthritis: Welche Schmerzen kann sie lindern?
GESUNDHEIT

CBD-Creme bei Arthrose und Arthritis: Welche Schmerzen kann sie lindern?

Arthritis und Arthrose sind nicht dieselbe Krankheit, tun aber beide weh – was CBD-Creme bei Gelenkschmerzen bringen könnte und was die Studien wirklich zeigen.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Cannabis-Creme mit Cannabidiol (CBD) wird vor allem bei Gelenkschmerzen eingesetzt, besonders bei Schmerzen und Entzündungen durch Arthritis und Arthrose, außerdem bei Muskelschmerzen. Patienten berichten von Linderung, und erste Tierstudien deuten darauf hin, dass CBD auf der Haut örtlich Schmerz und Schwellung dämpfen kann, ohne high zu machen – belastbare Studien am Menschen fehlen aber noch. CBD selbst ist einer der Hauptwirkstoffe von Cannabis: Es steckt in den harzigen Blüten, kann bei manchen Sorten einen großen Teil des Extrakts ausmachen und gehört zu den gut 100 Cannabinoiden, die es nur in der Cannabispflanze gibt.

CBD gilt als natürlicher Wirkstoff, der nicht psychoaktiv ist und großes therapeutisches Potenzial hat. Forschende versuchen laufend, seine Eigenschaften zu verstehen und herauszufinden, ob es Symptome verschiedener Erkrankungen lindern und so die Lebensqualität von Patienten verbessern kann.

Zwei Erkrankungen, die in der CBD-Forschung eine Rolle spielen, sind Arthritis und Arthrose. Aber was ist das eigentlich?

Cannabispflanzen im Growraum

Arthritis und Arthrose: Ist das dasselbe?

Arthritis und Arthrose sind beides rheumatische Erkrankungen, die Schmerzen verursachen und die Gelenke betreffen. Sie klingen ähnlich, sind aber nicht dasselbe: Ursache und Behandlung unterscheiden sich deutlich.

Arthritis

Arthritis ist eine Entzündung eines Gelenks. Bei entzündlichen Formen wie der rheumatoiden Arthritis entzündet sich die Gelenkinnenhaut (Synovialmembran), Flüssigkeit sammelt sich an, und mit der Zeit können Knorpel und Knochen Schaden nehmen.

Diese Gelenkflüssigkeit nutzt der Körper, um die Gelenke zu schmieren und dafür zu sorgen, dass sie richtig funktionieren. Ursachen einer Arthritis können Infektionen, Verletzungen, Autoimmunerkrankungen oder Kristallablagerungen sein.

Arthrose

Arthrose ist dagegen ein chronischer Verschleißprozess, der den Knorpel betrifft – das Polster zwischen den Knochen im Gelenk, das verhindert, dass sie aneinanderreiben.

Nach und nach baut sich der Knorpel ab, und die Knochen reiben aufeinander. Das führt zu starken Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit. Arthrose hängt eng mit dem Älterwerden zusammen, aber auch Übergewicht oder Überlastung eines Gelenks können sie auslösen.

Lange Zeit waren Schmerzmittel das Standardmittel gegen diese Beschwerden. In den letzten Jahren hat sich das mit Cannabisöl und Cannabis-Creme gegen Schmerzen geändert – viele Anwender empfinden sie als verträglicher, und es werden nur wenige Nebenwirkungen berichtet.

Was macht Cannabis-Creme?

Medizinisches Cannabis bei Arthritis und Arthrose weckt Interesse als natürliche Alternative oder Ergänzung zu den Schmerzmitteln, die bei beiden Erkrankungen meist genommen werden.

Cannabis-Creme gegen Schmerzen ist populär geworden, weil CBD auf das Endocannabinoid-System wirkt – und viele Patienten erzählen, dass ihnen das bei Schmerzen und Entzündungen durch diese beiden Erkrankungen hilft.

Wie wirkt Cannabis-Creme gegen Schmerzen?

Laut Forschung könnte eine Cannabis-Creme die Reaktion auf schmerzhafte Reize und die Weiterleitung von Schmerzsignalen (nozizeptive Signale) dämpfen, indem sie die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 aktiviert.

In diese Richtung weist eine Studie im European Journal of Pain an Ratten mit Arthritis: Auf die Haut aufgetragenes CBD verringerte Schwellung und Schmerzverhalten. Die Arthritis Foundation, eine US-amerikanische Patientenorganisation, erkennt an, dass viele Menschen mit Arthritis von Linderung durch CBD-Cremes und -Öle berichten, betont aber, dass Studien am Menschen fehlen.

Mögliche Vorteile von Cannabisöl bei Knochen- und Gelenkschmerzen

Wir haben es schon oft gesagt: Cannabis-Creme und -Öl könnten bei Arthrose und Arthritis Schmerzen und Entzündungen verringern. Es gibt aber noch weitere mögliche Vorteile:

  • CBD ist in der Regel gut verträglich und hat ein geringes Abhängigkeitsrisiko.
  • Es könnte den Bedarf an Schmerzmitteln oder Opioiden senken.
  • Bei Anwendung auf der Haut werden nur wenige und leichte Nebenwirkungen berichtet.
  • Viele erzählen, dass sie damit leichter einschlafen und besser durchschlafen.

Cannabis gegen Schmerzen (gemeint ist hier CBD) soll keine psychoaktive Wirkung haben, weil es kein THC enthält – den Stoff, der für das High verantwortlich ist und zu Schwindel, Angst, verzerrter Wahrnehmung und Koordinationsproblemen führen kann. Einige Studien deuten sogar darauf hin, dass CBD einen Teil der psychoaktiven Wirkung von THC abschwächen kann, wenn beide zusammen konsumiert werden, möglicherweise wegen seiner angstlösenden Wirkung.

Tiegel mit CBD-Creme

Wie wendest du Cannabis-Creme gegen Schmerzen an?

Fachleuten zufolge kann CBD je nach Anwendung örtlich oder im ganzen Körper wirken. Bei Schmerzen an einer bestimmten Stelle greifen deshalb viele zu CBD-Cremes und anderen Salben.

Damit Cannabis-Creme bei Muskel- und Gelenkschmerzen möglichst viel bringt, trägst du sie am besten zwei- bis dreimal täglich auf, und zwar so viel, dass die ganze betroffene Stelle bedeckt ist. Übertreib es aber nicht: Zu viel kann die Haut an der Stelle reizen oder andere Nebenwirkungen auslösen. Teste die Creme zuerst an einer kleinen Stelle und trag sie nicht auf verletzte oder gereizte Haut auf.

Was sagen weitere Studien zu Cannabis-Creme gegen Schmerzen?

Neben allem, was über CBD bekannt ist, deuten einige Tierstudien darauf hin, dass es geschädigte Gelenke regenerieren helfen könnte. In Tierversuchen wurde CBD außerdem als Unterstützung bei der Heilung von Knochenbrüchen beschrieben.

Die erwähnte Studie von 2016 an Ratten zeigte, dass CBD, auf die Haut über dem entzündeten Gelenk aufgetragen, Schmerzen und Entzündung verringerte, ohne dass Nebenwirkungen beobachtet wurden.

Eine weitere Untersuchung aus dem Jahr 2000 an Mäusen beschrieb, dass CBD das Fortschreiten der Arthritis bremsen konnte, sowohl gespritzt als auch oral verabreicht. Andere Tierstudien deuten auf eine mögliche Wirkung gegen Osteoporose hin.

Trotz all dieser Studien und Beobachtungen ist klar: Bis sich das beim Menschen bestätigen lässt, ist noch viel Forschung nötig.

Bevor du ein CBD-Produkt anwendest, sprich am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt, der sich mit dem Thema auskennt, dich untersucht und dir sagt, wie du Cannabis-Produkte auf der Haut anwendest. Das gilt erst recht, wenn du Blutverdünner oder andere Medikamente täglich nimmst (oral eingenommenes CBD kann mit ihnen wechselwirken) oder wenn du schwanger bist oder stillst.