Gelbe Blätter an der Cannabispflanze: Ursachen und was du jetzt tun kannst
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Gelbe Blätter an der Cannabispflanze: Ursachen und was du jetzt tun kannst

Von Stickstoffmangel bis Lichtverbrennung: So findest du heraus, warum dein Cannabis vergilbt, und bringst es wieder ins Grüne.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Wenn die Blätter deiner Cannabispflanze gelb werden, steckt fast immer Stress dahinter: falsches Gießen, Nährstoffmangel (meist Stickstoff), ein schiefer pH-Wert, zu viel Hitze oder Licht oder Schädlinge. Nur gegen Ende der Blüte ist etwas Vergilben normal – in jeder anderen Phase solltest du schnell reagieren. Um zu verstehen, warum das passiert, lohnt sich ein Blick ins Innere eines ganz normalen Blattes.

Blätter bestehen aus Pflanzenzellen. In diesen Zellen sitzen kleine Organellen, die Chloroplasten. Sie enthalten Farbpigmente, die verschiedene Wellenlängen des Lichts aufnehmen. Der Großteil davon ist grünes Chlorophyll, aber es mischen noch andere Pigmente mit. Die wichtigsten sind gelbe und orange Carotinoide, die sich unter dem dominanten Chlorophyll verstecken.

Chlorophyll fängt Sonnenlicht ein und macht daraus über die Photosynthese Energie. Solange die Pflanze alles hat, was sie braucht, läuft das bestens. Aber sobald sie unter Stress gerät, wird das Chlorophyll abgebaut – und die gelben Carotinoide darunter kommen zum Vorschein.

Carotinoide können Licht nicht selbst in Energie umwandeln, sie reichen es nur ans Chlorophyll weiter. Heißt: Ein paar gelbe Blätter stoppen die Photosynthese noch nicht, aber starkes oder unbehandeltes Vergilben kann das Wachstum ausbremsen oder die Pflanze sogar umbringen.

Warum werden Cannabisblätter gelb?

In der Blütephase gelten gelbe Blätter als natürlicher Prozess. Zum einen altert die Pflanze (Seneszenz), zum anderen sind die Nährstoffe im Boden langsam aufgebraucht – vor allem Stickstoff, der für das Chlorophyll und damit für die grüne Farbe zuständig ist.

Ist gegen Ende der Blüte nur noch wenig Stickstoff im Spiel, berichten viele Grower von einem saubereren, klareren Geschmack und sogar von mehr Potenz – Letzteres ist allerdings nicht belegt.

Gelbe Blätter in der Blüte sind also oft kein Drama, in jeder anderen Phase aber schon. Deshalb ist die erste Frage immer: In welchem Stadium steckt deine Pflanze gerade?

Gelbe Blätter in der Wachstumsphase

In der vegetativen Phase vergilben Cannabisblätter meistens, weil der Stickstoff im Substrat aufgebraucht ist. Dann greift die Pflanze auf ihre „Reserven“ zurück und verlagert den Stickstoff aus den alten Blättern in die neuen. Das Vergilben beginnt deshalb unten und wandert nach oben, in schweren Fällen bis in die frischen Triebe.

Auch pH-Probleme und eine gestörte Nährstoffaufnahme können dieses Bild auslösen. Cannabis ist bei Nährstoffen ziemlich anspruchsvoll, und ein leerer Topf ist ein Klassiker. Ein paar Tipps:

  • Jetzt ist oft ein Umtopfen fällig, vor allem in den ersten Lebensmonaten. Ein typischer Anfängerfehler, den Grower weltweit machen: mit dem ersten Umtopfen warten, bis die unteren Blätter gelb werden.
  • Die einfachste Lösung: in einen größeren Topf umziehen, mit Substrat, das reich an Kompost oder Wurmhumus ist, oder mit Zusätzen wie Blutmehl – etwa ein Teelöffel pro fünf Liter Substrat. Das Schöne daran: Du kannst das mit Bakterien und Präparaten kombinieren, die die Nährstoffaufnahme verbessern.
  • Auf der mineralischen Seite gibt es jede Menge Dünger mit unterschiedlichem Stickstoffgehalt, die sich leicht dosieren lassen. Je nach Alter der Pflanze, Bodenart und Anbauplan findest du die passende Konzentration.

Nach ein paar Tagen siehst du, dass die neuen Triebe dunkler werden und das Vergilben aufhört. Ein gutes Zeichen: Die Pflanze bekommt wieder Nährstoffe und bildet gesundes neues Grün.

Was tun bei gelben Blättern?

Bei gelben Cannabisblättern misst du als Erstes den pH-Wert deines Mediums (Erde, Wasser usw.). Denn ein falscher pH-Wert, egal ob zu hoch oder zu niedrig, kann die Nährstoffaufnahme blockieren.

Gießfehler

Hast du den pH-Wert gemessen und angepasst, nimm dir deinen Gießplan vor. Die häufigste Ursache für gelbe Blätter ist zu viel oder zu wenig Wasser. Überwässerte Pflanzen haben aufgedunsene, hängende Blätter, unterversorgte wirken dünn und brüchig. Schlechter Abfluss fördert Staunässe, also immer Töpfe mit Abzugslöchern nehmen.

Nährstoffmangel

Mangel ist der häufigste Grund für vergilbende Blätter. Diese Elemente lösen eine Chlorose (Blattvergilbung) aus, wenn die Pflanze nicht richtig an sie rankommt:

Stickstoff

Stickstoffmangel gehört zu den häufigsten Ursachen. Du erwischst ihn rechtzeitig, wenn die Blätter erst blassgrün werden, bevor sie an den Rändern vergilben. Das fängt meist unten an und arbeitet sich langsam nach oben.

Lässt du es laufen, verfärbt sich der Stängel rötlich oder lila, und die Blätter rollen sich ein und sterben ab.

Das Problem tritt meist in der Wachstumsphase auf. Prüf, ob dein Substrat taugt und ob du die richtigen Dünger verwendest. Es kann auch sein, dass du überdüngt hast und die Pflanze deshalb nicht mehr aufnehmen kann, was sie braucht.

Kalium

Kalium ist ein Schlüsselmineral fürs Wachstum: Es ist an der Photosynthese beteiligt und steuert die Spaltöffnungen (Stomata). Fehlt es, siehst du gelbe Blätter und zusätzlich braune Flecken, die sich nach und nach ausbreiten.

Calcium und Magnesium

Werden die Blätter erst am Ende der Blüte gelb, musst du dir – wie gesagt – keinen Kopf machen. Dann steckt die Pflanze ihre ganze Kraft in die Buds, und der Rest bekommt weniger ab.

Passiert das aber schon zu Beginn der Blüte, fehlt sehr wahrscheinlich Calcium oder Magnesium.

Gelbe Blätter können auch auf einen Mangel an anderen Sekundär- und Mikronährstoffen wie Zink, Eisen, Mangan oder Schwefel hindeuten.

Gegen vergilbte Blätter gibt es viele Produkte, am häufigsten empfohlen wird aber ein CalMag-Zusatz.

Lichtverbrennung

Vergilben die Blätter oben an der Pflanze, also nah an der Lampe, leidet sie wahrscheinlich unter Lichtverbrennung und nicht unter Nährstoffmangel. Licht- und Hitzestress bei Cannabis kann in einem klimatisierten Raum genauso passieren wie in einer heißen Umgebung – wenn die Blätter zu nah an die Lampen kommen. Am besten behebst du das, indem du mehr Abstand zwischen Pflanze und Licht bringst, je nach Wattzahl und Lampentyp meist 20 bis 50 Zentimeter.

Dazu gehört auch, alle Umweltfaktoren und Schädlinge im Blick zu behalten, indoor wie outdoor – dann bleiben deine Cannabispflanzen grün.

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