Marienkäfer, Gottesanbeterin & Co.: 6 Nützlinge im Steckbrief und wen sie fressen
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Marienkäfer, Gottesanbeterin & Co.: 6 Nützlinge im Steckbrief und wen sie fressen

Vom Weiße-Fliege-Jäger Delphastus bis zum Kurzflügler gegen Thripse: wer welchen Schädling frisst und mit welchen Pflanzen du die Helfer anlockst.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Sechs Helfer solltest du als organischer Grower kennen: Marienkäfer fressen bis zu 60 Blattläuse am Tag, Florfliegen räumen Blatt- und Schmierläuse ab, der kleine Käfer Delphastus catalinae vertilgt über 100 Eier der Weißen Fliege täglich, Gottesanbeterinnen jagen Fliegen, Motten und Mücken, Kurzflügler wie Atheta coriaria gehen im Boden auf Thripse los, und Regenwürmer verbessern die Erde. Anlocken kannst du die meisten mit Dill, Fenchel oder Ringelblume, ganz ohne Chemie.

Am einfachsten wirst du Schädlinge an Cannabis mit kommerziellen Pestiziden los. Wenn du aber organisch growst, fällt das flach. Chemie kann Rückstände in den Buds hinterlassen, die den Geschmack ruinieren und potenziell gesundheitsschädlich sind.

Zum Glück gibt es einige Nützlinge, die Schädlinge auf sichere, natürliche Weise in Schach halten. Ein weiterer möglicher Vorteil: Manche Arten verbessern die Bodenqualität, sodass du im Laufe des Grows weniger zusätzlich düngen musst.

Hier erfährst du, welche Insekten dir helfen und welche dir schaden.

Wie Nützlinge deine Pflanzen schützen

Über Insekten, die Cannabis befallen, weiß man eine Menge. Wie gesagt gibt es aber auch Nützlinge, die rund um die Uhr Schädlinge (samt Larven und Eiern) jagen und fressen, die auf deinen Pflanzen oder zwischen den Wurzeln leben.

Diese Nützlinge sind eine organische, natürliche Alternative zu chemischen Mitteln.

Sie fressen nicht nur Schädlinge, sie können auch den Begleitpflanzen guttun (etwa Minze, Rotklee, Dill oder Lavendel), die man oft neben Outdoor-Cannabis setzt, um Schädlinge fernzuhalten.

Nützlinge lassen sich auch mit Pflanzenschutzmitteln kombinieren, solange diese den Insekten nicht schaden. Neemöl ist ein gutes Beispiel dafür, dass beides nebeneinander funktioniert.

Noch wichtiger, als die richtigen Nützlinge zu kennen, ist aber Vorbeugung, damit du gar nicht erst nach Insekten oder Begleitpflanzen suchen musst. Unser Rat: Kontrollier deinen Indoor- oder Outdoor-Grow so oft wie möglich.

Insekten an Cannabis: Wie setzt du Nützlinge gezielt ein?

Zuerst musst du wissen, welche Schädlinge sich in deinem Grow breitgemacht haben. Prüf genau, ob ein Schaden wirklich von Schädlingen kommt oder eher ein Nährstoffproblem ist.

Schädlinge an der Cannabispflanze zu bekämpfen, kann nerven, aber meistens sind es die üblichen Verdächtigen: Mücken, Blattläuse, grüne, schwarze und Weiße Fliegen, Raupen, Milben und die gefürchteten Spinnmilben. Die gute Nachricht: Gegen all diese Schädlinge gibt es Nützlinge. Rechne aber damit, dass es nervig sein kann und eine Weile dauert, bis die Plage weg ist. Also nicht verzweifeln, Geduld haben, und je früher du den Befall angehst, desto besser.

Hier ein paar Nützlinge, wie sie in Argentinien vorkommen, wo dieser Text herkommt, mit Bildern zur Orientierung:

Marienkäfer

Marienkäfer wie Hippodamia convergens jagen leidenschaftlich gern Blattläuse, einen der häufigsten Schädlinge im Garten. Sie können bis zu 60 Blattläuse an einem Tag fressen, im ganzen Leben bis zu 5.000. Auch Weiße Fliege, Milben und Rüsselkäfer stehen auf ihrem Speiseplan. Wenn du outdoor growst, pflanz Dill oder Fenchel in die Nähe, das lockt sie an.

Florfliegen

Florfliegen (Chrysoperla) sind ein weiterer Räuber, der Blattläuse frisst. Auch gegen Schmierläuse sind sie nützlich. Wie Marienkäfer werden sie von Dill und Fenchel angezogen, außerdem mögen sie Koriander, Sonnenblumen und Schmuckkörbchen (Cosmea).

Delphastus catalinae

Wenn es um Nützlinge für Cannabis geht, darf Delphastus catalinae nicht fehlen, ein kleiner braunschwarzer Käfer und Verwandter des Marienkäfers. Er gilt als „Weiße-Fliege-Jäger“ und kann über 100 Eier der Weißen Fliege pro Tag fressen. Auch erwachsene Weiße Fliegen verschmäht er nicht.

Gottesanbeterin

Gottesanbeterinnen (in Amerika etwa die Gattung Stagmomantis) sind große Insekten und für ihre räuberische Art bekannt. Sie fressen verschiedene Schädlinge, darunter Blattläuse, Fliegen, Motten und Mücken. Anlocken kannst du sie, indem du Dill, Fenchel oder Ringelblumen in die Nähe deiner Cannabispflanzen setzt.

Kurzflügler

Kurzflügler wie Atheta coriaria leben gern feucht und dunkel und sind ideale Bodenbewohner für Cannabispflanzen. Sie helfen gegen verschiedene Schädlinge, unter anderem Thripse. Ist eine Pflanze sauber, fliegen sie zur nächsten weiter, um neue Beute zu finden.

Regenwürmer

Regenwürmer (Lumbricus terrestris) helfen nicht gegen Schädlinge. Dafür tun sie deinem Boden richtig gut: Sie zersetzen organisches Material, lockern die Erde und sorgen dafür, dass Wasser besser abläuft.

Wie setzt du Insekten für deinen Grow ein? 4 Wege

Insekten können eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, deine Cannabispflanzen vor Schädlingen zu schützen. Mit Nützlingen, also biologischer Schädlingsbekämpfung, kannst du chemische Pestizide reduzieren oder ganz darauf verzichten. So kannst du Insekten für deinen Grow einspannen:

  1. Natürliche Räuber: Manche Insekten sind echte Räuber, die Schädlinge fressen und deren Bestand klein halten. Fliegende Insekten wie Marienkäfer sind zum Beispiel für ihren Heißhunger auf Blattläuse bekannt, während Schlupfwespen Raupen und Larven befallen und ihre Eier in sie legen. Holst du diese Räuber in deinen Garten, hast du Schädlinge auf natürliche Weise im Griff.
  2. Bestäuber: Die Insekten im Garten, die bestäuben, wie Bienen und Schmetterlinge, sind für die Fortpflanzung vieler Gartenpflanzen unverzichtbar (Cannabis selbst wird dagegen vom Wind bestäubt, und in einem Blüten-Grow willst du das ohnehin nicht). Sorg für eine freundliche Umgebung mit Nektarquellen und Unterschlupf, etwa heimischen Blumen und Sträuchern. So fühlen sich Bestäuber in deinem Garten wohl, was deinen Pflanzen und dem ganzen Ökosystem zugutekommt.
  3. Abwehrpflanzen: Manche Pflanzen halten Schädlinge von Natur aus fern. Minze, Koriander und Basilikum zum Beispiel sind dafür bekannt, Blattläuse und Weiße Fliegen abzuschrecken. Setzt du sie zwischen deine Cannabispflanzen, kannst du einem Befall vorbeugen.
  4. Lockpflanzen für Nützlinge: Mit bestimmten Pflanzen holst du dir gezielt Nützlinge in den Garten. Ringelblume und Borretsch etwa ziehen Bienen und Marienkäfer an. Wenn sie sich bei dir wohlfühlen, helfen sie dir, die Schädlinge an deinen Cannabispflanzen in Schach zu halten.

Welche Insekten tun der Umwelt gut?

Nützlinge spielen eine entscheidende Rolle für das Gleichgewicht von Ökosystemen und tun der Umwelt gut. Ganz vorne dabei: Bienen. Honigbienen und die vielen Wildbienenarten sind zentrale Bestäuber. Sie bestäuben eine riesige Bandbreite an Pflanzen und sind damit für die Umwelt unverzichtbar. Ihre Arbeit sorgt dafür, dass sich unzählige Pflanzen vermehren können, von Nutzpflanzen bis zu Wildpflanzen. So sichern sie unsere Lebensmittelproduktion und die Vielfalt der Pflanzenwelt.

Ein weiterer Nützling für die Umwelt ist der Marienkäfer. Die kleinen Käfer sind für ihren Heißhunger auf Blattläuse bekannt, die in Gärten und auf Feldern zu den häufigsten Schädlingen gehören. Marienkäfer fressen diese Plagegeister, halten ihren Bestand auf natürliche Weise klein und machen chemische Pestizide überflüssiger. Damit tragen sie zum biologischen Gleichgewicht und zur Gesundheit der Pflanzen bei.

Auch Schlupfwespen und Florfliegen spielen eine wichtige Rolle bei der Schädlingsbekämpfung. Schlupfwespen legen ihre Eier in andere Insekten wie Raupen und Larven und dezimieren so die Schädlinge. Florfliegen wiederum fressen Blattläuse, Schmierläuse und andere schädliche Insekten.