Trockener Mund vom Kiffen: Was Gras mit dem Speichel macht
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Trockener Mund vom Kiffen: Was Gras mit dem Speichel macht

Warum THC die Speicheldrüsen ausbremst und mit welchen Tricks du den Cottonmouth schnell wieder loswirst.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Nach dem Kiffen fühlt sich der Mund oft an wie Schmirgelpapier, und das hat einen klaren Grund: Cannabinoide wie THC docken an Rezeptoren in den Speicheldrüsen an und bremsen die Speichelproduktion. Dieser „Cottonmouth“ ist lästig, aber harmlos und geht von selbst wieder weg. Wasser, Kaugummi und Eiswürfel helfen schnell. Der Konsum von Cannabisblüten wirkt eben auf den ganzen Körper, und der Mund ist keine Ausnahme: vom klassischen trockenen Mund bis zu möglichen Folgen für die Mundgesundheit auf lange Sicht.

Egal ob du regelmäßig kiffst oder überlegst, es zum ersten Mal zu probieren: Hier erfährst du, was Gras mit deinem Mund macht und warum.

Cannabisblüte in der Hand

Wie entsteht Speichel?

Speichel entsteht in einem ziemlich komplexen Prozess mit mehreren Schritten und Beteiligten. Grob gesagt läuft die Produktion in zwei Phasen ab. Zuerst geben spezialisierte Zellen, die sogenannten Azinuszellen, eine Flüssigkeit ab, die in ihrer Zusammensetzung dem Blutplasma ähnelt.

Diese Ausgangsflüssigkeit fließt dann durch die Speichelgänge, wo sie umgebaut wird: Natrium und Chlorid werden entzogen, Kalium und Bicarbonat kommen dazu. Am Ende steht eine „hypotone Lösung“, also eine Flüssigkeit mit weniger gelösten Teilchen als das Blut, die in die Mundhöhle abgegeben wird.

Wie die Nerven den Speichelfluss steuern

Gesteuert wird die Speichelbildung vom parasympathischen Nervensystem, dem Teil des Nervensystems, der für Verdauung und Ruhe zuständig ist und den Körper schon auf das Essen vorbereitet. Es aktiviert die Rezeptoren in den Speicheldrüsen über Nervenimpulse aus der Chorda tympani, der sogenannten Paukensaite.

Dieser Nerv ist ein Ast des Gesichtsnervs und mit dem Ganglion submandibulare verschaltet, einer Ansammlung von Nervenzellen an der Unterkieferspeicheldrüse. Er schüttet Acetylcholin aus, den entscheidenden Botenstoff, der die Speichelproduktion anwirft.

Neben Acetylcholin spielt auch Noradrenalin eine Rolle. Es wird von sympathischen Nervenfasern freigesetzt und wirkt direkt auf die Myoepithelzellen, die die Azinuszellen umschließen. Noradrenalin lässt diese Zellen sich zusammenziehen und drückt so den Speichel heraus.

Warum wird der Mund beim Kiffen trocken?

Das Endocannabinoid-System (ECS) reguliert jede Menge Körperfunktionen, auch die Speichelproduktion. Zu diesem System gehören die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2, die überall im Körper sitzen, auch in den Speicheldrüsen.

Wenn Cannabinoide an diese Rezeptoren andocken, kann das die Speichelproduktion deutlich drosseln, und genau daher kommt der bekannte trockene Mund beim Konsum von Cannabis.

Was das Endocannabinoid-System mit dem Speichel macht

Mehrere Studien stützen den Zusammenhang zwischen Endocannabinoid-System und weniger Speichel beim Cannabiskonsum. Eine in Scientific Reports veröffentlichte Studie fand heraus, dass die Aktivierung der CB1-Rezeptoren in den Speicheldrüsen die Freisetzung von Botenstoffen hemmt, die für die Speichelbildung nötig sind.

Fehlt das passende „Signal“, um den Prozess zu starten, produzieren die Drüsen weniger Speichel, und der Mund wird trocken.

Eine weitere Studie im International Journal of Molecular Sciences untersuchte, wie Cannabinoide auf die Epithelzellen der Speicheldrüsen wirken. Ergebnis: THC, das bekannteste Cannabinoid, senkt die sekretorische Aktivität dieser Zellen und damit die Speichelmenge noch weiter.

Buds der Sorte Gorilla Rainbow

Spielt die gefäßerweiternde Wirkung von Cannabis mit?

Neben der direkten Wirkung auf die Speicheldrüsen könnte auch die gefäßerweiternde Wirkung von Cannabis zum trockenen Mund beitragen. Wenn Cannabinoide die Blutgefäße weiten, könnte das die Durchblutung der Speicheldrüsen verändern und sie daran hindern, effizient Speichel zu bilden.

Ist der trockene Mund vom Kiffen gefährlich?

Wichtig vorweg: Der trockene Mund nach dem Rauchen ist weder gefährlich noch von Dauer. Mit ein paar einfachen Tricks wird er erträglicher und verschwindet schneller. Genug trinken, befeuchtende Mundpflegeprodukte und Mundspülungen helfen gegen das Symptom.

Kurz gesagt: Gras kann einen trockenen Mund machen, weil die Cannabinoide über das Endocannabinoid-System die Speichelproduktion bremsen. Es gibt aber praktische Wege, diese Nebenwirkung in den Griff zu kriegen.

Was hilft gegen trockenen Mund nach dem Kiffen?

Trockenheit in Mund und Rachen gehört zu den Effekten von Cannabis und kann schon bei moderaten Mengen auftreten. Bei ausgiebigen Sessions wird sie aber oft stärker und richtig unangenehm. Zum Glück gibt es ein paar Strategien, die zuverlässig helfen.

1. Genug trinken

Viel trinken ist eine der besten Maßnahmen gegen den trockenen Mund. Regelmäßig Wasser hält den Mund feucht und mildert das Problem. Eine Wasserflasche in Reichweite ist während und nach der Session Gold wert.

2. Kaugummi kauen

Kaugummi ist ein simpler Trick gegen Cottonmouth. Das Kauen regt die Speicheldrüsen an, sie produzieren mehr Speichel, und das trockene Gefühl lässt nach.

3. Eiswürfel oder Lutscher lutschen

Eiswürfel oder Lutscher bringen den Speichelfluss in Gang. Eiswürfel kühlen dabei zusätzlich Mund und Rachen, was sich besonders gut anfühlt.

4. Etwas zum Kauen essen

Lebensmittel, auf denen man richtig kauen muss, wie Trockenobst oder Trockenfleisch (Beef Jerky), regen die Speicheldrüsen an und kurbeln die Speichelproduktion an. Funktioniert gut und ist nebenbei ein ziemlich leckerer Snack gegen den trockenen Mund.

5. Befeuchtende Mundpflegeprodukte nutzen

Wenn du mehr Linderung willst, probier befeuchtende Produkte speziell für die Mundhöhle, etwa Mundgels oder Speichelersatz. Sie legen einen feuchten Film über die Schleimhaut und lindern so die Trockenheit. Weil auch viele verschreibungspflichtige Medikamente einen trockenen Mund machen, ist die Auswahl an solchen Produkten groß.

6. Hoffnung auf die Forschung

Die laufende Forschung zum Endocannabinoid-System und seinem Einfluss auf den Speichel könnte zu Produkten führen, die gezielt gegen Xerostomie wirken, so heißt Mundtrockenheit in der Fachsprache. Davon würden nicht nur Leute profitieren, die viel kiffen, sondern auch Menschen mit Erkrankungen oder Medikamenten, die dauerhaft für einen trockenen Mund sorgen.