
Luftfeuchtigkeit beim Cannabis-Anbau: die richtigen Werte für jede Phase
Von 70 % beim Steckling bis 40 % kurz vor der Ernte: So misst und steuerst du die Luftfeuchte indoor und outdoor – und hältst Schimmel fern.
Die richtige Luftfeuchtigkeit für Cannabis sinkt mit jeder Phase: Sämlinge und Stecklinge mögen 60 bis 70 %, in der Wachstumsphase sind 50 bis 60 % ideal, in der Blüte 40 bis 50 % und in den letzten zwei Wochen um 40 %. Kontrollieren kannst du das mit Thermo-Hygrometer, Abluft, Ventilatoren und Luftbe- oder -entfeuchter. Denn jede Pflanze gibt über ihre Blätter ständig Wasserdampf ab – ohne Kontrolle wird es schnell zu feucht.
Hier geht es darum, wie Luftfeuchtigkeit und Temperatur deinen Cannabis-Grow beeinflussen: warum die richtigen Werte für eine gute Ernte so wichtig sind und wie sich die relative Luftfeuchtigkeit im Laufe des Pflanzenlebens auf die Entwicklung auswirkt.
So schaffst du ideale Bedingungen und holst das Maximum an Qualität und Ertrag aus deinen Pflanzen.

Welche Luftfeuchtigkeit braucht Cannabis in welcher Phase?
Sämlinge und Stecklinge:
In den ersten Wochen, bei Sämlingen und Stecklingen, braucht es eine hohe Luftfeuchtigkeit, damit sich ein kräftiges Wurzelsystem bildet. Empfohlen sind 60 bis 70 %. Aber Vorsicht: Über 80 % können Schimmel und Fäulnis begünstigen.
Wachstumsphase:
Hat die Pflanze ein robustes Wurzelsystem entwickelt, kannst du die Luftfeuchtigkeit in der vegetativen Phase etwas senken. Ideal sind 50 bis 60 %, bei 22 bis 28 °C tagsüber und 18 bis 22 °C nachts. Mit dieser Balance wächst die Pflanze gesund.
Blütephase:
In der Blüte musst du die Luftfeuchtigkeit anpassen, um Schimmel und Mehltau vorzubeugen. Zu Beginn sind 40 bis 50 % bei 20 bis 26 °C ideal. Gegen Ende der Blüte, vor allem in den letzten zwei Wochen, senkst du sie am besten weiter auf etwa 40 %, damit sich keine Feuchtigkeit in den Buds staut und sie beschädigt.
Behalte die Luftfeuchtigkeit in jeder Phase genau im Blick – das ist die Basis für gesundes Wachstum und eine gute Ernte!
Wie schadet falsche Luftfeuchtigkeit deinem Cannabis indoor und outdoor?
Klimatisierte Growräume:
Für optimale Bedingungen nutzen viele Growräume, Gewächshäuser und andere Indoor-Anlagen, in denen das Klima über den ganzen Zyklus stabil bleibt. So bekommt die Pflanze immer die Luftfeuchtigkeit, die sie für ihre Entwicklung braucht.
Grauschimmel (Botrytis cinerea):
Grauschimmel ist im Cannabis-Grow eine häufige Bedrohung. Der Pilz breitet sich in feuchter Umgebung schnell aus, befällt die Buds und ruiniert ihre Qualität. Bekommst du ihn nicht in den Griff, kann er den Ertrag deutlich schmälern und richtig ins Geld gehen.
Echter Mehltau:
Echter Mehltau ist eine weitere Pilzinfektion, die sich in feuchter Luft wohlfühlt. Er kann die Pflanze insgesamt schwächen und die Qualität der Buds beeinträchtigen. Gute Luftzirkulation und Entfeuchtung beugen ihm vor.
Nährstoffmängel:
Extreme Luftfeuchtigkeit, egal ob zu hoch oder zu niedrig, kann die Nährstoffaufnahme der Pflanze stören. Das führt zu Mangelerscheinungen wie gelben Blattspitzen und zu schwächerem Wachstum.
Gebremstes Wachstum:
Passt die Luftfeuchtigkeit nicht zu den Bedürfnissen der Pflanze, leiden Wachstum und Entwicklung. Die Folge: schlechtere Qualität und weniger Ertrag.
Die Luftfeuchtigkeit über den ganzen Zyklus sorgfältig zu kontrollieren, ist entscheidend für eine gesunde Ernte in hoher Qualität. Sorg für eine passende Entfeuchtung, um Probleme zu vermeiden und das Maximum aus deinem Grow zu holen.
So hältst du die Luftfeuchtigkeit indoor im Griff
Genau messen mit dem Thermo-Hygrometer:
Um das Klima im Grow optimal zu steuern, brauchst du Messgeräte für Luftfeuchtigkeit und Temperatur wie ein Thermo-Hygrometer. Mit diesem Basis-Tool hast du die Bedingungen in deiner Growbox ständig im Blick.
Richtig lüften:
Luftzirkulation ist das A und O, damit sich keine Feuchtigkeit staut. Installier einen Abluftventilator, der die verbrauchte Luft rausholt, und einen Luftentfeuchter, der die Luftfeuchtigkeit regelt. Gut platzierte Umluftventilatoren sorgen für einen konstanten Luftstrom und verhindern stehende Luft.

Luftfeuchtigkeit regulieren:
Luftentfeuchter und Luftbefeuchter sind die wichtigsten Werkzeuge, um die Luftfeuchtigkeit im optimalen Bereich zu halten. Der Entfeuchter zieht überschüssige Feuchtigkeit aus der Luft, der Befeuchter gibt welche dazu, wenn es zu trocken ist.
Automatische Bewässerung:
Damit die Feuchtigkeit im Substrat kontrolliert bleibt, kannst du auf automatische Bewässerung setzen, etwa Tropfbewässerung oder Mikro-Sprühsysteme. So bekommen deine Pflanzen gleichmäßig die richtige Menge Wasser, ohne dass das Substrat zu nass oder zu trocken wird.
Das Ergebnis:
Ist das Klima im Grow gut eingestellt, können deine Pflanzen ihre ganze Energie in gesundes, kräftiges Wachstum stecken. Das heißt: stabilere Struktur, starke Wurzeln und dichte Buds voller Trichome, bereit für die Ernte.
So hältst du die Luftfeuchtigkeit outdoor im Griff
Robuste Sorten wählen
In feuchtem Klima ist es entscheidend, Sorten zu wählen, die widerstandsfähig sind und mit schwierigen Bedingungen klarkommen. Sorten wie Durban Poison von Dutch Passion, bekannt für ihre Robustheit bei extremem Wetter, oder Jack Herer von Sensi Seeds, ebenfalls sehr widerstandsfähig, eignen sich gut für den Outdoor-Anbau in feuchten Regionen.
Feuchtigkeitsproblemen vorbeugen
Steigt die Luftfeuchtigkeit, drohen Schimmel und andere Probleme. Um vorzubeugen, solltest du den pH-Wert des Gießwassers anpassen und natürliche Fungizide wie Schachtelhalmbrühe einsetzen. Deck die Pflanzen bei Regen nicht mit Plastik ab – das kann zusätzliche Probleme verursachen.
Das Umfeld optimieren
Ein optimales Umfeld ist in jeder Lebensphase der Pflanze wichtig. Dazu gehört, Luftfeuchtigkeit, Licht, Wasser und Düngung im Griff zu haben. Stimmt die Balance, bekommst du dichte, kräftige Pflanzen mit kompakten Buds in hoher Qualität.
Die passenden Sorten
Sorten wie Moby Dick, bekannt für ihre hohe Schimmelresistenz und Produktivität, sind eine sehr gute Wahl für feuchtes Klima. Sie brauchen allerdings ein nährstoffreiches Substrat und einen kontrollierten pH-Wert, damit keine Mängel auftreten und sie gesund wachsen.
Regelmäßig nachschauen
Kontrollier die Bedingungen im Grow regelmäßig und beuge Feuchtigkeitsproblemen vor. Dranbleiben sorgt für eine optimale Entwicklung und eine erfolgreiche Ernte.
Mit diesen Tipps hast du die Luftfeuchtigkeit auch beim Outdoor-Grow im Griff und kannst dich auf reichliche Ernten in Top-Qualität freuen.
DER CLUB
Werde Teil der Community
Grower mit Namen und Gesicht, rückverfolgbare Chargen, eine echte Community. Kein Gerede, keine leeren Versprechen.
Dem Club beitretenWEITERLESEN
NOTIZENPilzkrankheiten bei Cannabis: 8 Erreger, die du kennen musst
Von Botrytis bis Rußtau: woran du die acht wichtigsten Pilze erkennst und wie du sie indoor wie outdoor gar nicht erst reinlässt.
NOTIZENCannabis-Streetwear: Wie Weed die Straßenmode erobert
Hanfblatt-Prints, Capsule Collections und Hanf als Stoff: Wo Weed-Kultur und Straßenmode heute zusammenkommen.