Indoor-Grow im Winter: Growbox warm halten, Klima steuern, kältefeste Sorten
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Indoor-Grow im Winter: Growbox warm halten, Klima steuern, kältefeste Sorten

Wie du deine Growbox im Winter warm hältst, Temperatur und Luftfeuchtigkeit pro Phase steuerst und welche vier Sorten Kälte locker wegstecken.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Im Winter ist ein Indoor-Grow die sichere Bank: Viele Cannabissorten wachsen schon unter 15 °C deutlich langsamer, drinnen hältst du die Temperatur dagegen mit Heizlüfter, Lampenwärme und einer gut isolierten Growbox im grünen Bereich. Als Richtwerte gelten 20 bis 25 °C und 65 bis 70 % Luftfeuchtigkeit für Sämlinge, 20 bis 30 °C bei 40 bis 70 % in der Wachstumsphase und 18 bis 26 °C bei 40 bis 50 % in der Blüte, nachts jeweils 4 bis 5 °C weniger. So hast du die Cannabisproduktion bei Kälte wie bei Hitze besser im Griff. 

Aber was ist eigentlich ein Indoor-Grow? Ein Indoor-Grow bildet die natürlichen Bedingungen nach, die Cannabis zum Wachsen braucht, und verbessert sie sogar. Statt Sonne gibt es Kunstlicht, für Luftbewegung sorgen Abluft- und Umluftventilatoren und so weiter.

Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit hängen im Indoor-Grow eng zusammen. Die relative Luftfeuchtigkeit ist das Verhältnis zwischen dem Dampfdruck in der Luft und dem maximal möglichen Dampfdruck bei derselben Temperatur. Klingt nach Zungenbrecher, heißt aber im Grunde: Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto besser kommen unsere Pflanzen mit der Temperatur klar.

Warme Luft kann mehr Wasserdampf halten als kalte – und genau hier fängt das Zusammenspiel aus Jahreszeit, Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Wachstumsphase an. Unten findest du die ideale Temperatur für jede Phase und wie du die Luftfeuchtigkeit senkst oder erhöhst.

Welche Temperatur und Luftfeuchtigkeit braucht Cannabis in jeder Phase?

1. Sämlingsphase

In der Sämlingsphase sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit entscheidend. Sämlinge und Stecklinge lieben hohe Luftfeuchtigkeit von 65 bis 70 %, weil ihre Wurzeln noch nicht ausgebildet sind. Bei hoher Luftfeuchtigkeit nehmen sie Wasser über die Blätter auf. Ein Luftbefeuchter für die Growbox wäre ideal. Die Temperatur sollte bei 20 bis 25 °C liegen, wenn das Licht an ist, und 4 bis 5 °C darunter, wenn es aus ist.

2. Wachstumsphase

In der Wachstumsphase darf es wärmer sein: 20 bis 30 °C  (bei Licht aus 4 bis 5 °C weniger). Die Luftfeuchtigkeit kannst du um etwa 5 % pro Woche senken (akzeptabel sind 40 bis 70 %), denn die Wurzeln nehmen jetzt mehr Wasser auf, und die Verdunstung über die Blätter kühlt die Pflanze. Behalte in dieser Phase Temperatur und Luftfeuchtigkeit gut im Blick.

3. Blütephase

In der Blüte (wenn deine Cannabispflanzen Buds ansetzen) sollte es im Indoor-Grow etwas kühler sein, etwa 18 bis 26 °C. Das sorgt in der Regel für die beste Qualität der Buds. Die Luftfeuchtigkeit senkst du auf 40 bis 50 %. 55 % gehen noch, 60 % solltest du aber nicht mehr haben. 

So heizt, kühlst, befeuchtest und entfeuchtest du deine Growbox

Für Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Indoor-Grow gibt es einige Methoden, mit denen du Luftfeuchtigkeit und Temperatur auf akzeptablen oder sogar optimalen Werten hältst. Manche sind ausgefeilter als andere und unterscheiden sich bei Kosten und Wirkung.

Luftfeuchtigkeit im Indoor-Grow senken:

Dreh die Abluft höher oder rüste das System auf (die Luft sollte aus dem Zelt und auch aus dem Raum, in dem es steht, rausgehen); führ mehr frische, kühle Luft zu; gieß möglichst direkt nach dem Einschalten des Lichts (manche nehmen dafür kaltes Wasser); nutz einen Luftentfeuchter. 

Luftfeuchtigkeit im Indoor-Grow erhöhen:

Halte die Erdoberfläche feucht, aber nicht nass; stell Schalen mit Wasser ins Zelt; nutz einen Luftbefeuchter mit großem Tank. Du kannst die Blätter auch mit lauwarmem Wasser besprühen.

Temperatur im Indoor-Grow senken:

Die Lichtzeiten sind hier ein großer Hebel: Lass das Licht tagsüber aus und nachts an, wenn es ohnehin kühler ist. Wenn du mit NDL-Lampen (HPS) growst, denk über einen Cooltube nach – empfohlen werden aber LEC- oder LED-Lampen, die weniger Wärme abgeben. Mit MH/NDL-Beleuchtung kannst du das Vorschaltgerät außerhalb des Zelts platzieren und hast so eine Wärmequelle weniger drinnen; außerdem hilft ein Cooltube, also ein Kühlrohr, das das Leuchtmittel von den Pflanzen abschirmt. 

Die Temperatur im Indoor-Grow erhöhen:

Du kannst stärkere Lampen nehmen; ein Heizlüfter für die Growbox hilft dir, die Temperatur in kalten Monaten zu halten, vor allem wenn du mit LED-Lampen growst. Hast du einen Cooltube oder eine Coolbox an einem Abluftrohr mit Lüfter, kannst du das Rohr abnehmen und so die Wärme des Leuchtmittels nutzen. Und stell dein Zelt nicht direkt auf den Boden. 

Egal welche Methode du nimmst: Kontrollier Temperatur und Luftfeuchtigkeit in deinem Grow immer regelmäßig. 

Kältefeste Cannabissorten für den Winter-Grow 

Für einen neuen Indoor-Grow im Winter eignen sich Cannabissorten, die Kälte gut wegstecken und unkompliziert wachsen, zum Beispiel diese vier:

1. Critical (feminisiert):

Critical ist eine wüchsige, robuste Sorte.  Widerstandsfähig und sehr einfach zu growen. Kommt mit Kälte sehr gut klar und blüht schnell, also eine Sorte ohne Drama.

2. Mazar:

Mazar ist eine extrem harzige Sorte, gefeiert für ihre Qualität, ihre unglaubliche Wuchskraft und ihre Kälteresistenz. Ein Hybrid aus Skunk #1 und erstklassiger afghanischer Genetik. Hasch-Fans lieben sie für ihr Aroma nach Kiefer und Zitrone und ihre enorme Harzproduktion. Wenn du auf tiefenentspannte Highs stehst, ist Mazar genau dein Ding.

3. Moby Dick: 

Moby Dick ist ein sativalastiger Hybrid, pflegeleicht und auch für extreme Bedingungen gemacht. Unser Tipp: die Moby Dick XXL Auto.

4. Royal Gorilla:

Royal Gorilla ist ein ausgewogener 50/50-Hybrid aus Indica und Sativa mit leckeren erdigen und süßen Noten, perfekt abgerundet von Zitrone und Kiefer – eine super Wahl für den Winter-Grow. 

Wenn du Autoflowers (selbstblühende Sorten) growst, kannst du das Licht 24 Stunden am Tag anlassen. Das hält die Pflanzen und den Growraum gerade im Winter warm. 

Letzter Tipp: Als Erstes kaufst du dir ein Thermo-Hygrometer, am besten digital und mit Speicherfunktion, das dir die letzten Höchst- und Tiefstwerte anzeigt. 

Klingt nach viel Stoff, aber sobald du das Thermo-Hygrometer hast, ergibt sich die Theorie fast von selbst. Am Ende ist das alles kein Hexenwerk, und das Klima im Indoor-Grow zu steuern wird zur Routine.

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