
Zero Waste im Grow: So nutzt du die ganze Cannabispflanze
Trim, kleine Buds, Blätter und Stängel: was du nach der Ernte daraus machen kannst, von Extrakten und Edibles bis Kompost und Hanfpapier.
Von deiner Cannabispflanze kannst du praktisch alles nutzen: Trim und kleine Buds werden zu Extrakten, Edibles, Tinkturen oder Cremes, Blätter und Äste wandern in den Kompost, und aus den Stängeln lässt sich sogar Papier schöpfen. Nach Monaten voller Planung, Wasser und Strom willst du natürlich möglichst viele und möglichst gute Blüten ernten. Aber egal, wie du anbaust: Am Ende bleiben immer Reste übrig. Und die sind zu schade für die Tonne.
Wer selbst growt, kennt das: Mit jeder Ernte sammeln sich jede Menge Reste an. Kleine Buds, die übrig bleiben oder abfallen, harzige Zuckerblätter vom Trimmen, Krümel vom Boden deiner Vorratsgläser oder Buds, die dir einfach nicht geschmeckt haben.
Deshalb zeigen wir dir heute, was du mit diesen Resten anstellen kannst, damit von deiner Pflanze nichts verloren geht.
Was tun mit den Resten deiner Cannabispflanze?
Erntereste sinnvoll zu verwerten, klingt erst mal unmöglich. Tatsächlich gibt es aber jede Menge Möglichkeiten, aus den übrigen Buds, Stängeln, Blüten und allem anderen noch was Gutes rauszuholen.
Extrakte aus Trim und kleinen Buds
Du hast harzigen Trim und kleine Buds übrig und weißt nicht, wohin damit, oder willst sie schon wegwerfen? Mach lieber einen Extrakt daraus und hab noch länger was von deiner Ernte.
Es gibt unzählige Methoden, um die Wirkstoffe von Cannabis zu konzentrieren. Welche passt, hängt von deinem Material ab, von Qualität und Menge, die du rausholen willst, vom Geld, das du investieren willst, und so weiter. Mit diesen Faktoren im Kopf entscheidest du dich dann für eine Methode.

Welche Extrakte kannst du aus Ernteresten machen?
Grob lassen sich Extraktionen in zwei Gruppen teilen: ohne Lösungsmittel und mit Lösungsmittel.
Extraktion ohne Lösungsmittel
Hier wird das Harz nicht mit einer Substanz herausgelöst, sondern rein mechanisch abgetrennt. Dafür gibt es verschiedene Techniken:
Trockenextraktion (Dry Sift): Die klassische Methode, bei der die Trichome ohne jedes Lösungsmittel vom Pflanzenmaterial getrennt werden, nur durch mechanische Bewegung. Du brauchst Cannabis, ein Sieb und Bewegung, damit sich die Trichome lösen.
Extraktion mit Wasser: Hier arbeitest du mit Wasser und Eis. Die Methode ist weniger bekannt und weniger traditionell als die Trockenextraktion. Durch die Kälte werden die Trichome spröde, brechen ab und werden durch Rühren von Blättern und Buds getrennt.
Extraktion mit Lösungsmittel
Bei diesen Methoden wird der Inhalt der Trichome mit Hilfe von Lösungsmitteln herausgelöst.
Kochen mit Cannabis
Für Edibles kannst du Blüten, kleine Buds und andere Reste verwenden. Schnell wird klar: Essen ist eine der schonendsten Arten, Cannabis zu konsumieren, gleichzeitig aber auch eine der stärksten.
Bei allem, was du aus Cannabis isst, dauert es länger, bis die Wirkung einsetzt (etwa 30 bis 60 Minuten). Wenn sie aber kommt, dann richtig, oft sogar stärker als beim Rauchen oder Verdampfen.
Damit deine Edibles diese typische, ordentlich kickende Wirkung haben, solltest du das Cannabis oder den Extrakt vorher decarboxylieren, also erhitzen, damit aus THCA das wirksame THC wird. Beim Rauchen oder Verdampfen passiert die Decarboxylierung automatisch durch die Hitze.
Für Edibles eignen sich Trim und kleine Buds perfekt.
Tinkturen und Kosmetik selber machen
Neben den klassischen Extrakten kannst du aus deiner Ernte auch Tinkturen und Cannabis-Kosmetik herstellen.
Möglich sind Mazerate (Tinkturen oder Seren) aus Blüten und/oder Extrakten, außerdem Öle auf Basis von Oliven- oder Kokosöl bis hin zu allen möglichen Cremes, die viele bei Gelenkschmerzen und chronischen Schmerzen nutzen.
Cannabisblätter auf den Kompost
Wenn du mit Kochen nicht so viel am Hut hast, kannst du die Blätter auch auf deinen Kompost werfen und ihre Nährstoffe für den nächsten Grow nutzen. So weißt du endlich, wohin mit den Blättern, brauchst weniger chemischen Dünger und kannst Blätter, Blütenreste, Äste und alles andere verwerten. Statt Müll entsteht so neues Leben.
Mit eigenem Kompost merkst du außerdem schnell: Einfacher kommst du nicht zu einem Bio-Grow. Das Schöne daran ist, zu sehen, wie die Natur dir daraus beste Erde für dein nächstes Cannabis macht.

Papier aus Cannabisstängeln
Es ist zwar etwas aufwendig und nicht ganz ohne, aber aus Ästen und Stängeln kannst du Papier machen und so ein kleines bisschen dazu beitragen, dass weniger Bäume gefällt werden. Alles, was du brauchst: ein Fliegengitter, das du auf einen Holzrahmen tackerst, als flache Fläche zum Abschöpfen des Stängelbreis, und einen Mixer.
Das sind nur einige der vielen Möglichkeiten, die dir die Cannabispflanze bietet. Wie du siehst, ist sie unglaublich vielseitig: Du kannst sie komplett nutzen, ohne etwas zu verschwenden, sogar das, was nach Abfall aussieht. Wo findest du sonst so eine Pflanze? Eben. Also nutz, was sie dir gibt, und probier ruhig alle Möglichkeiten aus.
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