Schlafstörungen nach dem Kiffen-Aufhören: Wie lange dauert das?
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Schlafstörungen nach dem Kiffen-Aufhören: Wie lange dauert das?

Warum du nach dem letzten Joint wach liegst, wie lange das normalerweise dauert und wie du ohne Gras wieder in den Schlaf findest.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Schlafstörungen nach dem Aufhören mit Cannabis sind typisch für den Entzug und verschwinden meist nach ein paar Tagen, in der Regel innerhalb der ersten zwei Wochen. Wer täglich gekifft hat, kann auch ein paar Wochen länger schlecht schlafen. Und ja, auch das Kiffen selbst kann den Schlaf durcheinanderbringen – je nach Dosis, Häufigkeit und Wirkstoff.

Cannabis und Schlaflosigkeit: Hilft Gras beim Einschlafen?

Die Frage beschäftigt inzwischen nicht nur Ärzt:innen, sondern auch viele Patient:innen, die medizinisches Cannabis nutzen. In einer Umfrage von 2022 unter mehr als 27.000 Menschen in den USA und Kanada, die Cannabis therapeutisch nutzen, nannte fast die Hälfte besseren Schlaf als einen der Hauptgründe für ihren Konsum.

Studien deuten darauf hin, dass niedrige THC-Dosen den Schlaf verbessern können, während hohe Dosen ihn eher verschlechtern – beim CBD ist es genau umgekehrt. Diese Schwankungen machen die Forschung zu Cannabis und Schlaf schwierig, zumal Cannabisprodukte die beiden Wirkstoffe in ganz unterschiedlichen Verhältnissen enthalten.

Person liegt nachts wach im Bett

Trotz dieser Unklarheiten kommt eine 2020 veröffentlichte Auswertung von 26 Studien zu dem Schluss, dass Cannabinoide wie THC und CBD mögliche Behandlungsoptionen für Schlafstörungen sein könnten – etwa für Insomnie, Schlafapnoe und Albträume im Zusammenhang mit einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Spielt die Konsumform eine Rolle?

Auch wie du Cannabis konsumierst, beeinflusst seine Wirkung auf den Schlaf. Gegessen setzt die Wirkung langsamer ein, hält aber länger an; inhaliert kommt sie schneller, ist aber auch schneller wieder vorbei.

Dazu kommt: Rauchen und Verdampfen können laut der Lungenfachärztin Ashima Sahni von der University of Illinois Risiken für die Lunge mit sich bringen.

Die Forschung zu den Wirkungen von Cannabis auf den Schlaf ist zwar noch dünn, es gibt aber Hinweise, dass es indirekt helfen kann: indem es chronische Schmerzen und Angst lindert, zwei Dinge, die einen oft wach halten.

Trotzdem braucht es noch mehr Forschung, um wirklich zu verstehen, wie Cannabis den Schlaf beeinflusst und wie es sicher und wirksam gegen Schlafstörungen eingesetzt werden kann.

Wie lange dauern Schlafstörungen, wenn du mit dem Kiffen aufhörst?

Viele schlafen eine Zeit lang schlecht, nachdem sie mit dem Kiffen aufgehört haben. Das kann Teil des Entzugssyndroms sein und hängt oft mit der Unruhe zusammen, die das Aufhören mit sich bringt.

Meistens verschwindet die Schlaflosigkeit nach ein paar Tagen, in der Regel innerhalb der ersten zwei Wochen nach dem letzten Joint. Wer täglich konsumiert hat, kann aber auch ein paar Wochen länger damit zu kämpfen haben.

Cannabis und REM-Schlaf: Die REM-Phase (Rapid Eye Movement) ist die Phase, in der wir träumen, und gilt als entscheidend für erholsamen Schlaf.

Cannabis kann genau diese Phase beeinflussen. Einige Studien deuten darauf hin, dass es den Tiefschlaf verlängern und die Zeit im REM-Schlaf verkürzen kann – was sich auf das Festigen von Erinnerungen und aufs Lernen auswirken kann.

Schlecht schlafen nach dem Kiffen vor dem Zubettgehen

Ein Joint vor dem Schlafengehen kann den Schlaf ganz unterschiedlich beeinflussen – je nach Dosis, wie oft du kiffst und wie empfindlich du auf die Wirkstoffe reagierst, vor allem auf THC. Das sagt die Forschung bisher:

  • Veränderte Schlafzyklen: Cannabis kann den Tiefschlaf (Slow-Wave-Schlaf) verlängern und die REM-Phase verkürzen, was die Schlafqualität beeinträchtigen kann.
  • Probleme beim Einschlafen: Anfangs macht Cannabis vielleicht müde, aber wer regelmäßig kifft, kann irgendwann ohne kaum noch einschlafen – so kann eine Abhängigkeit entstehen.
  • Schlechtere Schlafqualität: Du schläfst zwar schneller ein, aber insgesamt kann der Schlaf weniger erholsam sein.
  • Veränderte Schlafmuster: Regelmäßige Konsument:innen haben oft Probleme, die ganze Nacht durchzuschlafen.
  • Abhängigkeit und Toleranz: Bei regelmäßigem Konsum baut sich eine Toleranz auf, du brauchst also mehr für denselben Effekt – und es kann eine psychische oder körperliche Abhängigkeit entstehen.
Joint und Gras auf dem Tisch

Schlaflosigkeit besiegen – ohne Cannabis

Der Schlüssel zu erholsamem Schlaf sind bessere Schlafgewohnheiten. Sich von irgendeiner Substanz abhängig zu machen, egal ob illegal oder aus der Apotheke, geht meistens nach hinten los, weil daraus schnell eine Abhängigkeit wird.

Wichtig zu verstehen: Kiffen ist keine Dauerlösung für Schlafprobleme. Es überdeckt sie eher vorübergehend und kann sie bei zu viel Konsum sogar verschlimmern.

Hier ein paar Gewohnheiten, mit denen du deine Schlafqualität verbessern und Schlaflosigkeit ohne Cannabis in den Griff bekommen kannst:

  1. Beweg dich regelmäßig: Tägliche Bewegung baut Stress und Anspannung ab und macht das Einschlafen leichter.
  2. Weniger Bildschirm vor dem Schlafen: Leg Handy, Tablet und Laptop mindestens eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen weg. Das blaue Licht der Displays kann die Produktion von Melatonin stören, dem Schlafhormon.
  3. Iss abends leicht: Verzichte vor dem Schlafen auf schwere Mahlzeiten. Die liegen im Magen, machen Beschwerden und halten dich wach.
  4. Komm zur Ruhe: Nimm dir vor dem Schlafen Zeit für ruhige Dinge wie Lesen, leise Musik oder Meditation.
  5. Lass den Mittagsschlaf weg: Wer tagsüber zu viel schläft, schläft nachts schlechter. Halte Nickerchen also kurz oder spar sie dir.
  6. Weniger Koffein und Alkohol: Verzichte vor allem nachmittags und abends auf Kaffee und Alkohol, weil beides die Schlafqualität stören kann.
  7. Bring Stress und Angst runter: Techniken wie tiefes Atmen, Visualisierung oder Tagebuchschreiben helfen, Anspannung abzubauen und besser zu schlafen.

Mit diesen Gewohnheiten verbesserst du deine Schlafqualität und bekommst Schlaflosigkeit auf natürliche Weise in den Griff – ganz ohne Gras.