Kreislauf vom Kiffen: Warum er kommt, woran du ihn erkennst und wie du vorbeugst
KONSUM

Kreislauf vom Kiffen: Warum er kommt, woran du ihn erkennst und wie du vorbeugst

Was bei einem Kreislauf an den CB1-Rezeptoren passiert, an welchen Symptomen du ihn erkennst und wie du ihm vorbeugst – plus Erste Hilfe, wenn es dich doch erwischt.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Einen Kreislauf vom Kiffen bekommst du, wenn mehr THC an die CB1-Rezeptoren in deinem Gehirn gelangt, als du verkraftest: Übelkeit, Schwindel, Schweiß, Paranoia, Angst und Herzrasen sind die Folge. Damit er vorbeigeht, trink Wasser, probier beruhigende Terpene wie das Limonen in Zitronen oder das Beta-Caryophyllen in schwarzem Pfeffer, geh kalt duschen, such dir einen ruhigeren Ort und sprich mit jemandem, dem du vertraust. Fühlt sich mies an, geht aber vorbei.

Der Kreislauf – in Argentinien „la pálida“, im Englischen „whitey“ oder „greening out“ – ist eine unangenehme Erfahrung, die manche Cannabis-Konsumierende machen, wenn sie zu viel erwischen oder Gras rauchen, das stärker ist als gewohnt. Typisch sind Schwindel, Schweißausbrüche, Übelkeit und sogar Angst – und aus einem guten Abend wird schnell ein schlechter.

Die gute Nachricht: Es gibt einige Wege, die Beschwerden zu lindern, den Kreislauf schnell wieder in den Griff zu kriegen und zur Ruhe zurückzufinden.

Junge Cannabispflanzen im Grow

Was ist ein Kreislauf vom Kiffen und was macht er mit deinem Körper?

„Kreislauf“ nennt man in der Szene das Elend, das dich nach zu viel Gras überrollen kann. Viele regelmäßige Kiffer kennen das, aber für Leute, die gerade erst mit Cannabis anfangen, kann es richtig überwältigend sein.

Was passiert im Körper bei einem Kreislauf?

Das Endocannabinoid-System deines Körpers besteht unter anderem aus CB1- und CB2-Rezeptoren. Sie verarbeiten sowohl die Cannabinoide, die dein Körper selbst bildet, als auch die, die du von außen zuführst, etwa THC. CB1-Rezeptoren sitzen vor allem im zentralen Nervensystem, CB2-Rezeptoren sind im ganzen Körper verteilt.

THC, der wichtigste psychoaktive Wirkstoff im Gras, dockt an diese Rezeptoren an, vor allem an die CB1-Rezeptoren in Gehirn und Rückenmark. Bei einem Kreislauf bekommen die CB1-Rezeptoren mehr THC ab, als du verträgst. Das löst psychische und körperliche Effekte aus, die unangenehm sind – und für Menschen mit Herzproblemen sogar gefährlich werden können.

Symptome: So erkennst du einen Kreislauf

Ein Kreislauf lässt sich an einer Reihe körperlicher und psychischer Symptome gut erkennen. Das sind die häufigsten:

1. Übelkeit

Cannabis ist eigentlich dafür bekannt, Übelkeit zu lindern – bei einem Kreislauf kann es genau andersrum laufen. Wenn dir flau oder schlecht im Magen wird, hast du klar mehr THC erwischt, als dein Körper verarbeiten kann.

2. Schwindel

Ein bisschen Schwindel ist normal, wenn du high bist. Wenn es aber nicht mehr auszuhalten ist und sich alles dreht, obwohl du sitzt oder liegst, hast du deine Toleranz überschritten.

3. Paranoia

Paranoia ist ein weiteres typisches Symptom. Cannabis kann dich auch an normalen Tagen etwas unruhig machen, aber bei einem Kreislauf drehen diese Gedanken richtig hoch – du wirst extrem ängstlich oder fürchtest dich ohne echten Grund.

4. Angst

Viele nutzen Cannabis, um Ängste zu dämpfen. In hohen Dosen kann THC aber das Gegenteil bewirken und heftige Angstattacken auslösen.

5. Herzrasen

Ein schnellerer Puls ist eine häufige THC-Wirkung. Bei zu viel davon kann das aber bedenklich werden, vor allem für Menschen mit Herzvorerkrankungen.

6. Müdigkeit

Auch starke Müdigkeit ist typisch. Viele Sorten entspannen, aber ein Kreislauf kann dich komplett plattmachen – viel schläfriger, als du es sonst kennst.

7. Trockener Mund

THC bremst die Speichelproduktion, daher der unangenehme trockene Mund. Dehydriert bist du dadurch nicht, aber Wasser trinken hilft gegen das Gefühl.

Wie du einem Kreislauf vorbeugst

Kenn deine Grenzen und behalte im Blick, wie stark dein Gras ist. Erwischt es dich doch, ist das Beste: ausruhen, genug trinken und an einem ruhigen Ort bleiben.

Vorsicht mit Edibles

Edibles sind beliebt, weil die Wirkung lange anhält, aber sie können dich reinreiten, wenn du unbemerkt zu viel nimmst. Beim Rauchen oder Verdampfen spürst du die Wirkung schnell und kannst nachsteuern, Edibles brauchen dagegen länger, bis sie einsetzen.

Deshalb gilt: niedrig anfangen und die nötige Zeit abwarten (30 bis 90 Minuten), bevor du überhaupt ans Nachlegen denkst. Wenn möglich, greif zu regulierten Cannabisprodukten, auf denen der THC-Gehalt klar angegeben ist.

Kenn dein Limit

Jeder Mensch verträgt Cannabis anders. Anfänger sollten besonders vorsichtig sein und mit Sorten unter 10 % THC starten. Nimm kleine Mengen und horch in dich rein, bevor du mehr nimmst.

Cannabispflanze am 48. Blütetag

Kiff in Gesellschaft

Wenn du vorhast, ordentlich reinzuhauen, mach das mit Freunden, denen du vertraust. Die sagen dir, wenn du übertreibst, und sind für dich da, falls Symptome wie Angst oder Paranoia anrollen.

Probier Gras mit weniger THC

Willst du einen Kreislauf vermeiden, bleib am besten weit weg von deiner Grenze. Fang mit kleinen Mengen an und steigere dich langsam – egal ob beim Rauchen oder bei Edibles.

Was tun, wenn dich der Kreislauf erwischt?

Auch wenn du aufpasst, kann es passieren, dass du mal zu viel THC im System hast. Hier ein paar Tipps, die die Wirkung abfedern und die Sache erträglicher machen.

Terpene zum Runterkommen

Terpene sind natürliche Aromastoffe in Pflanzen und können die negativen Effekte von THC möglicherweise abmildern. Beta-Caryophyllen aus schwarzem Pfeffer und Limonen aus Zitronen gelten als beruhigend. Kau ein paar Pfefferkörner oder trink ungesüßten Zitronensaft, um Angst und Paranoia zu dämpfen.

Trink Wasser

Wasser ist das A und O gegen den trockenen Mund vom Kiffen. Finger weg von Alkohol und Koffein – die können die Austrocknung verschlimmern und die Angst hochtreiben.

Nimm CBD

Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass CBD manche THC-Effekte abschwächen und ein zu starkes High abfedern kann. Wenn du CBD da hast, probier es gegen den Kreislauf aus. CBD-Öl oder Vape-Kartuschen sind gute Optionen.

Geh duschen

Eine kalte Dusche macht dich wacher und kann die fiesen Symptome lindern. Kaltes Wasser hilft auch, wenn dir zu heiß ist oder du dich unwohl fühlst.

Sprich mit jemandem

Bist du allein, wenn der Kreislauf kommt, melde dich bei jemandem, dem du vertraust. Mit einem anderen Menschen zu reden, kann die Angst senken und dir das Gefühl geben, nicht allein und sicher zu sein.

Wechsel die Umgebung

Wenn du dich unwohl fühlst, wechsel den Ort. Geh an die frische Luft oder in einen ruhigeren Raum. Eine neue Umgebung kann deinen Kopf entspannen und die THC-Wirkung abschwächen.

Bleib ruhig

Denk dran: Die Wirkung von THC ist vorübergehend und lässt mit der Zeit nach. Bleib positiv und halte dir vor Augen, dass alles, was du gerade erlebst, wieder vorbeigeht.