CBD-Öl bei Angst: Dosierung, Tropfen und Einnahme
GESUNDHEIT

CBD-Öl bei Angst: Dosierung, Tropfen und Einnahme

Wie viele Tropfen, wie schnell es wirkt und welche Wechselwirkungen du kennen solltest: ein nüchterner Leitfaden zu CBD-Öl bei Angst.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Wie viele Tropfen Cannabisöl bei Angst?

Eine feste Tropfenzahl gibt es nicht: Wie viel Cannabisöl bei Angst sinnvoll ist, hängt von Konzentration und Stärke des Produkts und von dir selbst ab, denn jeder Körper reagiert anders auf Cannabinoide. Üblich ist, mit 1 bis 2 Tropfen zu starten und langsam zu steigern, bis du die Dosis gefunden hast, die dir hilft.

Fang also niedrig an und steigere schrittweise. Führ dabei ein kleines Tagebuch über die Wirkung und pass die Dosis daran an.

Ganz wichtig: Sprich vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt, vor allem wenn du andere Medikamente nimmst oder Vorerkrankungen hast. Fachleute für medizinisches Cannabis können dich individuell beraten und darauf achten, dass die Anwendung bei Angst sicher und sinnvoll ist.

Wie nimmst du CBD-Öl bei Angst ein?

CBD-Öl (Cannabidiol) wird immer häufiger bei Angst eingesetzt, weil Studien auf mögliche angstlösende und entspannende Eigenschaften hindeuten. Ein paar allgemeine Leitlinien für die Einnahme:

  1. Ärztlichen Rat einholen: Bevor du CBD-Öl gegen Angst nimmst, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, besonders wenn du andere Medikamente nimmst oder eine Erkrankung hast.
  2. Das passende Produkt wählen: CBD gibt es als Öl-Tinktur, Kapseln, zum Vapen oder als Creme. Beliebt sind Tropfen unter die Zunge (sublingual), weil das CBD dort schnell über die Blutgefäße aufgenommen wird.
  3. Die richtige Dosis finden: Wie viel CBD du brauchst, hängt von dir und der Konzentration des Produkts ab. Starte niedrig und steigere langsam, bis du die Dosis gefunden hast, die bei dir wirkt.
  4. Einen festen Rhythmus finden: Nimm das CBD-Öl zu regelmäßigen Zeiten. Oft hilft es, die Tagesdosis auf mehrere kleine Portionen zu verteilen.
  5. Die Wirkung beobachten: Notier, wie du dich nach der Einnahme fühlst. Achte auf Veränderungen bei deiner Angst und pass die Dosis bei Bedarf an.
  6. Mit anderen Methoden kombinieren: CBD-Öl kann andere Wege im Umgang mit Angst ergänzen, etwa kognitive Verhaltenstherapie, Meditation, Sport und Entspannungstechniken.
CBD-Öl mit Pipette

Wie schnell wirkt CBD bei Angst?

Wann CBD bei Angst wirkt, hängt von der Person und der Einnahmeform ab. Manche spüren schon nach wenigen Minuten Erleichterung, andere brauchen länger, bis sie etwas merken.

Sublingual, also ein paar Tropfen unter die Zunge, ein paar Sekunden halten und dann schlucken, wirkt CBD meist schneller. Es wird über die Blutgefäße unter der Zunge aufgenommen und gelangt direkter in den Blutkreislauf.

Viele Nutzer:innen berichten, dass sie die Wirkung 15 bis 60 Minuten nach der sublingualen Einnahme spüren. Bei manchen dauert es länger, und gleichmäßigere Ergebnisse stellen sich oft erst nach Tagen oder Wochen regelmäßiger Anwendung ein.

Jeder Mensch reagiert anders auf CBD, je nach Dosis, Stoffwechsel, Körpergewicht und persönlicher Empfindlichkeit. Deshalb gilt auch hier: niedrig starten und langsam steigern, bis du die Menge gefunden hast, die dir bei Angst am besten hilft.

CBD vs. THC: Ist das dasselbe?

Nein, CBD und THC sind nicht dasselbe. Cannabis enthält mehr als 500 organische Verbindungen, davon mindestens 113 Cannabinoide. Wegen ihrer therapeutischen Eigenschaften stechen CBD und THC heraus. THC, also Tetrahydrocannabinol, ist der wichtigste psychoaktive Wirkstoff der Pflanze und sorgt für das High, für das Cannabis bekannt ist.

CBD macht nicht high, THC schon. Beide gelten aber als therapeutisch interessant, und es wird angenommen, dass sie sich gegenseitig verstärken, wenn sie zusammen „arbeiten“: CBD könnte bestimmte Eigenschaften von THC unterstützen, etwa die schmerzlindernde oder die in Laborstudien untersuchte Antitumor-Wirkung, und gleichzeitig dessen psychoaktive Wirkung abschwächen.

Cannabisöl in einer Tropfflasche

Was ist CBD und wofür wird es eingesetzt?

CBD wurde 2018 zum ersten Mal von der US-Arzneimittelbehörde (FDA) als Medikament zugelassen, unter dem Namen „Epidiolex“ zur Behandlung von Krampfanfällen bei Kindern mit schweren Epilepsieformen. Darüber hinaus nutzen viele Menschen weltweit CBD bei unterschiedlichen Beschwerden, etwa gegen Schmerzen, für besseren Schlaf und fürs allgemeine Wohlbefinden.

Neben bestimmten Epilepsieformen deuten einige Studien darauf hin, dass CBD Angst lindern könnte bei Menschen mit Schizophrenie oder Psychosen und bei Menschen mit verschiedenen Suchterkrankungen.

CBD wird auf viele mögliche therapeutische Eigenschaften hin untersucht. Geforscht wird zu Stress, Depression und anderen psychischen Erkrankungen sowie zu CBD als Nervenschutz und Muskelentspanner. Manche Ärzt:innen setzen es deshalb palliativ gegen körperliche Schmerzen und andere belastende Symptome ein.

CBD-reiches Cannabisöl wird im Alltag als Nahrungsergänzung, äußerlich oder als Medikament genutzt. Patient:innen berichten von Linderung bei:

  • chronischen Schmerzen,
  • Entzündungen bei entzündlichen Darm- oder Hauterkrankungen,
  • Angst,
  • Depression
  • Schwere und Häufigkeit von Anfällen bei therapieresistenter Epilepsie usw.

Cannabisöl wird außerdem bei Symptomen neurologischer oder neuropsychiatrischer Erkrankungen eingesetzt und erforscht, etwa bei:

  • Multipler Sklerose,
  • Alzheimer,
  • Parkinson
  • Schizophrenie.

CBD ist nur einer von mehr als 500 bekannten Wirkstoffen im Cannabis und eines von über 100 Cannabinoiden.

Wie wirkt CBD im Gehirn?

Gehirn, Rückenmark und peripheres Nervensystem tragen die körpereigenen Rezeptoren CB1 und CB2, die mit Cannabinoiden interagieren. Diese Wechselwirkung beeinflusst, wie der Körper auf Stress, Angst und Schmerz reagiert. Homöostase nennt man die Selbstregulierung der Körperfunktionen, und man nimmt an, dass CBD-Öl diesen natürlichen Prozess unterstützen könnte.

Wie nimmst du CBD-Öl bei Schmerzen?

CBD kannst du je nach Produkt schlucken oder auf die Haut auftragen. Die Auswahl ist riesig: Öle und Weichkapseln, die angeblich gegen Angst helfen, entspannende Badesalze, Cremes, Massageöle und mehr. Klar, rauchen geht auch, aber wenn du CBD therapeutisch oder medizinisch nutzt, solltest du auf Verbrennung lieber verzichten und gesündere Konsumformen wählen. 

Verschiedene Studien zeigen, dass das CBD krampflösend wirkt und bei einigen Epilepsieformen hilft. Weil es nicht psychoaktiv ist, wird es inzwischen deutlich häufiger eingesetzt.

Dank moderner Anbautechnik gibt es Sorten, die fast nur CBD enthalten, sodass du kein THC mitkonsumieren musst, das psychoaktiv wirkt.

CBD und Medikamente: Welche Wechselwirkungen gibt es?

CBD tritt mit Medikamenten in Wechselwirkung und kann deren Wirkung abschwächen oder verlängern: Es hemmt oder verstärkt die Enzyme der Cytochrom-P450-Familie (kurz CYP). Dadurch verändert es, wie viele Stoffe und Arzneimittel im Körper abgebaut werden.

Wenn du Medikamente nimmst, sprich am besten vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Vorsichtig solltest du auch sein, wenn du psychische Erkrankungen, Alkohol- oder Drogenprobleme hattest oder schwanger bist oder stillst.

Viele Cannabisöle zum Verdampfen (E-Liquids für E-Zigaretten) enthalten Propylenglykol. Wird dieser Zusatzstoff überhitzt, entsteht Formaldehyd, ein krebserregendes Nebenprodukt.

Welche Nebenwirkungen hat CBD?

CBD macht nicht high und gilt als sicher, kann aber trotzdem Nebenwirkungen haben. Dazu gehören Übelkeit, Müdigkeit und Reizbarkeit.

CBD kann den Spiegel von Blutverdünnern und anderen Medikamenten im Blut erhöhen, weil es mit ihnen um dieselben Leberenzyme konkurriert, die sie abbauen. „Menschen, die hohe Dosen CBD nehmen, können auffällige Leberwerte im Blutbild zeigen“, schreibt Harvard Health Publishing. Viele rezeptfreie Medikamente wie Paracetamol haben denselben Effekt.

Weitere mögliche Nebenwirkungen: Mundtrockenheit, Schwäche, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Schwindel.

CBD ist der Cannabis-Wirkstoff, der am häufigsten medizinisch und therapeutisch genutzt wird. Er wird bei vielen Krankheiten untersucht, solide Belege gibt es aber nur für einige davon. Wie so oft beim Thema Cannabis: Da gibt es noch eine Menge zu lernen.