Männliche Cannabispflanze: Nicht wegwerfen, sondern nutzen
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Männliche Cannabispflanze: Nicht wegwerfen, sondern nutzen

Zucht, Haschisch, natürliche Schädlingsabwehr und Hanffasern: wofür männliche Cannabispflanzen gut sind – und was passiert, wenn du sie rauchst.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Männliche Cannabispflanzen bilden keine cannabinoidreichen Blüten, sind aber alles andere als nutzlos: Du kannst mit ihnen Hybridsamen züchten, Haschisch und Konzentrate herstellen, natürliche Schädlingsabwehr ansetzen und Hanffasern für Textilien gewinnen.

Die männliche Cannabispflanze ist in jedem Grow ein großes Thema. Anders als die Weibchen, die Blüten voller THC und anderer Cannabinoide bilden, produzieren Männchen Pollensäcke, deren Job es ist, die Weibchen zu befruchten und Samen entstehen zu lassen. Blüten liefern sie keine, aber für die Fortpflanzung und die Züchtung neuer Cannabis-Sorten sind sie unverzichtbar.

Die meisten Grower ziehen lieber nur Weibchen, um möglichst viele Blüten zu ernten. Männchen bringen nicht nur keine Buds, sie können auch die Qualität deiner Ernte ruinieren, wenn du sie nicht rechtzeitig entfernst. Bestäuben ihre Pollensäcke versehentlich deine Weibchen, stecken diese ihre Energie in Samen statt in Blüten. Wenn du rauchbare Buds willst, sind Samen schlechte Nachrichten: Sie drücken Menge und Qualität des Endprodukts.

Wie erkennst du eine männliche Cannabispflanze?

Um Männchen zu entdecken, schau in der frühen Blütephase genau hin. Männliche Vorblüten sind kleine grüne Kügelchen, die wie winzige Eier aussehen, ohne Härchen oder andere Merkmale. Im Lauf der Blüte werden die Pollensäcke größer und praller und sind dann leicht zu erkennen. Findest du Männchen, schaff sie schnell aus deinem Growraum, damit nichts versehentlich bestäubt wird.

Pollensäcke an einer männlichen Cannabispflanze

Wofür kannst du männliche Cannabispflanzen verwenden?

Auch wenn Männchen keine Blüten bilden, haben sie in der Cannabiswelt ein paar spannende Einsatzmöglichkeiten. Züchter nutzen sie zum Beispiel, um neue Sorten zu kreuzen und bestehende zu erhalten. Außerdem lassen sich aus Männchen Haschisch und Konzentrate machen. Männliche Blüten enthalten meist weniger Cannabinoide als weibliche, aber eben doch welche, die sich für Cannabisprodukte nutzen lassen.

Ein weiterer interessanter Einsatz: als natürliches Pflanzenschutzmittel. Aus getrockneten Blüten und Blättern männlicher Pflanzen lassen sich Extrakte gegen Schädlinge und Abwehrmittel herstellen, und Untersuchungen deuten darauf hin, dass reine Cannabinoide antibakteriell und antimikrobiell wirken. Dazu kommt: Männliche Hanffasern sind feiner und weicher als die der Weibchen. Sie halten Verdrehungen besser aus und sind flexibler, was sie für bestimmte Textilanwendungen ideal macht.

Männliche Cannabispflanze in der Blüte

Unterm Strich: Im Growraum kann eine männliche Cannabispflanze nerven, in der Cannabis-Branche hat sie trotzdem ihren Nutzen. Grower müssen Männchen erkennen und entfernen können, damit ihre Weibchen nicht versehentlich bestäubt werden. Gleichzeitig lassen sich männliche Pflanzen für Fortpflanzung und Zucht neuer Sorten, für Haschisch und Konzentrate, als natürliches Pflanzenschutzmittel und für Textilien nutzen.

Welche Vorteile hat die männliche Cannabispflanze?

Meist gilt das Männchen im Grow als Störenfried, dabei hat es ein paar echte Vorteile.

  • Erstens ist das Männchen, wie gesagt, für Fortpflanzung und Samengewinnung unverzichtbar. Wenn es Weibchen bestäubt, kannst du Hybridsamen mit genau den genetischen Eigenschaften gewinnen, die du dir wünschst.
  • Zweitens denken viele, männliche Pflanzen hätten gar keine Cannabinoide – das stimmt so nicht. Ihr Gehalt liegt meist unter dem der Weibchen, aber männliche Blüten enthalten durchaus Cannabinoide und lassen sich konsumieren. Rechne aber damit, dass sie schwächer sind und bitter und unangenehm schmecken.
  • Ein weiterer Einsatz ist die Herstellung von Haschisch und Konzentraten. Blüten, Blätter und Stängel der Männchen lassen sich zusammen mit denen der Weibchen zu Hasch und anderen Konzentraten verarbeiten.
  • Aus getrockneten Blüten und Blättern der Männchen kannst du sogar Extrakte gegen Schädlinge und Abwehrmittel herstellen, denn Untersuchungen deuten darauf hin, dass reine Cannabinoide antibakteriell und antimikrobiell wirken.
  • Und schließlich sind männliche Hanffasern feiner und weicher als weibliche und damit ideal für die Textil- und Papierindustrie. Daraus lassen sich unter anderem Kleidung, Seile und Papier herstellen.

Kurz gesagt: Die männliche Cannabispflanze wird oft als Problem im Grow gesehen, hat aber jede Menge Nutzen. Von Hybridsamen über Hasch und Abwehrmittel bis zu Textilfasern – Männchen lassen sich in ganz verschiedenen Bereichen einsetzen.

Was passiert, wenn du eine männliche Cannabispflanze rauchst?

Männliche Pflanzen zu rauchen ist unter Kiffern nicht gerade beliebt. Anders als weibliche Blüten mit viel THC und CBD haben Männchen deutlich weniger dieser Wirkstoffe, und ihr THC-Gehalt ist ziemlich niedrig. Das High, das Leute bei Cannabis suchen, bekommst du damit also nicht.

Manche berichten allerdings, dass sie sich nach dem Rauchen männlicher Pflanzen entspannt und wohl fühlen. Das dürfte aber eher an den Terpenen und anderen Inhaltsstoffen liegen als an den Cannabinoiden. Und auch wenn der THC-Gehalt niedrig ist, enthalten Männchen einige Cannabinoide wie CBD und CBG, deren möglicher Nutzen für die Gesundheit erforscht wird.

Insgesamt ist das Rauchen männlicher Pflanzen unüblich und keine gute Methode, um die gewünschte Wirkung von Cannabis zu bekommen. Heb dir die Männchen lieber für die Zucht oder andere Zwecke in Industrie und Landwirtschaft auf.

 

 

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