
Überdüngung bei Cannabis: erkennen, vermeiden, beheben
Krallenblätter, verbrannte Spitzen, viel zu dunkles Grün: So erkennst du, welcher Nährstoff zu viel ist, und so bringst du deine Pflanze wieder auf Kurs.
Überdüngung bei Cannabis erkennst du meist an nach unten gebogenen Krallenblättern, verbrannten Blattspitzen und einem unnatürlich dunklen Grün. Die Lösung: ein bis zwei Wochen nur mit klarem Wasser gießen oder bei schweren Fällen die Wurzeln spülen und danach mit weniger Dünger weitermachen. Dünger ist zwar ein gutes Mittel, um mehr und besseres Gras zu ernten, aber anders als viele Anfänger glauben, bringt zu viel davon nicht größere Pflanzen und mehr Ertrag, sondern genau das Gegenteil.
Bei einer Überdüngung passiert also das Gegenteil von dem, was du willst: Das Wachstum stockt, und die Pflanze bildet weniger Buds in schlechterer Qualität. Der Grund: Zu viel Dünger hinterlässt giftige Salze im Substrat, und die Wurzeln können die Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen und verwerten.
Woran erkennst du eine Überdüngung?
Ganz allgemein gehören nach unten gebogene Blätter in Krallenform, Verbrennungen und sehr dunkle Grüntöne zu den wichtigsten Anzeichen einer Überdüngung. Wie genau die Pflanze reagiert, hängt aber davon ab, welcher Nährstoff im Überschuss vorhanden ist. Deshalb bekommst du hier ein paar Anhaltspunkte, mit denen du den Übeltäter erkennst.

Wie vermeidest du zu viel Dünger bei Cannabis?
Den pH-Wert messen:
Das ist extrem wichtig, um Überdüngung im Griff zu behalten, denn der pH-Wert bestimmt direkt, wie gut sich Nährstoffe lösen und aufgenommen werden: Ist er zu hoch (oder allgemein außerhalb des passenden Bereichs), können die Pflanzen die Nährstoffe nicht richtig aufnehmen und verwerten.
Die Düngerdosis genau abmessen:
Miss den Dünger immer ab, bevor du ihn gibst, und bleib lieber etwas unter der Menge, die der Hersteller empfiehlt (wenn alles gut läuft, kannst du die Dosis immer noch erhöhen).
Typisch für Überdüngung sind nach unten gebogene Krallenblätter, Verbrennungen und sehr dunkle Grüntöne. Je nachdem, welcher Nährstoff zu viel ist, reagiert die Pflanze aber unterschiedlich.
Überdüngung in der Wachstumsphase
In der Wachstumsphase bedeutet Überdüngung meistens zu viel Stickstoff, denn davon steckt in Wachstumsdüngern besonders viel. Hier mehr dazu.
Anzeichen für Überdüngung: zu viel Stickstoff
Zu viel Stickstoff zeigt sich an Blättern, die unnatürlich dunkelgrün und glänzend aussehen. Pilze und Schädlinge haben bei Stickstoffüberschuss leichteres Spiel, die Stängel werden brüchig und knicken nach und nach schlapp ein. Bei starker Überdüngung färben sich die Blätter kupferbraun, vertrocknen und fallen ab. Passiert das in der Wachstumsphase, wächst die Pflanze deutlich weniger, in der Blüte bleiben die Buds spärlich und klein.
Woran erkennst du Überdüngung in der Blüte?
In der Blüte entsteht bei Überdüngung meistens ein Überschuss an bestimmten Nährstoffen: Phosphor (P) oder Kalium (K). So erkennst du ihn:
Phosphor:
Ein Phosphorüberschuss in der Blüte ist schwer zu erkennen, weil Cannabis ziemlich viel Phosphor verträgt. Wenn es doch passiert, bekommen die Blätter braune Flecken. Zu viel Phosphor führt zu einem Mangel an Calcium, Magnesium, Kupfer, Eisen und Zink.
Kalium:
Sieht einem Mangel an Magnesium, Mangan, Zink oder Eisen sehr ähnlich. Wenn diese Nährstoffe plötzlich knapp zu sein scheinen, kann also ein Kaliumüberschuss dahinterstecken.
Für alle, die es genau wissen wollen, hier die typischsten Symptome für jeden einzelnen Nährstoff:
Calcium:
Die Pflanze welkt und entwickelt einen Mangel an Kalium, Magnesium, Mangan und Eisen.

Magnesium:
Ein Magnesiumüberschuss ist sehr selten. Wenn er auftritt, blockiert er die Aufnahme anderer Nährstoffe, vor allem von Calcium.
Schwefel:
Wenn du keine schwefelhaltigen Mittel einsetzt, wird Schwefel nie ein Problem. Bei zu viel Schwefel bleiben die Blätter klein und sehr grün, und das vegetative Wachstum stockt (starker Überschuss führt zu Verbrennungen).
Eisen:
Ein Eisenüberschuss kommt selten vor, kann aber zu Phosphormangel führen.
Bor:
Das Laub wird gelb. Die Blattränder vertrocknen, und nach und nach erfasst das den Rest des Blatts. Zu viel Bor kommt meist von zu viel borsäurehaltigen Pflanzenschutzmitteln. Folge sind Nekrosen und Blattverlust.
Zink:
Zu viel Zink blockiert die Eisenaufnahme und ist sehr giftig: In schweren Fällen kann es die Pflanze in kurzer Zeit töten.
Mangan:
Die Pflanze braucht es nur in winzigen Mengen. Bei zu viel Mangan verlangsamt sich das Wachstum.
Chlor:
Blattspitzen und Blattränder verbrennen.
Kupfer:
Zu viel Kupfer führt zu Eisenmangel und Chlorose (Vergilbung), die Pflanze hört auf zu wachsen und das Wurzelsystem verstopft. Ursache sind meist zu viele kupferhaltige Pflanzenschutzmittel.
Molybdän:
Zu viel Molybdän bedeutet einen Mangel an Kupfer und Zink.
Kobalt:
Kann die Stickstoffaufnahme stören. Für die Entwicklung der Pflanze ist Kobalt nicht nötig.
Die vielen unterschiedlichen Symptome zeigen, wie schwer es ist, ein Ungleichgewicht einem bestimmten Nährstoff zuzuordnen. Musst du aber auch gar nicht genau: Meistens kommen die Probleme von zu viel Dünger, und die Lösung ist eine niedrigere Dosis.
Wie behebst du eine Überdüngung?
Wichtig zu wissen: Überschüsse entstehen in der Praxis selten durch einen einzelnen Nährstoff, weil kaum ein Grower Nährstoffe einzeln gibt. Meistens steckt eine zu hohe Dosis eines bestimmten Düngers dahinter. Wenn du diese Dosis senkst, ist der Überschuss auch wieder weg.
Bei leichter Überdüngung reicht es, ein bis zwei Wochen nur mit klarem Wasser ohne Dünger zu gießen. Dabei werden überschüssige Salze und Nährstoffe aus dem Substrat gespült. Bei schwerer Überdüngung, wenn du glaubst, dass die Pflanze in Gefahr ist, hilft nur noch eine Wurzelspülung.
Überdüngung lässt sich vermeiden. Am Anfang wirkt das vielleicht wie zu viel Info auf einmal, die dich eher erschlägt als hilft. Deshalb unser Tipp: Halt inne, schau genau hin und schreib dir die Symptome auf, die du an deiner Pflanze siehst. So verstehst du nach und nach, was mit ihr los ist.
Und wenn du immer noch nicht weiterweißt, frag andere Grower, ob sie einen Blick auf deine Pflanzen werfen und dir helfen, das Problem zu lösen.
Schau dir unsere neuesten Beiträge an …
DER CLUB
Werde Teil der Community
Grower mit Namen und Gesicht, rückverfolgbare Chargen, eine echte Community. Kein Gerede, keine leeren Versprechen.
Dem Club beitretenWEITERLESEN
ANBAUIndoor-Grow planen: Genetik, Licht, Lüftung und Blütezeit
Samen oder Stecklinge, LED oder NDL, Abluft unten oder oben: die Entscheidungen, die du vor dem ersten Indoor-Grow treffen solltest.
ANBAUWas sind Trichome? Arten, Funktion und warum sie zählen
Bulbös, sitzend oder gestielt: welche Harzdrüsen THC und Terpene bilden, wovor sie die Pflanze schützen und was ihre Farbe über die Ernte sagt.