Spinnmilben bekämpfen: Was in Wachstum und Blüte gegen die Rote Spinne hilft
NOTIZEN

Spinnmilben bekämpfen: Was in Wachstum und Blüte gegen die Rote Spinne hilft

Gespinste an den Buds, Punkte auf den Blättern: wie du Spinnmilben stoppst und welche Mittel du in Wachstum und Blüte einsetzen kannst.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Spinnmilben an Cannabis bekämpfst du am besten in zwei Stufen: vorbeugen mit wenig Stickstoff, guter Lüftung, Hygiene und regelmäßigen Kontrollen der Blattunterseiten, und bei Befall gezielt behandeln, etwa mit Kaliseife, natürlichen Pyrethrinen oder Schwefel. In der Wachstumsphase hast du mehr Spielraum, in der Blüte kommen nur noch biologische Mittel infrage. Je früher du den Befall erkennst, desto leichter wirst du ihn wieder los.

Was ist die Rote Spinne?

Die Rote Spinne oder Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) ist eine winzige Milbe von etwa 0,5 mm aus der Familie der Spinnmilben (Tetranychidae). Sie kann Gespinste weben, weshalb man sie oft für eine normale Spinne hält. Je nach Entwicklungsstadium ist sie bräunlich-grün bis knallrot gefärbt. Meist versteckt sie sich auf der Blattunterseite und nutzt ihr Gespinst als Schutz – sowohl gegen natürliche Feinde als auch gegen manche Akarizide, also Mittel gegen Milben.

In den letzten Jahren tauchen Spinnmilben in Cannabis-Grows deutlich häufiger auf. Früher starben sie draußen im Winter meist ab. Heute aber laufen immer mehr Indoor-Grows und Gewächshäuser das ganze Jahr durch, dazu wird der Boden wärmer. So überleben die Milben alle Jahreszeiten und werden immer widerstandsfähiger.

Was machen Spinnmilben mit deinen Cannabispflanzen?

Anders als Raupen in den Buds, Schnecken oder Nacktschnecken frisst die Spinnmilbe keine großen Löcher in die Blätter. Stattdessen sticht sie die Blätter unzählige Male an und saugt Pflanzensaft und Zellgewebe aus, bis sie voller winziger gräulicher Punkte sind. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Befall sogar die Buds in Gespinste einhüllen – mit deutlichen Ernteverlusten.

Deshalb ist es extrem wichtig, Spinnmilben vorzubeugen oder sie beim ersten Anzeichen sofort zu bekämpfen. Unter günstigen Bedingungen breiten sie sich rasend schnell aus und besiedeln ganze Pflanzen in kurzer Zeit.

Woran erkennst du einen Spinnmilben-Befall?

  • Spinnmilben sind zwar winzig, aber gut an ihrer bräunlich-grünen bis knallroten Farbe und ihrer langsamen Fortbewegung auf der Pflanze zu erkennen.
  • Sie sitzen auf beiden Blattseiten: Oben saugen sie den Saft, unten legen sie ihre Eier ab, genau wie die Weiße Fliege.
  • Beim Saugen hinterlassen sie typische, winzige weißliche oder gräuliche Punkte auf den Blättern.
  • Fährst du mit dem Finger über die Blattunterseite, wo du Spinnmilben vermutest, und bleibt ein kleiner rötlicher Strich am Finger, sind es sehr wahrscheinlich Spinnmilben.
  • Bei sehr starkem Befall bilden sie außerdem Gespinste an Blättern, Stängeln und Blüten.
  • Am sichersten erkennst du sie mit einer Lupe oder einem Mikroskop mit etwa 100-facher Vergrößerung an der Blattunterseite. Larven haben 3 Beinpaare, erwachsene Milben 4. Damit sind sie leicht zu bestimmen.

Welche Schäden richten Spinnmilben an?

  • Blattschäden: Spinnmilben können Blätter unzählige Male anstechen, was mit bloßem Auge wie winzige weiße Punkte aussieht. Der Schaden entsteht beim Saugen und führt zu dauerhaften Verfärbungen am Blatt.
  • Mehr Stress für die Pflanze: Je nach Befallsstadium verliert sie Blätter und stellt Wachstum oder Blüte ein.
  • Weniger Ertrag, schlechtere Qualität: Die Ernte fällt kleiner und schlechter aus. Die Buds bleiben kleiner und können sogar von Gespinsten überzogen sein.
  • Schlechterer Geschmack der Buds: Über die Stichstellen können Fäulnis und Krankheiten eindringen, außerdem scheiden die Milben auf Blätter und Blüten aus – beides ruiniert das Aroma.

Wie beugst du Spinnmilben an Cannabis vor?

  • Übertreib es nicht mit Stickstoff beim Düngen, denn das lockt Spinnmilben und andere Schädlinge an.
  • Outdoor solltest du deine Cannabispflanzen auf Abstand zu anderen Pflanzen halten, weil viele Spinnmilben den Winter auf Pflanzen auf Dachterrassen oder Balkonen verbringen.
  • Indoor brauchst du eine gute Belüftung und Abluft, damit es nicht zu warm wird – Hitze begünstigt die Besiedlung enorm. Mehr zu Belüftung und Abluft findest du in unserem Beitrag über die Lüftung im Indoor-Grow.
  • Hohe Luftfeuchtigkeit mögen Spinnmilben nicht. Deshalb suchen sie sich gern Pflanzen, die zu wenig gegossen werden oder etwas geschwächt sind.
  • Achte auf strenge Hygiene im Grow und geh möglichst nicht in Straßenkleidung rein.
  • Kontrollier deine Pflanzen regelmäßig auf erwachsene Milben, Eier und Co. Such vor allem auf der Blattunterseite nach Eiern, die meist in Gruppen liegen.
  • Nutze Bio Protect von GHE oder Bio Protect von Green Hope, um deine Pflanzen biologisch zu stärken und zu schützen.
  • Du kannst auch andere biologische Vorbeugemittel wie Cannacure oder Leaf Coat verwenden. Sie bilden einen Film auf dem Blatt, der es dem Schädling schwer macht, sich festzusetzen, und unterstützen das Wachstum, weil sie Stress reduzieren.
  • Wenn du eigenen Kompost nutzt oder Mist in dein Beet gibst, achte darauf, dass er vorher gut verrottet und schädlingsfrei ist.
  • Hast du gerade einen Durchgang mit Spinnmilben hinter dir und willst sichergehen, dass keine im Growraum oder in der Growbox zurückbleiben, kannst du Solfac Automatic Forte verwenden (giftig, Anleitung genau lesen).

Wie bekämpfst du Spinnmilben in der Wachstumsphase?

Siehst du klare Anzeichen eines Befalls, bleibt dir nur eins: so schnell und gründlich wie möglich dagegen vorgehen. Die gute Nachricht: In der Wachstumsphase stehen die Chancen besser, die Spinnmilben schnell loszuwerden. Die Pflanzen sind noch kleiner, du kannst sprühen, ohne Buds zu beschädigen, und hast die Wahl zwischen biologischen und chemischen Akariziden.

Nahaufnahme von Spinnmilben auf einem Blatt

Die besten biologischen Mittel gegen Spinnmilben in der Wachstumsphase

  • Haben sich Spinnmilben in der Wachstumsphase festgesetzt, empfehlen wir Kaliseife wie Mobet, allein oder kombiniert mit natürlichen Pyrethrinen wie Spruzit. Spruzit enthält außerdem Rapsöl, das die Eier der Spinnmilben erstickt.
  • Du kannst auch andere biologische Akarizide speziell gegen Spinnmilben verwenden, etwa Plant Vitality von BAC.
  • Eine weitere Möglichkeit ist natürlicher Schwefel wie Elosal, der außerdem Pilze wie Echten Mehltau bekämpft.

Chemische Mittel in der Wachstumsphase

Hast du einen Indoor-Grow und gerade erst einen Befall gehabt, kannst du mit Solfac Automatic Forte sichergehen, dass alles weg ist. Das Mittel wirkt als automatischer Vernebler.

Wie wirst du Spinnmilben in der Blüte los?

In der Blütephase solltest du nur biologische Mittel gegen Milben einsetzen, denn chemische bleiben zu lange an der Pflanze und können in dieser Phase großen Schaden anrichten. Wie in der Wachstumsphase kannst du außerdem auf natürliche Fressfeinde setzen, um den Befall loszuwerden.

Biologische Mittel für die Blütephase

  • In der Blüte darf der Befall auf keinen Fall zunehmen. Deshalb ist es wichtig, die Behandlungen konsequent zu wiederholen und richtig anzuwenden, damit keine Folgeprobleme entstehen.
  • Gegen Spinnmilben helfen wirksame biologische Akarizide wie Spruzit, das auch die Eier abtötet. Du kannst es mit Kaliseife wie Mobet kombinieren.
  • Ein weiteres sehr gefragtes Mittel, weil es so gut wirkt, ist Plant Vitality.
  • Kontrollier die Pflanzen täglich, vor allem die Blattunterseiten. Um erwachsene Milben, Larven, Protonymphen und Eier von Hand zu entfernen, kannst du eines der drei genannten Mittel in der vom Hersteller angegebenen Dosierung mit Wasser mischen. Tauch einen Wattebausch in die Lösung und wisch die Eier damit von der Blattunterseite.