THC oder CBD zum Schlafen? Was die Forschung wirklich sagt
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THC oder CBD zum Schlafen? Was die Forschung wirklich sagt

Niedrig dosiertes THC, CBD-Tropfen, Toleranz und Weed-Kater: was Studien und Fachleute über Cannabis als Schlafhilfe sagen.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Ob Cannabis beim Schlafen hilft, hängt stark von Wirkstoff, Dosis und Häufigkeit ab: Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass niedrige THC-Dosen das Einschlafen erleichtern können, hohe eher stören, und dass CBD die Schlafqualität verbessern könnte. Regelmäßiger Konsum kann aber zu Toleranz und Abhängigkeit führen, und die Forschung dazu ist noch dünn. Schlaf ist zentral für Gesundheit und Wohlbefinden, deshalb interessieren sich Medizin und viele Schlaflose gleichermaßen dafür, was Cannabis mit Schlafqualität und Schlafdauer macht.

Schon seit Jahrhunderten nutzen viele Kulturen Cannabis, um zu entspannen und besser einzuschlafen. Wie genau Cannabis und Schlaf zusammenhängen, ist aber komplex und wissenschaftlich noch längst nicht geklärt.

Die Studienlage ist gemischt, und vieles ist noch offen. Einige Studien deuten darauf hin, dass regelmäßiger Konsum die Schlafmuster verändern und die Schlafqualität auf Dauer verschlechtern kann. Andere sehen mögliche Vorteile bei Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit (Insomnie) und Schlafapnoe.

Cannabisblüte in der Hand

Wie kann Cannabis beim Schlafen helfen?

Wichtig vorweg: Wie Cannabis auf den Schlaf wirkt, hängt von der Dosis, der Sorte und deiner persönlichen Empfindlichkeit ab.

Wer Cannabis medizinisch nutzt, sollte das außerdem ärztlich begleiten lassen, vor allem bei Vorerkrankungen oder wenn man andere Medikamente nimmt.

Kurz gesagt: Der Zusammenhang zwischen Cannabis und Schlaf ist ein Forschungsfeld in Bewegung, die Ergebnisse sind gemischt. Während weiter geforscht wird, probieren viele Menschen Cannabis aus, um besser zu schlafen. Vorsicht und ein Gespräch mit Arzt oder Ärztin vorher sind trotzdem angesagt.

CBD zum Schlafen: Was sagt die Forschung?

Nach Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) schläft ein großer Teil der US-Bevölkerung weniger als die empfohlene Mindestdauer, und der Griff zu Schlafmitteln hat zugenommen.

Manche greifen deshalb zu Cannabis, um besser zu schlafen. Eine 2022 veröffentlichte Studie zeigte, dass fast die Hälfte der Nutzer:innen von medizinischem Cannabis in den USA und Kanada Schlaf als einen ihrer Hauptgründe nannte.

Wie genau Cannabis den Schlaf beeinflusst, ist aber schwer zu sagen, weil die Studien und Ergebnisse so unterschiedlich ausfallen. Die beiden wichtigsten Wirkstoffe, Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), scheinen den Schlaf unterschiedlich zu beeinflussen, erklären Fachleute wie Vyga Kaufmann und Cinnamon Bidwell von der University of Colorado Boulder.

THC oder CBD zum Schlafen?

Die wenigen vorhandenen Studien deuten darauf hin, dass niedrige THC-Dosen den Schlaf verbessern können, hohe dagegen das Gegenteil bewirken. CBD, das nicht berauscht, könnte sich dagegen positiv auf die Schlafqualität auswirken.

Das Problem: Cannabisprodukte auf dem Markt enthalten diese Wirkstoffe in ganz unterschiedlichen Verhältnissen, und das macht klare Aussagen über den Effekt auf den Schlaf schwierig.

Trotz aller Hürden in der Forschung zeigt die Beliebtheit von Cannabis als Schlafhilfe, wie groß das Interesse an seinem therapeutischen Potenzial in diesem Bereich ist.

Cannabispflanze an Tag 48 der Blüte

Was du vor CBD-Tropfen zum Schlafen wissen solltest

Bevor du Cannabis zum Schlafen nimmst, solltest du ein paar Dinge bedenken. Dr. Bidwell hat in ihrer klinischen Erfahrung beobachtet, dass Menschen mit Cannabis als Schlafhilfe meist zufriedener sind, wenn sie es gelegentlich nehmen und nicht regelmäßig.

Der Grund: Häufiger THC-Konsum kann zu Toleranz oder Abhängigkeit führen, was den gewünschten Effekt auf den Schlaf wieder aufheben kann.

Auch Dr. Sahni warnt vor dem Risiko einer Abhängigkeit bei chronischem Konsum. Wer mehr konsumiert, braucht irgendwann mehr für dieselbe Wirkung, und daraus kann eine Abhängigkeit werden.

Dazu kommt: Wer plötzlich aufhört, kann Entzugssymptome bekommen, etwa Angst, Reizbarkeit und Einschlafprobleme. Manche fangen deshalb wieder an, um diese Symptome loszuwerden.

Zu viel THC kann außerdem am nächsten Tag für einen „Weed-Kater“ sorgen, mit Müdigkeit sowie trockenem Mund und trockenen Augen. CBD dagegen scheint weder Toleranz noch Abhängigkeit zu erzeugen.

Was solltest du ausprobieren, bevor du zu Cannabis-Tropfen greifst?

Bevor du zu Cannabis greifst, rät Dr. Kaufmann, erst mal am Lebensstil zu schrauben: feste Schlafenszeiten, weniger Bildschirm vor dem Zubettgehen, kein Koffein am Nachmittag, regelmäßig Sport und ein angenehmes, ruhiges Schlafzimmer.

Bei hartnäckiger Schlaflosigkeit kann eine kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) eine wirksame und nachhaltige Option sein. Bedenke außerdem, dass Cannabis in den USA nicht in allen Bundesstaaten legal ist und es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten geben kann.

Unterm Strich: Wenn du Cannabis ausprobieren willst, fang niedrig dosiert an und beobachte, wie dein Körper reagiert. Weil diese Produkte kaum reguliert sind, solltest du die möglichen Gesundheitsrisiken im Blick behalten.

Am Ende braucht es noch deutlich mehr Forschung, um die Wirkung von Cannabis auf den Schlaf wirklich zu verstehen und den richtigen Einsatz festzulegen.