Tägliches Kiffen und Herzinfarkt: Was die Studie mit 430.000 Erwachsenen zeigt
GESUNDHEIT

Tägliches Kiffen und Herzinfarkt: Was die Studie mit 430.000 Erwachsenen zeigt

25 Prozent mehr Herzinfarkte, 42 Prozent mehr Schlaganfälle bei täglichem Konsum: was die Forscher aus Boston herausgefunden haben und was das für CBD bedeutet.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Wer täglich kifft, hat laut einer großen Studie des Massachusetts General Hospital ein höheres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall: Tägliche Konsumenten hatten eine um 25 % höhere Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt und eine um 42 % höhere für einen Schlaganfall als Menschen, die nicht konsumieren. Das ist ein ernstzunehmendes Signal und keine Panikmache, zumal der Cannabiskonsum zu Freizeit- und medizinischen Zwecken weiter steigt. Kann Gras also tatsächlich das Herzinfarktrisiko erhöhen?

Viele halten Cannabis für eine relativ sichere Substanz, doch Untersuchungen deuten darauf hin, dass es Herz und Blutgefäße deutlich belasten könnte. Wer bewusst entscheiden will, wie er konsumiert, sollte die Faktoren kennen, die dieses Risiko erhöhen können.

Cannabis und akuter Herzinfarkt: Was die Forschung sagt

Immer mehr Menschen konsumieren Cannabis, sei es wegen der angepriesenen medizinischen Vorteile oder einfach zum Spaß. Neue Studien zeigen aber, dass das womöglich weniger harmlos ist als gedacht, gerade was das Herz-Kreislauf-System angeht. Eine aktuelle Studie von Fachleuten des Massachusetts General Hospital in Boston wirft ein Licht darauf, was regelmäßiger Konsum mit dem Herzen machen könnte.

Höheres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall bei täglichem Konsum

Die Forscher fanden heraus, dass tägliche Cannabiskonsumenten im Vergleich zu Nichtkonsumenten eine um 42 % höhere Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall und eine um 25 % höhere für einen Herzinfarkt hatten.

Je häufiger konsumiert wurde, desto höher lag das Risiko. Betroffen waren sowohl häufige als auch gelegentliche Konsumenten.

Steigt das Herzrisiko auch bei gesunden Menschen?

Am beunruhigendsten: Das höhere Herzinfarktrisiko zeigte sich auch bei Menschen ohne Herzerkrankungen in der Vorgeschichte, die keine anderen Substanzen wie Tabak konsumierten. Das stellt die verbreitete Annahme infrage, Cannabis sei sicherer als Alkohol oder Zigaretten.

Cannabisrauch im Vergleich zu Tabakrauch

Die Hauptautorin der Studie, Abra Jeffers, bringt es so auf den Punkt: „Cannabisrauch unterscheidet sich gar nicht so sehr von Tabakrauch, abgesehen von der psychoaktiven Substanz: THC statt Nikotin.“ Die Herz-Kreislauf-Risiken des Kiffens könnten also denen des Rauchens ähneln. Das wiegt umso schwerer, weil der Cannabiskonsum zunimmt, während immer weniger Menschen Tabak rauchen.

Tägliches Kiffen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Ergebnisse passen zu anderen Studien, die täglichen Cannabiskonsum mit mehr koronaren Herzkrankheiten, Herzinfarkten und Schlaganfällen in Verbindung bringen.

Auch Robert Page II, Professor für klinische Pharmazie und physikalische Medizin an der Skaggs School of Pharmacy and Pharmaceutical Sciences der University of Colorado, bestätigt diesen Zusammenhang.

Wer an der Studie teilnahm und welche Daten sie nutzt

Die im Journal of the American Heart Association veröffentlichte Studie wertete Daten von rund 430.000 Erwachsenen aus, die zwischen 2016 und 2020 über das Behavioral Risk Factor Surveillance System erhoben wurden, eine große Gesundheitsbefragung in den USA. Die Teilnehmenden waren 18 bis 74 Jahre alt, im Schnitt 45. Rund 90 % konsumierten kein Cannabis, und mehr als 63 % hatten nie Tabak geraucht.

Spielt die Konsumform eine Rolle?

Von den aktuellen Cannabiskonsumenten gaben 74 % an, dass sie Cannabis meistens rauchen. Täglich konsumierten nur etwa 4 % aller Teilnehmenden.

Konkret hatten Männer unter 55 und Frauen unter 65, die Cannabis konsumierten, eine um 36 % höhere Wahrscheinlichkeit für Herzkrankheiten, Herzinfarkt und Schlaganfall zusammengenommen, unabhängig davon, ob sie Tabak rauchten.

Warum es noch mehr Forschung braucht

Die Ergebnisse sind deutlich, trotzdem sind sich die Fachleute einig, dass weitere Forschung nötig ist, um die Wirkung von Cannabis auf das Herz zu bestätigen. Die Datenlage deutet aber darauf hin, dass häufiger Konsum dem Herzen schaden könnte, und dieses Risiko solltest du ernst nehmen.

Cannabis und Herzinfarkt: Was ist mit CBD?

Wichtig: Die Studie hat den Konsum der Cannabispflanze untersucht, nicht Öle mit CBD (der Link führt zum Shop von CosechaLibre in Argentinien), dem nicht psychoaktiven Wirkstoff, der für sein medizinisches Potenzial bekannt ist.

Manche sehen in CBD deshalb eine sicherere Alternative für alle, die die therapeutische Seite von Cannabis nutzen wollen, ohne die mit THC verbundenen Risiken. Untersucht ist das allerdings noch nicht.