Natriumdampflampe beim Growen: Vor- und Nachteile der NDL
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Natriumdampflampe beim Growen: Vor- und Nachteile der NDL

Günstig, warm und stark in der Blüte, aber stromhungrig: Was HPS-Lampen können, wie weit sie von den Pflanzen weg müssen und welche Wattzahl in welche Growbox gehört.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Eine Natriumdampflampe (NDL, englisch HPS) ist eine günstige, sehr lichtstarke Grow-Lampe, deren rot-oranges Licht vor allem in der Blüte punktet und im Winter den Growraum mitheizt. Der Preis dafür: hoher Stromverbrauch, viel Abwärme und mehr Abstand zur Pflanze als bei anderen Lampen. Klar ist: Ohne Licht kein Leben, und jeder Grower muss die passende Lampe für seinen Grow finden – je nach Größe, Budget, Sorte, Höhe und so weiter.

Eine der vielen Optionen auf dem Markt ist die Natriumdampflampe. Aber wofür taugt sie und warum empfehlen sie so viele?

Natriumdampflampe: Wofür ist sie gut?

Diese Lampen gelten als ideal für Grower, die noch nicht viel Erfahrung haben oder gerade ihre ersten Cannabispflanzen ziehen.

Natriumdampflampen kamen Anfang des 20. Jahrhunderts in den Niederlanden auf den Markt. Wichtig: Es gibt zwei Typen mit Natrium im Inneren – die Natriumdampf-Niederdrucklampen (LPS) und die beim Growen viel häufigeren Natriumdampf-Hochdrucklampen (HPS).

Niederdruck oder Hochdruck: der Unterschied

Natriumdampf-Niederdrucklampen sind sehr effizient, weil sie mehr Lumen pro Watt erzeugen als die Hochdruckvariante. Die Hochdrucklampen (HPS) liefern dagegen weniger Lumen, haben aber das bessere Lichtspektrum. Und eine hat garantiert jeder schon mal gesehen: Es sind die orangefarbenen Lampen, die an Landstraßen und Autobahnen leuchten.

Wie weit muss die Natriumdampflampe von den Pflanzen weg?

Im Indoor-Grow ist Licht alles. Für den Abstand zu den Pflanzen nehmen viele Grower die Wattzahl der Lampe, streichen die Null und haben die Zentimeter. Bei Natriumdampflampen für indoor klappt das so nicht: Bei HPS musst du noch 5 bis 10 Zentimeter draufpacken. Als Orientierung:

  • Natriumdampflampe 250 W = Abstand etwa 25 bis 35 Zentimeter.
  • Natriumdampflampe 400 W = mindestens 40 bis 50 Zentimeter Abstand.
  • Natriumdampflampe 600 W = Bei dieser Leistung sollte die Lampe 60 bis 70 Zentimeter über den Pflanzen hängen.
  • Lampe mit 1000 W = Hier brauchen die Pflanzen mindestens 1 bis 1,1 Meter Abstand.

Weil diese Lampen ordentlich Hitze machen, musst du die Temperatur an den Triebspitzen genau im Blick behalten. Dafür hängst du ein Thermo-Hygrometer (misst Temperatur und Luftfeuchte) auf Höhe der obersten Spitzen.

Vorteile der Natriumdampflampe

Eine Natriumdampf-Hochdrucklampe (HPS) erzeugt Licht, indem ein Hochspannungsimpuls durch ein unter Druck stehendes Quarzrohr geschickt wird, das mit Natriumdampf und weiteren Elementen wie Xenon und Quecksilber gefüllt ist. Dazu gehören ein Vorschaltgerät, ein Reflektor und ein Leuchtmittel (oder zwei).

Im Indoor-Grow bringt dir das gleich mehrere Vorteile:

  • Stark in der Blüte: HPS-Lampen regen die Pflanzen in der Blütephase kräftig an, sie blühen mit mehr Power – und das heißt bessere Erträge.
  • Günstiger: Auch wenn man es nicht denkt und eher LEDs mit Sparen verbindet: In der Anschaffung kostet dieses Beleuchtungssystem weniger als LEDs.
  • Gegen die Kälte: Im Winter oder in Regionen mit harten Frösten sind sie echte Verbündete.

Nachteile der Natriumdampflampe

  • Stromverbrauch: Ein Teil der Energie geht als Wärme verloren, die Stromrechnung fällt entsprechend höher aus.
  • Kürzere Lebensdauer: das betrifft die Komponenten des Systems.
  • Viel Abwärme: Deshalb brauchst du mehr Equipment, um Temperatur und Luftfeuchte zu kontrollieren.

Welche NDL braucht deine Growbox?

  • In einer Growbox mit 80x80 cm nimmst du eine 250-W-Natriumdampflampe für 6 Töpfe à 11 Liter.
  • Bei 100x100 cm eine 400-W-Natriumdampflampe für 9 Töpfe à 11 Liter.
  • Bei 120x120 cm 600 W für 11 Töpfe à 11 Liter.

Wie wirkt eine Natriumdampflampe in der Blüte?

Wie gesagt: Ihr großer Trumpf ist die Blütephase. HPS-Lampen erkennst du an ihrem gelblich-orangen Licht, das ziemlich old school wirkt – die meisten Lampen, die heute auf dem Markt sind, leuchten eher blau oder weiß.

Ausgelöst wird die Blüte durch die Photoperiode (12 Stunden Licht, 12 Stunden Dunkelheit), nicht durch die Lichtfarbe. Das rot-orange Spektrum der HPS fördert aber die Entwicklung der Blüten in dieser Phase.

Um das noch besser zu nutzen, gibt es gemischte HPS-Leuchtmittel (Dual-Spektrum). Die sind sehr beliebt, weil sie sich für jede einzelne Phase der Cannabispflanze eignen. Außerdem haben sie ein etwas breiteres Lichtspektrum als die reinen Blütelampen.

Was du vor dem ersten Einsatz wissen solltest

Ganz wichtig: Diese Lampen funktionieren völlig anders als die meisten anderen auf dem Markt. Die Lampen, die du kennst, sind praktisch sofort hell. Natriumdampf-Hochdrucklampen fahren dagegen langsam hoch – es kann 3 bis 5 Minuten dauern, bis sie ihre volle Leuchtkraft erreichen.