Pilzkrankheiten bei Cannabis: 8 Erreger, die du kennen musst
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Pilzkrankheiten bei Cannabis: 8 Erreger, die du kennen musst

Von Botrytis bis Rußtau: woran du die acht wichtigsten Pilze erkennst und wie du sie indoor wie outdoor gar nicht erst reinlässt.

VON CosechaLibre Redaktion7 MIN LESEZEIT

Die wichtigsten Pilzkrankheiten bei Cannabis sind Botrytis (Grauschimmel), Echter und Falscher Mehltau, Fusarium, Pythium, Rost, Rußtau und Wurzelfäule. Fast alle lieben dieselben Bedingungen: feucht, warm, wenig Luftbewegung. Kaum ein Grower bleibt von Pilzen verschont – und wer sie zu spät bemerkt, riskiert, die Arbeit einer ganzen Saison zu verlieren.

Was sind Pilze und warum lieben sie deinen Grow?

Pilze sind urtümliche Lebewesen aus dem Reich der Fungi: eukaryotische Organismen, die sich über Sporen vermehren und sich in warmer, dunkler und feuchter Umgebung am wohlsten fühlen. Die Sporen schweben überall in der Luft und warten auf passende Bedingungen, um zu keimen. Das Blöde daran: Was Pilze mögen – Dunkelheit, Wärme, Feuchtigkeit –, ähnelt stark dem, was auch deine Pflanzen brauchen. Genau deshalb fühlen sich Pilze im Grow so schnell zu Hause.

Manche Pilze vermehren sich erschreckend schnell und können einen kompletten Grow innerhalb weniger Tage befallen. Vorbeugung ist deshalb Pflicht. Und wenn sich der Pilz trotzdem durchsetzt, entscheiden frühes Erkennen und schnelles Handeln darüber, ob du die Ernte noch retten kannst.

Botrytis (Grauschimmel)

Botrytis taucht oft an Pflanzen auf, die von Raupen befallen sind – nötig sind die aber nicht: Die Raupen fressen Löcher in die Buds und machen dem Pilz damit die Tür auf. Die Blüten faulen von innen heraus und werden braun, als hätten sie die ganze Feuchtigkeit noch in sich. Typisch ist Botrytis bei Sorten, die ab Oktober geerntet werden, wenn Regen und hohe Luftfeuchtigkeit dazukommen.

Ist der Pilz einmal im Grow, kann er einen Großteil der Ernte vernichten. Selbst wenn du alle sichtbar befallenen Stellen entfernst, haben die Sporen wahrscheinlich schon fast alles erwischt. Botrytis breitet sich sogar an bereits getrockneten Blüten aus. Wenn du Schimmel an Buds entdeckst, schneidest du deshalb meist den ganzen Ast weg. Finger weg vom Konsum: Die Sporen landen direkt in der Lunge und können ernsthafte Atemwegsprobleme verursachen.

Echter Mehltau an Blättern und Buds

Echter Mehltau gehört ebenfalls zu den häufigsten Pilzen, die dir beim Anbau von Cannabis begegnen.

Er ist ziemlich leicht zu erkennen: Am Anfang zeigt er sich als weißer, mehliger Belag, meist auf der Blattfläche, der sich nach und nach bis zum Stängel und zu den Blüten ausbreitet. Je weiter er sich ausbreitet, desto mehr Blätter werden gelb und fallen ab.

Der Pilz mag es feucht und warm, setzt sich auf den Blättern fest und saugt mit seinen Hyphen (den feinen Pilzfäden) Nährstoffe aus der Pflanze.

Besonders zerstörerisch ist er nicht, aber sehr verbreitet. Wenn du ihn nicht rechtzeitig in den Griff bekommst und er die Buds erreicht, musst du sie wegwerfen: Genau wie Buds mit Botrytis sind sie gesundheitsschädlich und auf keinen Fall mehr konsumierbar.

Falscher Mehltau

Falscher Mehltau ist bei Growern weltweit bekannt und gefürchtet – streng genommen kein echter Pilz, sondern ein Eipilz (Oomycet), was am Schaden aber nichts ändert. Der Erreger ist extrem aggressiv und breitet sich aus, wenn die Temperatur unter 26 °C und die Luftfeuchtigkeit über 50 % liegt.

Er kann in der Wachstums- wie in der Blütephase auftreten, geht aber am liebsten auf junge Blätter. Erkennbar ist er an gelben und braunen Flecken auf den Blättern; breitet er sich aus, verblasst der ganze Bestand.

Er verbreitet sich rasend schnell: Erst fallen die Blätter ab, dann stirbt die Pflanze. Er entwickelt sich über das Pflanzenmaterial im Grow selbst – die beste Waffe ist Vorbeugung.

Fusarium

Fusarium ist ein Pilz mit enormem Zerstörungspotenzial. Am häufigsten tritt er im Indoor-Grow und in Gewächshäusern auf, wo es wärmer ist.

Meist gelangt er über Wasser, Substrat, verseuchtes Werkzeug oder befallene Stecklinge an die Pflanze.
Der Pilz befällt das Xylem, also das Leitgewebe, das Wasser und Nährstoffe transportiert, blockiert den Nährstofffluss und schädigt die Pflanze schwer.

Es beginnt mit gelben Blättern im unteren Teil der Pflanze, danach folgen Chlorose entlang der Blattadern, absterbendes Gewebe (Nekrose) und Blattfall, bis die Pflanze schließlich welkt. Je nachdem, wo der Pilz eingedrungen ist, befällt er die Pflanze manchmal nur teilweise. Der Verlauf ist sehr schnell und kann Pflanzen regelrecht dahinraffen.

Fusarium erkennst du, wenn du einen Stängel aufschneidest: Innen ist er rotbraun verfärbt.

Pythium

Pythium – wie der Falsche Mehltau eigentlich ein Eipilz – nistet sich im Wurzelsystem ein und schneidet die Pflanze fast komplett von der Nährstoffversorgung ab. Nach und nach schwächt er sie, bis sie eingeht. Er kann Pflanzen jeden Alters und jeder Größe treffen; junge Pflanzen sind meist zu schwach, um ihn zu überstehen.

Die Sporen werden über befallenes Substrat verschleppt oder sogar mit Myzel an den Schuhsohlen. Pythium entwickelt sich bei Temperaturen zwischen 20 und 30 °C und hoher Luftfeuchtigkeit.

Weil das Wurzelsystem kaputtgeht, wird die Pflanze sehr schwach und zeigt Mangelerscheinungen. In Systemen mit frei liegenden Wurzeln wie Hydro oder Aero siehst du, wie sie sich verfärben: vom typischen Weiß zu Dunkelbraun oder sogar Rot.

Gut dagegen hilft, das Mikroleben im Substrat zu stärken, etwa mit Trichoderma und Mykorrhiza. Das kann die Ausbreitung bremsen – vor allem, wenn du das Bodenleben schon aufbaust, bevor der Erreger überhaupt im Grow ankommt.

Rost

Rost gehört zu den Pilzen an Cannabispflanzen, die sich am leichtesten verbreiten: Er durchdringt Oberhaut und Kutikula, sodass schon ein einfacher Kontakt reicht, um ihn sich einzufangen.

Er zeigt sich mit gelblichen Flecken auf der Blattoberseite, die von der Blattspitze aus anfangen. Hat sich der Pilz richtig eingenistet, erscheinen auf der Blattunterseite rote und braune Punkte, später leichte Verformungen der Blätter.

So zerstörerisch er sein kann: Wenn du früh reagierst, kannst du die Ausbreitung stoppen. Rost taucht auf, wenn dein Grow in einer feuchten Ecke ohne ausreichende Belüftung steht. Am besten entfernst du befallene Blätter oder Pflanzen und setzt Fungizide ein, damit er sich nicht weiter ausbreitet.

Rußtau

Rußtau ist ein Pilz, der sich auf einer klebrigen Substanz ansiedelt, die manche Insekten wie Blattläuse oder Weiße Fliegen ausscheiden. Dieser sirupartige Honigtau ist der Nährboden, auf dem der Pilz wächst.

Du erkennst ihn mit bloßem Auge: Die Blätter sind mit schwarzen Flecken überzogen. Der Belag behindert die Photosynthese, mit allen Folgen für die Entwicklung: langsameres Wachstum, weniger Vitalität und eine kleinere Ernte.

Wurzelfäule

Wurzelfäule ist, wie der Name sagt, eine Pilzerkrankung der Wurzeln: Ihr typisches Weiß wird hellbraun und mit fortschreitender Krankheit immer dunkler.

Zu den Symptomen gehören Chlorose und gelbe Blätter, Blattfall, Welken, eine allgemein geschwächte Pflanze und am Ende ihr Absterben.

Meist steckt zu viel Gießen dahinter, schlechte Drainage oder kleine Insekten und andere Organismen, die die Wurzeln verletzen und so die Fäulnis in Gang setzen.

Wie du Pilzen im Outdoor-Grow vorbeugst

  • Halte deinen Garten sauber: Feg Laub und Unkraut weg, das sich am Boden sammelt.
  • Wenn du im Topf anbaust, stell deine Pflanzen bei Regen unter, sobald sie in der Blüte sind, damit die Buds nicht nass werden.
  • Wenn du in einem kühlen Klima mit kurzen Sommern wohnst, nimm Sorten mit kurzer Blütezeit wie Jamaican Dream. So zieht sich die Ernte nicht zu lange hin und Herbstregen und Schmuddelwetter locken keine Pilze an.
  • Kontrollier deine Pflanzen regelmäßig auf Anzeichen von Pilzbefall.

Wie du Pilzen im Indoor-Grow vorbeugst

  • Achte darauf, dass sich keine feuchten Ecken mit stehender Luft bilden und dein Grow ordentlich belüftet ist.
  • Halte deinen Grow sauber und die Untersetzer in deiner Growbox frei von abgestorbenen Blättern.
  • Lass genug Platz zwischen den Pflanzen, damit die Luft gut zirkulieren kann.
  • Halte die Luftfeuchtigkeit in der Blütephase zwischen 40 und 50 %.
  • Check deine Pflanzen regelmäßig.