Cannabis Vorblüte erkennen: So bestimmst du männlich, weiblich oder Zwitter
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Cannabis Vorblüte erkennen: So bestimmst du männlich, weiblich oder Zwitter

Kügelchen oder Härchen: An den Vorblüten in den Nodien siehst du früh, welches Geschlecht deine Pflanze hat.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Ob deine Cannabispflanze männlich oder weiblich ist, erkennst du an den Vorblüten in den Nodien, also dort, wo die Seitentriebe aus dem Hauptstamm wachsen: Männchen bilden kleine, glatte Kügelchen ohne Härchen, Weibchen tropfenförmige Kelche mit weißen Härchen an der Spitze. Daneben gibt es Zwitter, die beides tragen. Wenn du zum ersten Mal growst, Sorten kreuzen oder einfach das Maximum aus deinen Weibchen holen willst, musst du diese drei Typen auseinanderhalten können.

Cannabis ist zweihäusig: Was heißt das?

Cannabis gehört zu der kleinen Minderheit der Pflanzenarten, die zweihäusig (diözisch) sind. Heißt: Es gibt getrennte männliche und weibliche Pflanzen.

Als Sämling und in der Wachstumsphase sehen Männchen und Weibchen genau gleich aus. Erst mit dem Beginn der Blüte zeigen sie ihr Geschlecht. In der Blütephase bilden die Weibchen harzige Buds voller Cannabinoide, die Männchen dagegen kleine Säckchen voller Pollen.

Weibliche Cannabispflanzen: Warum alle sie wollen

Weibliche Pflanzen sind das, worum es fast allen geht, die für den Eigenbedarf anbauen. Je nach Genetik können sie aber völlig unterschiedlich aussehen. Manche bleiben klein, bilden ein dichtes Blätterdach und viele Seitentriebe; andere werden über 3 m hoch, bringen riesige Ernten und erinnern eher an einen Baum als an eine normale Gartenpflanze.

Egal wie unterschiedlich sie aussehen, alle Weibchen haben eines gemeinsam: Sie bilden weibliche Blüten. Diese Blüten, die Buds, tragen winzige Drüsen namens Trichome, in denen Cannabinoide wie THC und CBD entstehen.

Männliche Pflanzen bilden keine weiblichen Blüten, sondern männliche. Für Grower, die nur Buds wollen, sind sie deshalb weniger wert. Die männlichen Blüten bilden Pollensäcke mit dem Erbgut, das nötig ist, um weibliche Blüten zu befruchten und Samen entstehen zu lassen. Genau deshalb sind Männchen für die Zucht neuer Sorten extrem wichtig.

Und was ist mit der männlichen Pflanze?

Bei männlichen Pflanzen solltest du wissen: Pollensäcke und weibliche Blüten wachsen an derselben Stelle der Pflanze. Beide sprießen aus den Nodien, also den Punkten, an denen die Seitentriebe auf den Hauptstamm treffen. Sobald du also siehst, dass einige Pflanzen Blüten ansetzen, schau zum Wohl deines ganzen Grows gezielt nach Pollensäcken.

Zwitter: Was steckt hinter Hermaphroditen?

Cannabispflanzen brauchen Pflege, aber selbst wenn du sie verwöhnst, halten sie sich nicht immer an die Regeln. Manchmal schwimmt die zweihäusige Art gegen den Strom und bildet männliche und weibliche Geschlechtsorgane an derselben Pflanze. Solche Pflanzen nennt man Zwitter oder Hermaphroditen. Aber warum passiert das?

Es ist eine seltene Eigenschaft, die an der Genetik, an der Umgebung oder an beidem liegen kann. Zwitter bilden Buds und Pollensäcke, können sich also selbst bestäuben und befruchten.

Klar: Wenn du die bestmöglichen Buds willst, solltest du genau das vermeiden.

Ab wann siehst du, ob deine Pflanze männlich oder weiblich ist?

Zum Glück für Einsteiger zeigen männliche Vorblüten ihre Merkmale früher als weibliche. So kannst du die Männchen aus dem Growraum holen, lange bevor die Weibchen zu blühen beginnen. Oft zeigen Männchen ihr Geschlecht zwei Wochen vor den Weibchen, und die Vorblüten tauchen nicht selten schon um die sechste Woche des Grows auf.

So erkennst du männliche Cannabispflanzen

Um das Geschlecht zu bestimmen, musst du zuerst die Vorblüten finden. Das sind, wie gesagt, kleine Gebilde, die sich gegen Ende der Wachstumsphase in den Nodien bilden.

Sobald die Blüte startet, nimmst du dir eine Lupe und checkst bei jeder Pflanze ein paar Nodien, um zu sehen, wie weit sie ist. Wahrscheinlich siehst du zu diesem Zeitpunkt noch keine richtige weibliche Blüte und keinen Pollensack. Genau jetzt suchst du nach jungen Vorblüten, männlich wie weiblich: winzige Gebilde, die sich ähneln, aber eindeutige Merkmale haben.

Männliche Vorblüten sind kleine Kügelchen, die aussehen wie winzige grüne Eier: glatt, ohne Härchen und ohne besondere Merkmale. Im Lauf der Blüte bilden diese Säckchen immer größere, dichtere Trauben, und dann erkennst du sie mit bloßem Auge. Meist geben die Pollensäcke etwa 2 bis 3 Wochen nach ihrer Bildung ihren Inhalt frei, also raus damit, so früh es geht.

So erkennst du weibliche Cannabispflanzen

Auch weibliche Vorblüten sitzen in den Nodien und haben ein ganz eindeutiges Merkmal: Härchen. Weibliche Vorblüten bilden tropfenförmige Kelche, aus deren Spitze feine Härchen ragen. Diese Härchen heißen Stempel (Pistillen) und sind die Geschlechtsorgane der weiblichen Cannabisblüte.

Die Stempel sind dafür da, Pollen einzufangen und so die Blüten zu befruchten. Sie ragen aus den Blüten heraus, um Pollen aus der Luft aufzufangen oder mit pollenbedeckten Insekten in Kontakt zu kommen.

Innerhalb weniger Wochen schwellen diese kleinen Vorblüten zu dichten Buds an, die ein Harz voller Cannabinoide und Terpene bilden. Hast du die Männchen rechtzeitig entfernt und so eine Bestäubung verhindert, produzieren deine Weibchen bis zum Ende des Grows weiter Harz.