
Drogen und Augen: Was Gras, Alkohol, Tabak, LSD und Kokain mit deinem Sehen machen
Rote Augen sind noch das Harmloseste: Welche Substanzen deine Sicht kurzfristig verändern und welche Netzhaut, Sehnerv und Linse dauerhaft schädigen können.
Ja, Drogen können deine Augen beeinflussen – von kurzfristigen Veränderungen wie roten Augen, weiten Pupillen oder verschwommener Sicht bis zu bleibenden Schäden wie Grauem Star, Sehnervschäden oder Blutungen in der Netzhaut. Psychoaktive Substanzen, legale wie illegale, können die visuelle Wahrnehmung auf ganz unterschiedliche Weise verändern.
Wie stark die Folgen ausfallen, von vorübergehenden Sehstörungen bis zu dauerhaften Augenschäden, hängt vor allem davon ab, welche Substanz du nimmst und wie oft. Wer weiß, wie Drogen auf die Augen wirken, versteht die Risiken besser und kann informierte Entscheidungen für seine Augengesundheit treffen.
Wie wirkt Cannabis auf die Augen?
Cannabis macht nicht nur rote Augen, es wirkt sich auch anders aufs Sehen aus. Eine Studie am Menschen hat gezeigt, dass regelmäßiger Cannabiskonsum die Verarbeitung visueller Informationen in der Netzhaut verlangsamen kann.
Aber es gibt nicht nur schlechte Nachrichten. Eine andere Studie hat einen zellulären Mechanismus gefunden, über den Cannabis die Nachtsicht verbessern könnte. Ausgangspunkt waren Berichte über jamaikanische Fischer, die regelmäßig Gras rauchen und nachts angeblich hervorragend sehen.
In der Studie gaben die Forschenden Cannabinoide zu Netzhautzellen von Kaulquappen und stellten fest, dass diese Zellen lichtempfindlicher wurden – ein Tierversuch, kein Beweis für Menschen.

Warum bekommt man vom Kiffen rote Augen?
Schuld an den roten Augen ist THC, der psychoaktive Wirkstoff im Cannabis. Er senkt den Blutdruck und erweitert die Blutgefäße (Vasodilatation): Es fließt mehr Blut, und die Augen werden rot.
Genau diese Eigenschaft ist der Grund, warum Cannabis bei Glaukom (Grünem Star) eingesetzt wird, einer Erkrankung, bei der der Augeninnendruck gefährlich ansteigt. Studien deuten darauf hin, dass Cannabis diesen Druck vorübergehend senken und so weitere Schäden bremsen kann.
Wichtig ist, dass ein Arzt oder eine Ärztin die Dosis überwacht, denn auch die Nebenwirkungen von Cannabis können der Gesundheit schaden.
Wie wirkt LSD auf die Augen?
LSD ist eine synthetische Droge, deren Wirkung in drei Phasen verläuft:
- Anregung des zentralen Nervensystems (ZNS): Herzschlag und Körpertemperatur steigen, die Pupillen weiten sich.
- Psychedelische Phase: Konsumenten erleben eine Mischung aus synästhetischen Empfindungen und „sehen“ zum Teil sogar Geräusche.
- Dämpfende Phase des ZNS: In dieser Phase liegt das Risiko für die Augen auf Ebene der Netzhaut, ausgelöst durch den Bluthochdruck, den die Droge verursachen kann.
Es ist wichtig, die Risiken dieser Substanzen zu kennen und zu wissen, wie sie dein Sehvermögen kurz- und langfristig beeinflussen können.
Wie wirken Alkohol und andere Drogen auf die Augen?
Alkohol ist eine der weltweit meistkonsumierten Drogen und in vielen Bereichen des Alltags geregelt. In Spanien zum Beispiel liegt die Promillegrenze am Steuer bei 0,5 g/l Blut. Wer darüber liegt, spürt deutliche Folgen im Körper – und ganz besonders beim Sehen.
Welche Sehprobleme verursacht Alkohol?
Auch Alkohol macht da keine Ausnahme: Schon bei relativ niedrigem Blutalkohol kann er eine ganze Reihe von Sehproblemen auslösen:
- Schlechtere Nachtsicht: Die sogenannte Nachtblindheit (Nyktalopie) erschwert das Sehen bei wenig Licht.
- Langsamere Reflexe: Das Gehirn verarbeitet Informationen nicht mehr so schnell, die Reaktionszeit steigt.
- Eingeschränktes Gesichtsfeld: Das periphere Sehen leidet, Gegenstände oder Menschen am Rand nimmst du schlechter wahr.
- Träge Pupillen: Die Pupillen brauchen länger, um sich an wechselnde Helligkeit anzupassen.
- Probleme beim Farbensehen: Bestimmte Farben lassen sich schwerer unterscheiden.
- Verschwommenes Sehen bei Weitsichtigkeit: Die Linse stellt nicht mehr richtig scharf, die Sicht verschwimmt.
- Schlechterer Tränenfilm: Forschende der Universität Granada in Spanien haben herausgefunden, dass übermäßiger Alkoholkonsum die Qualität des Tränenfilms verschlechtert.
- Verlust wichtiger Vitamine: Alkohol entzieht dem Körper Vitamine wie B1, B6, Riboflavin und Nikotinsäure, was zu einem fortschreitenden Sehverlust führen kann.
Wernicke-Syndrom
Wer täglich große Mengen Alkohol trinkt, kann ein Wernicke-Syndrom (Wernicke-Enzephalopathie) entwickeln. Die wichtigsten Symptome:
- Schäden an den Nerven, die die Augen bewegen, mit unwillkürlichen Augenbewegungen (Nystagmus).
- Herabhängendes Oberlid (Ptosis).
Wie wirkt Rauchen auf die Augen?
Nikotin ist der wichtigste Suchtstoff im Tabak, und es schadet nicht nur der Lunge, sondern auch den Augen.
Welche Sehprobleme verursacht Tabak?
- Schlechteres Kontrastsehen: Details zwischen ähnlichen Reizen lassen sich schwerer unterscheiden.
- Schäden am Sehnerv: Nikotin und Alkohol zusammen können die Fasern des Sehnervs schädigen und das Farbensehen beeinträchtigen.
- Makuladegeneration: Im Extremfall kann die Makula geschädigt werden, die Stelle der Netzhaut für das schärfste Sehen – bis hin zur unumkehrbaren Erblindung.
- Grauer Star: Rauchen beschleunigt die Entstehung von Grauem Star (Katarakt).
- Schäden an Tränenfilm und Hornhaut: Tabakrauch verschlechtert den Tränenfilm und kann die Hornhaut schädigen.
Können Medikamente das Sehen beeinträchtigen?
Manche Medikamente gelten zwar nicht als Drogen im klassischen Sinn, können aber deutliche Nebenwirkungen auf das Sehen haben.
Welche Sehprobleme verursachen Medikamente?
- Antihistaminika: Trockene Augen, verschwommenes Sehen und vermehrter Tränenfluss.
- Antibiotika: Veränderte Farbwahrnehmung, brennende Augen, höhere Lichtempfindlichkeit.
- Antibabypille: Trockene Augen.
- Antiarrhythmika: Ringe bzw. Lichthöfe um Gegenstände oder Lichtquellen.
- Kortison (Kortikosteroide): Erhöhter Augeninnendruck (Glaukom) und Grauer Star.

Wie wirkt Kokain auf die Augen?
Kokain ist eine hochgefährliche Droge, die schnell aufs zentrale Nervensystem wirkt und schwere Folgen für das Sehen haben kann.
Welche Sehprobleme verursacht Kokain?
- Erhöhter Blutdruck: Blutgefäße im Auge können platzen – mit Blutungen bis hin zum völligen Sehverlust.
- Entzündete Tränenwege: Gesnieftes Kokain kann Schwellungen im Tränensack verursachen, die wehtun.
- Netzhautablösung: Kann die Sehschärfe deutlich verschlechtern.
Zu verstehen, wie diese Substanzen auf die Augen wirken, ist entscheidend für informierte Entscheidungen über den eigenen Konsum. Vorbeugung und Maßhalten sind der Schlüssel zu gesunden Augen.
DER CLUB
Werde Teil der Community
Grower mit Namen und Gesicht, rückverfolgbare Chargen, eine echte Community. Kein Gerede, keine leeren Versprechen.
Dem Club beitretenWEITERLESEN
KONSUMTerpene im Bier: Was Bier und Cannabis gemeinsam haben
Craft-Brauereien geben Bier Cannabis-Terpene zu. Wie sie dosieren, wann die Terpene in den Sud kommen und was Myrcen, Limonen und Pinen am Geschmack ändern.
KONSUMWie schädlich ist Cannabisrauch? Gefäße, Lunge und Augen
Die Stanford-Studie zu THC und Arterien, was der Rauch in der Lunge anrichtet und warum dein Sehen im Rausch schlechter ist, als du denkst.