
THC und Herz: Ist dein Herz bereit für Cannabis?
Herzrasen, Vorhofflimmern, Schlaganfall und Wechselwirkungen mit Herzmedikamenten: was Studien über Cannabis und das Herz-Kreislauf-System sagen.
Cannabis kann aufs Herz gehen: THC beschleunigt den Puls, erhöht den Sauerstoffbedarf des Herzens und wird mit Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern in Verbindung gebracht; Studien deuten außerdem auf ein höheres Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko bei Konsument:innen hin. Wer schon Herzprobleme hat oder Herzmedikamente nimmt, sollte vor dem Konsum mit seiner Ärztin oder seinem Arzt sprechen. Cannabis ist in den letzten Jahrzehnten massiv populärer geworden, als Genussmittel wie als Medizin – und wie es sich auf Herz und Kreislauf auswirkt, wird in Medizin und Forschung zunehmend diskutiert.
Je mehr Menschen Cannabis nutzen, ob gegen Beschwerden oder einfach zum Genießen, desto drängender wird die Frage: Ist dein Herz bereit für Gras?
Cannabis kann das Herz-Kreislauf-System auf ganz unterschiedliche Weise beeinflussen – vom Blutdruck, der steigt oder fällt, bis zu Veränderungen der Herzfrequenz. Deshalb lohnt es sich zu verstehen, was diese Effekte für dein Herz bedeuten können.

Manche Studien deuten auf mögliche schützende Eigenschaften für das Herz hin, andere warnen vor Risiken – vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen.
Cannabis und Blutdruck: Ist dein Herz bereit?
Cannabis wird in vielen Regionen normaler und legaler. Damit stellt sich umso dringender die Frage, wie sicher der Konsum ist – besonders für Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen.
Cannabis ist ein heißes Thema, in öffentlichen Debatten wie in der Forschung, aber die möglichen Risiken für Herz und Kreislauf gehen dabei oft unter. Je verbreiteter der Konsum wird, desto wichtiger ist es, sich anzuschauen, was er mit deinem Herzen und deinem Kreislauf machen kann.
Wie Cannabis den Blutdruck beeinflusst
Viele halten Kiffen für die gesündere Alternative zum Tabak. Tatsächlich kann Cannabiskonsum aber deutliche Auswirkungen auf die Herzgesundheit haben. Neuere medizinische Berichte weisen darauf hin, dass Cannabis für Herz und Kreislauf ähnliche oder sogar größere Risiken bergen könnte als Tabak.
Laut einer Analyse von Muthiah Vaduganathan und seinem Team am Brigham and Women’s Hospital kann Cannabiskonsum dem Herzen schaden, weil beim Rauchen Verbrennungsprodukte eingeatmet werden, deren Schadstoffprofil dem von Tabakrauch ähnelt.
Was Studien über Cannabis und das Herz zeigen
Mehrere Studien bringen das Rauchen von Cannabis mit einer Reihe von Herz-Kreislauf-Problemen in Verbindung. Dazu gehören Entzündungen, Blutgerinnsel und Störungen im elektrischen Reizleitungssystem des Herzens, die zu Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern führen können.
Eine neuere Studie fand bei Cannabiskonsument:innen ein mehr als dreifach erhöhtes Schlaganfallrisiko. Außerdem wurde bei Konsument:innen unter 50 eine Zunahme von Herzinfarkten dokumentiert – ein Hinweis darauf, dass Cannabis ein relevanter Auslöser sein könnte.
Schadet Kiffen dem Herzen? Die Rolle von THC
Cannabis, vor allem THC-haltiges, kann sich deutlich negativ auf die Herzgesundheit auswirken. THC (Tetrahydrocannabinol) ist der wichtigste psychoaktive Wirkstoff im Cannabis und für den Rausch verantwortlich.
Verschiedene Studien zeigen, dass Cannabiskonsum innerhalb einer Stunde Herzrhythmusstörungen wie Herzrasen (Tachykardie) und Vorhofflimmern auslösen kann. Solche Rhythmusstörungen erhöhen den Sauerstoffbedarf des Herzens und können die Gefäßwände belasten – das kann vor allem bei entsprechender Veranlagung zu höherem Blutdruck beitragen.
Wie THC auf das Herz wirkt
Tetrahydrocannabinol (THC) erhöht nicht nur die Herzfrequenz, sondern kann auch den Sauerstoffbedarf des Herzens steigern. Bei Menschen mit Herzvorerkrankungen kann das Probleme auslösen.
Dazu kommt: Studien zeigen, dass Cannabisrauch ähnliche Bestandteile enthält wie Tabakrauch, etwa Kohlenmonoxid und Teer. Diese Schadstoffe lassen sich im Blut von Kiffern nachweisen, unabhängig vom THC-Gehalt – was auf ein ähnliches Risiko wie beim Tabakrauchen hindeutet.
CBD und seine mögliche Wirkung aufs Herz
Anders als THC macht CBD (Cannabidiol) nicht high. Von Fachleuten begutachtete Studien deuten darauf hin, dass CBD sich positiv auf Herz und Kreislauf auswirken könnte. CBD wird mit niedrigerem Blutdruck, einer geringeren Herzfrequenz und weniger Entzündungen in Verbindung gebracht.
Entzündungen spielen eine Schlüsselrolle bei der Verengung der Arterien, die zu Herzerkrankungen und Schlaganfällen führen kann.
Wichtig dabei: Auch wenn CBD-Produkte heute in Läden und online überall zu haben sind, ist in den USA nur ein einziges CBD-Arzneimittel von der Arzneimittelbehörde FDA zugelassen.
Das zeigt, wie wichtig Vorsicht ist – und dass du vor der Einnahme von CBD-Produkten mit Fachleuten sprechen solltest, besonders wenn du Vorerkrankungen hast.

Wechselwirkungen: Cannabinoide und Herzmedikamente
Cannabis kann außerdem die Wirkung verschiedener Herzmedikamente stören. Cannabinoide wie THC und CBD können den Abbau wichtiger Medikamente wie Statine, Warfarin und Betablocker im Körper verändern, ihre Wirksamkeit verringern und unter Umständen Nebenwirkungen auslösen.
Studien deuten darauf hin, dass Cannabis die Wirkung von Medikamenten gegen Herzerkrankungen negativ beeinflussen und so das Risiko für Komplikationen erhöhen kann.
Weitere Baustellen: Vapes und synthetische Cannabinoide
Auch das Verdampfen von Cannabis und synthetische Cannabinoide sorgen für zusätzliche Bedenken. Beim Vapen werden Stoffe möglicherweise effektiver freigesetzt, was zu höheren Dosen und stärkeren Belastungen fürs Herz führen könnte. Synthetische Cannabinoide wiederum können unbekannte und potenziell gefährliche Folgen für Herz und Kreislauf haben.
Fazit: Worauf solltest du achten?
Cannabis wird immer zugänglicher und gesellschaftlich akzeptierter – umso wichtiger ist es, über die möglichen Folgen für Herz und Kreislauf Bescheid zu wissen. Hast du eine Herzerkrankung oder ein erhöhtes Risiko dafür, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor du Cannabis nutzt.
Die Forschung zu Cannabis und Herzgesundheit entwickelt sich ständig weiter. Bleib auf dem Laufenden, damit du gut informierte Entscheidungen für dein Herz treffen kannst.
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