CBD gegen Haarausfall: Bringt das bei Alopezie wirklich was?
GESUNDHEIT

CBD gegen Haarausfall: Bringt das bei Alopezie wirklich was?

Ein paar kleine Studien und viele Erfahrungsberichte: was hinter CBD-Shampoos und -Seren steckt und was du über CBD allgemein wissen solltest.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Ob CBD gegen Haarausfall hilft, ist noch nicht belegt: Eine kleine Studie ohne Kontrollgruppe berichtet von etwas Nachwuchs, wenn CBD-reicher Hanfextrakt sechs Monate lang auf die Kopfhaut aufgetragen wurde, mehr solide Daten gibt es bisher nicht. Alopezie, also Haarausfall, betrifft weltweit sehr viele Menschen, ob genetisch, hormonell oder durch Krankheiten bedingt, und kann am Selbstwertgefühl ganz schön nagen. Kein Wunder, dass Cannabidiol (CBD) als mögliches Mittel gehandelt wird. Schauen wir uns an, was dran ist.

Was sind die Ursachen von Haarausfall?

Bevor es um CBD geht, lohnt sich ein Blick auf die Ursachen. Haarausfall kann viele Gründe haben, zum Beispiel:

  • Genetische Faktoren: Die androgenetische Alopezie, die häufigste Form von Haarausfall, wird oft von den Eltern vererbt.
  • Hormonelle Veränderungen: Hormonschwankungen, etwa in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, können bei Frauen zu Haarausfall beitragen.
  • Natürliches Altern: Mit dem Alter wird das Haar ganz normal dünner und weniger dicht.
  • Falsche Ernährung: Eine Ernährung mit zu wenig wichtigen Nährstoffen wie Vitamin D kann den Haaren schaden.
  • Chemische Haarprodukte: Zu viele chemische Behandlungen und aggressive Produkte können das Haar schädigen.
  • Erkrankungen: Autoimmunerkrankungen wie die Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall) können plötzlichen Haarverlust auslösen.
  • Medizinische Behandlungen: Chemotherapie und bestimmte Medikamente können Haarausfall verursachen.

CBD und Haarausfall: Gibt es einen Zusammenhang?

CBD ist ein Wirkstoff aus Cannabis, der in den letzten Jahren populär geworden ist, weil er bei verschiedenen gesundheitlichen Problemen helfen könnte. Beim Thema Haarausfall deuten einige Studien und Erfahrungsberichte darauf hin, dass CBD Vorteile haben könnte.

  • Haarwachstum anregen: Hanf- und Cannabisöl sind reich an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen und können gesundes Haarwachstum unterstützen. Eine kleine Studie ohne Kontrollgruppe berichtete, dass CBD-reicher Hanfextrakt, sechs Monate lang auf die Kopfhaut aufgetragen, zu etwas Nachwuchs führte. Die Hypothese: CBD könnte als negativer allosterischer Modulator der CB1-Rezeptoren, also als eine Art Bremse an diesen Rezeptoren, das Haarwachstum beschleunigen.
  • Feuchtigkeit und weniger Entzündungen: Manche nutzen CBD als Feuchtigkeitspflege, und es könnte bei trockener Kopfhaut und Schuppen helfen. Seine entzündungshemmenden Eigenschaften könnten außerdem Reizungen der Kopfhaut lindern, die zu Schuppen und Haarausfall beitragen können.
CBD-Creme zur äußerlichen Anwendung

Wie wendest du CBD bei Haarausfall an?

Am häufigsten wird CBD äußerlich auf die Kopfhaut aufgetragen, auch wenn es noch keine soliden Belege gibt, dass es Alopezie behandelt. Beispiele für Produkte, die dafür beworben werden:

  • Shampoo von Steam Active Botanicals: Soll gesundes Haarwachstum fördern und Schmutz entfernen, ohne die natürlichen Öle des Haars anzugreifen.
  • Volumen-Serum von Fitish: Soll das Haar kräftigen, gesundes Wachstum fördern und für Volumen und Geschmeidigkeit sorgen.
  • Raincry Rebuild Bond Haarkur: Soll das Haar vor Umweltschäden schützen und die Haarstruktur sichtbar verbessern.

Denk dran: CBD ist zwar vielversprechend, aber kein Wundermittel gegen Haarausfall. Genetik, Ernährung und andere Faktoren spielen ebenfalls mit. Bevor du mit CBD-Produkten loslegst, sprich am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt.

CBD vs. THC: Ist das dasselbe?

Nein, CBD und THC sind nicht dasselbe. Cannabis enthält über 500 organische Verbindungen, davon mindestens 113 Cannabinoide. Wegen ihres therapeutischen Potenzials stechen CBD und THC heraus. THC, also Tetrahydrocannabinol, ist der wichtigste psychoaktive Wirkstoff der Pflanze und für das High verantwortlich, für das Cannabis bekannt ist.

CBD wirkt nicht psychoaktiv, THC schon. Beide haben aber therapeutisches Potenzial, und Studien deuten darauf hin, dass es größer ist, wenn sie zusammenwirken: CBD könnte manche Eigenschaften von THC verstärken, etwa die schmerzlindernde Wirkung, und gleichzeitig das High abschwächen.

Was ist CBD und wofür wird es eingesetzt?

CBD wurde 2018 zum ersten Mal von der US-Arzneimittelbehörde FDA als Medikament zugelassen, unter dem Namen „Epidiolex“ zur Behandlung von Krampfanfällen bei Kindern mit schweren Epilepsieformen. Darüber hinaus nutzen weltweit viele Menschen CBD gegen verschiedene Beschwerden, etwa gegen Schmerzen, für besseren Schlaf oder einfach fürs allgemeine Wohlbefinden.

Neben dem Einsatz bei Epilepsie deuten Studien darauf hin, dass CBD Angst lindern könnte, etwa bei Menschen mit Schizophrenie oder Psychosen oder mit verschiedenen Suchterkrankungen.

CBD wird viel therapeutisches Potenzial zugeschrieben. Es wird bei Stress, Depressionen und psychischen Erkrankungen untersucht, außerdem als Nervenschutz und Muskelrelaxans. Deshalb wird es, immer von Fachleuten, auch palliativ gegen Körperschmerzen und andere belastende Symptome eingesetzt.

CBD-reiches Cannabisöl wird im Alltag als Nahrungsergänzung, äußerlich oder als Arzneimittel eingesetzt, häufig bei:

  • chronischen Schmerzen,
  • Entzündungen bei chronisch-entzündlichen Darm- oder Hauterkrankungen,
  • Angst,
  • Depressionen,
  • Schwere und Häufigkeit von Anfällen bei therapieresistenter Epilepsie usw.

Auch bei Symptomen neurologischer oder neuropsychiatrischer Erkrankungen wird Cannabisöl eingesetzt, zum Beispiel bei:

  • Multipler Sklerose,
  • Alzheimer,
  • Parkinson,
  • Schizophrenie.

CBD ist nur eine von über 500 bekannten Wirksubstanzen und einer von mehr als 100 Cannabinoiden der Cannabispflanze.

CBD-Öl in einer Pipettenflasche

Wie wirkt CBD im Gehirn?

Gehirn, Rückenmark und peripheres Nervensystem tragen die körpereigenen Rezeptoren CB1 und CB2, die mit Cannabinoiden interagieren. Diese Interaktion beeinflusst die natürlichen Reaktionen des Körpers auf Stress, Angst und Schmerz. Homöostase nennt man die Selbstregulierung der Körperfunktionen, und man vermutet, dass CBD-Öl diesen natürlichen Prozess unterstützen kann.

CBD-Produkte und Cannabisblätter

Wie nimmst du CBD-Öl gegen Schmerzen?

CBD kannst du je nach Produkt schlucken oder äußerlich auftragen. Die Auswahl ist riesig: von Ölen und Weichkapseln, die angeblich gegen Angst helfen, über entspannende Badesalze bis zu Cremes und Massageölen. Rauchen geht natürlich auch, aber wenn du CBD aus therapeutischen oder medizinischen Gründen nimmst, lass die Verbrennung lieber weg und greif zu gesünderen Konsumformen.

Verschiedene Studien zeigen, dass CBD eine deutliche krampflösende Wirkung hat, die bei bestimmten Epilepsieformen gut belegt ist, und weil es nicht psychoaktiv wirkt, wird es immer häufiger eingesetzt.

Dank moderner Züchtung gibt es Sorten, die fast nur CBD enthalten, sodass du kein THC mitkonsumieren musst, das psychoaktiv wirkt.

CBD und Medikamente: Welche Wechselwirkungen gibt es?

CBD wechselwirkt mit Medikamenten und kann deren Wirkung abschwächen oder verlängern: Es hemmt oder verstärkt Enzyme des Cytochrom-P450-Systems (kurz CYP). Dadurch verändert es, wie viele Stoffe und Arzneimittel im Körper abgebaut werden.

Wenn du Medikamente nimmst, sprich am besten vorher mit deinem Arzt oder deiner Ärztin. Vorsichtig sein solltest du auch, wenn du psychische Erkrankungen, Alkohol- oder Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte hast, schwanger bist oder stillst.

Viele Cannabisöle zum Verdampfen (E-Liquids für E-Zigaretten) enthalten Propylenglykol. Wird dieser Zusatzstoff überhitzt, entsteht Formaldehyd, ein krebserregendes Nebenprodukt.