Kaffee und Cannabis: Was passiert, wenn du beides kombinierst?
KONSUM

Kaffee und Cannabis: Was passiert, wenn du beides kombinierst?

Koffein und THC wirken über verschiedene Systeme: was die Kombi mit Kopf, Puls und Gedächtnis macht und wie du Cannabis-Kaffee zubereitest.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Kaffee und Cannabis wirken über verschiedene Systeme im Körper, Koffein über die Adenosin-Rezeptoren, THC und CBD über das Endocannabinoid-System. Deshalb verstärken sie sich nicht einfach gegenseitig: Gras nimmt dem Koffein oft die Spitze, Koffein kann die Benommenheit vom THC etwas abfedern. Harmlos ist die Kombi trotzdem nicht, denn beide treiben den Puls hoch, und zu viel von beidem kann nervös oder paranoid machen. Wenn du eine neue Art suchst, in den Tag zu starten, bist du hier richtig.

Manche Kombis sind einfach gesetzt, und Kaffee mit Gras gehört dazu. Für viele ist das eine ohne das andere schlicht keine Option. Nicht umsonst heißen in Amsterdam so viele Läden, in denen es Gras gibt, Coffeeshops.

Tasse Kaffee neben Cannabisblüten

Kaffee und Gras kombinieren: Was passiert wirklich?

Wenn du Kaffee und Gras kombinierst, treffen zwei ziemlich unterschiedliche Wirkungen aufeinander. Koffein ist als Wachmacher bekannt, Cannabis nimmt dem oft die Spitze und sorgt eher für Entspannung.

Viele fürchten, die Mischung könnte sie total überdrehen lassen. Weil beide Substanzen aber über ganz unterschiedliche Mechanismen wirken, verstärkt die eine die andere nicht automatisch, harmlos ist die Kombi trotzdem nicht.

Zu viel von beidem kann nämlich nervös machen, Paranoia auslösen oder den Puls hochjagen. Deshalb gilt: Finde deine eigene Balance, fang mit kleinen Mengen an und schau, wie dein Körper reagiert.

Gib deinem Körper Zeit, sich daran zu gewöhnen, bevor du bei einer der beiden Substanzen nachlegst. So ersparst du dir unangenehme Überraschungen.

Kaffee und Cannabis: Vorteile und Risiken der Kombi

Mögliche Vorteile

Die Forschung zu den möglichen Vorteilen von Koffein plus Cannabis steckt noch in den Kinderschuhen. Es gibt aber Hinweise, dass das Zusammenspiel spürbare Effekte haben könnte, weil beide auf Adenosin und das Endocannabinoid-System einwirken.

  • Klarerer Kopf: Möglicherweise kann Koffein die kognitiven Einbußen durch THC teilweise ausgleichen. Das könnte die Konzentration verbessern, ohne die übrigen Effekte von Cannabis aufzuheben.
  • CBD als Regler: Wie viel CBD in einem Cannabisprodukt steckt, kann mitbestimmen, ob eine Sorte eher dämpft oder anregt. Cannabis könnte die anregende Wirkung von Koffein also je nach CBD-Gehalt verstärken oder abschwächen.
  • Weniger Konsum: Eine Tierstudie deutet darauf hin, dass Koffein den Drang zum Cannabiskonsum senken kann: Affen, die Zugang zu Koffein hatten, verabreichten sich seltener THC.
  • Mehr Dopamin: Studien zufolge können sowohl Koffein als auch Cannabis den Dopaminspiegel im Gehirn erhöhen, wenn auch über unterschiedliche Wege. Zusammen könnte das für ein stärkeres Hochgefühl sorgen.
  • Weniger Zittern: Tierversuche deuten darauf hin, dass CBD koffeinbedingtes Zittern mildern kann. Mäuse, die CBD bekamen, reagierten nach großen Mengen Koffein mit weniger Bewegungsunruhe und bewegten sich langsamer.

Das klingt vielversprechend, es braucht aber noch mehr Forschung, um zu verstehen, was Kaffee und Cannabis zusammen im menschlichen Körper machen. Konsumier in Maßen und sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt, bevor du deinen Konsum stark veränderst.

Welche Risiken hat es, zu kiffen und Kaffee zu trinken?

Eine frühere Studie zeigte: THC kann das Gedächtnis verschlechtern, Koffein das Kurzzeitgedächtnis verbessern, aber die Kombination aus beiden in niedriger Dosis verschlechterte das Gedächtnis ähnlich stark wie eine hohe THC-Dosis.

Außerdem erhöhen sowohl Koffein als auch Cannabis die Herzfrequenz. Für Menschen mit Herzerkrankungen oder Herzrhythmusstörungen kann das ein Risiko sein.

Behalte diese Risiken im Kopf, wenn du beides kombinierst, und sprich mit medizinischem Fachpersonal, wenn du dir Sorgen um dein Herz machst.

So kombinierst du Kaffee mit Cannabis

Es gibt einige Wege, Kaffee und Cannabis zusammen zu genießen. Ob als Energiekick am Morgen oder zum Runterkommen am Nachmittag, hier ein paar Ideen zum Ausprobieren.

Wake and Bake

Manche starten den Tag am liebsten mit einem kleinen High. Mach dir eine Tasse Kaffee und dazu deine Lieblingssorte. Für die beste Erfahrung wählst du Sorten, die zusammenpassen, und bleibst moderat: Zug um Zug und Schluck um Schluck, bis du entspannt im Sweet Spot ankommst.

Junge Cannabispflanze am 20. Tag

Cannabis-Kaffee mit der Kaffeemühle zubereiten

Eine kreative Variante: Mahl etwas decarboxyliertes Gras zusammen mit den Kaffeebohnen. Das gibt ein aromatisches Getränk mit intensivem, eigenem Geschmack, in dem sich Kaffeenoten und Cannabis-Aromen mischen. Da THC fettlöslich ist, landet ohne Milch oder anderes Fett allerdings nur wenig davon in der Tasse. Probier verschiedene Sorten aus, um das Geschmacksprofil zu variieren.

Mach dir deinen eigenen Cannabis-Kaffee

Kräftiger wird es mit Cannabutter oder Cannabis-Kokosöl. Gib einfach morgens einen Löffel Cannabutter in deinen Kaffee und rühr gut um, bis sie sich im heißen Getränk verteilt hat. Du kannst mit diesen Zutaten auch eigene Teebeutel füllen und dir ein wohltuendes Heißgetränk mit Cannabis-Note machen. Denk dran, dass Edibles länger brauchen, bis sie wirken: Fang klein an und warte ab.

CBD und Kaffee

Wenn du es sanfter magst, kombinier deinen Kaffee mit einer CBD-reichen Sorte. Ob mit CBD-reicher Cannabutter oder ein paar Tropfen CBD-Öl, so baust du Cannabidiol ganz flexibel in deine Morgenroutine ein.

CBD wirkt nicht psychoaktiv, diese Variante ist also ideal, wenn du die Vorteile von Cannabis willst, ohne high zu werden.

Probier diese Ideen aus und finde heraus, wie Koffein und Cannabis deinen Kaffee und dein Gras-Erlebnis bereichern können.