Katze hat Gras gefressen: Symptome, Gefahr und was du tun musst
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Katze hat Gras gefressen: Symptome, Gefahr und was du tun musst

Wie THC auf Katzen wirkt, woran du eine Vergiftung erkennst und wie du deine Pflanzen und Vorräte tiersicher machst.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Cannabis wirkt bei Katzen stärker als bei Menschen, weil ihr Gehirn vermutlich mehr CB1-Rezeptoren besitzt – genau die Andockstellen, an die THC bindet. Die Folgen können Lethargie, erweiterte Pupillen, Inkontinenz und in schweren Fällen Krampfanfälle sein, tödlich ist eine Vergiftung aber nur selten.

Eigene Pflanzen zu Hause zu haben ist praktisch: Du lernst, wie man Cannabis anbaut, erntest deine eigenen Buds und drehst dir deine Joints genau so, wie du sie magst. Für manche Tiere können die Pflanzen in Reichweite aber gefährlich werden.

Unsere Haustiere sind neugierig: Entdecken sie eine Cannabispflanze, knabbern sie vielleicht daran, fressen ein Stück davon und so weiter.

Sind Cannabispflanzen giftig für Katzen und Hunde?

Marihuana ist eine Mischung aus getrockneten Blättern und Blüten der Cannabispflanze und enthält Cannabinoide. Das bekannteste davon heißt Tetrahydrocannabinol (THC). THC ist eine „psychoaktive Substanz“, verändert also die Abläufe im zentralen Nervensystem und sorgt beim Menschen für das typische High. Aber was passiert bei Tieren?

In größeren Mengen ist Cannabis für Hunde und Katzen giftig. Noch schlimmer wird es, wenn das Gras besonders viel THC enthält.

Warum genau ist THC so schlecht für Hunde und Katzen?

Die Antwort liegt in der Funktionsweise des Tiergehirns.

Man geht davon aus, dass das Gehirn unserer Haustiere (vor allem das von Hunden) mehr Cannabinoid-Rezeptoren vom Typ CB1 besitzt, die an die THC-Moleküle binden. Genau diese Bindung erzeugt die psychoaktive Wirkung. Mehr Rezeptoren bedeuten ein intensiveres High – dein Welpe oder Kätzchen ist also mit viel weniger Gras deutlich breiter als ein Mensch.

Dazu kommt: Wenn du Edibles im Haus hast, reagieren Hunde und Katzen auf viele der typischen Zutaten sehr empfindlich. Am bekanntesten und vor allem für Hunde giftig sind Schokolade und der Süßstoff Xylit, die oft in Edibles stecken. Erwischt dein Hund oder deine Katze deine Space Cookies, erzähl der Tierärztin oder dem Tierarzt unbedingt die ganze Geschichte, damit das Tier richtig behandelt werden kann.

Katze neben einer Cannabispflanze

Warum ist Cannabis schlecht für Katzen?

Katzen kommen mit Cannabis in Kontakt, wenn sie Joints, Stummel oder getrocknete Blätter fressen. Eingeatmet oder geschluckt gelangt THC in den Körper und wirkt im Gehirn auf die Signalwege von Botenstoffen wie Noradrenalin, Serotonin und Acetylcholin. Dadurch gerät die normale Arbeit der Neurotransmitter durcheinander.

Die Wirkung von Cannabis bei Katzen zeigt sich so:

  • Niedergeschlagenheit
  • Lethargie
  • Schlappheit
  • Verlust von Koordination oder Gleichgewicht (Stolpern)
  • Harninkontinenz
  • Niedriger Puls
  • Niedriger Blutdruck
  • Verlangsamte Atmung
  • Erweiterte Pupillen und glasige Augen
  • Lautäußerungen wie Jammern oder Wimmern
  • Unruhe
  • Sabbern
  • Erbrechen
  • Krampfanfälle
  • Koma
  • Übererregbarkeit bei Geräuschen oder schnellen Bewegungen (manche Katzen scheinen zu halluzinieren)

Deshalb gilt: Katzen und Cannabis hält man besser strikt getrennt.

Die ersten Anzeichen können zwischen 5 Minuten und 12 Stunden nach dem Kontakt mit Cannabis auftreten. Je nach aufgenommener Menge halten sie 30 Minuten bis zu mehreren Tagen an.

Wenn deine Katze Vergiftungssymptome zeigt oder du glaubst, dass sie in irgendeiner Form Cannabis erwischt hat, ruf sofort deine Tierarztpraxis an.

Katze und Cannabis

Wirkt jedes Cannabis gleich stark auf Katzen?

THC ist fettlöslich und lagert sich leicht im Fettgewebe und in Organen wie Leber, Gehirn und Nieren ein. Die Leber baut das THC ab, ein Großteil wird über Kot und Urin ausgeschieden.

Die gute Nachricht: Kontakt mit Cannabis oder das Fressen davon ist für Katzen selten tödlich, und Langzeitfolgen sind ungewöhnlich. Die Giftigkeit von Cannabis für Katzen ist gering und Todesfälle sind sehr selten – harmlos ist es deshalb aber nicht: Ruf bei jeder Aufnahme die Tierarztpraxis an. Die schwersten Fälle bei Katzen gehen auf hochkonzentrierte THC-Produkte zurück, wie sie für medizinische Zwecke hergestellt werden.

Ein Gegenmittel gegen Cannabis gibt es nicht. Die Behandlung besteht meist darin, die Substanz aus dem Körper zu bekommen, die Begleitsymptome zu behandeln und das Tier zu stabilisieren, bis das THC abgebaut ist. Die Erholung kann länger als 24 Stunden dauern.

Katze high: So wird THC aus dem Körper geholt

Ist die Cannabis-Vergiftung bei deiner Katze leicht, biete ihr Wasser an und bring sie an einen dunklen, ruhigen Ort. Behalte ihre Körpertemperatur im Blick, vermeide laute Geräusche und schau regelmäßig nach ihr.

Wichtig zu wissen: Nicht jedes Tier reagiert gleich. Wie stark die Wirkung ausfällt, hängt von der individuellen Empfindlichkeit ab. Zeigt das Tier neurologische Anzeichen wie Ataxie (Bewegungsstörungen), Schlappheit oder Übererregung und Lautäußerungen, wirkt das Aufgenommene bereits. Dann kann die Tierarztpraxis zum Beispiel Folgendes tun:

  • Je nach Zustand symptomatisch behandeln, etwa mit einer Infusion, um die Wirkung der Cannabinoide zu „verdünnen“.
  • In Einzelfällen mit starker Erregung das Tier sedieren, was allerdings auch nach hinten losgehen kann.
  • Aktivkohle geben, die das Cannabis im Verdauungstrakt bindet.
  • In extremen Fällen Medikamente gegen Erbrechen oder Krampfanfälle verabreichen.

So schützt du deine Katze vor einer Cannabis-Vergiftung

Ein paar Tipps, damit dein Haustier gar nicht erst in die Bredouille kommt:

  • Growbox abschließen oder die Räume mit den Pflanzen zumachen.
  • Outdoor-Pflanzen einzäunen. Das hält nicht nur dein Tier von den Pflanzen fern, sondern verhindert auch, dass es dir den Grow ruiniert.
  • Blüten, Extrakte und Edibles sicher und außer Reichweite deiner Tiere aufbewahren.
  • Joint-Stummel, Bud-Reste, Stängel und Schnittreste vom Trimmen außer Reichweite der Tiere halten.
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