Was ist Klonen bei Cannabis? Mutterpflanze, Vorteile und Anleitung
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Was ist Klonen bei Cannabis? Mutterpflanze, Vorteile und Anleitung

Eine Pflanze, beliebig viele Kopien: was hinter dem Klonen steckt, wie du die richtige Mutter findest und warum Stecklinge Zeit und Geld sparen.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Klonen heißt bei Cannabispflanzen: Du schneidest einer Mutterpflanze in der Wachstumsphase einen Trieb ab, bringst ihn zum Wurzeln und bekommst so eine neue, eigenständige Pflanze mit exakt derselben Genetik. Diese vegetative Vermehrung kopiert eine Pflanze mit genau den Eigenschaften, die du haben willst.

Unter Growern und Produzenten ist Klonen beliebt, weil die neuen Pflanzen dieselben genetischen Eigenschaften wie die Mutter mitbringen: Cannabinoidprofil, Potenz, Geschmack und Aroma. Damit lassen sich herausragende Sorten erhalten und vermehren – für Ernten, die gleichbleibend gut ausfallen.

Cannabis-Steckling: Was bedeutet Klonen genau?

Klonen ist ein biotechnologisches Verfahren, bei dem eine genetisch identische Kopie eines Organismus entsteht. Im Gartenbau und speziell beim Cannabisanbau heißt das: Du schneidest einen Trieb (genauer gesagt die Spitze eines Zweigs mit einem Austrieb oder einem Paar junger Blätter) von einer Pflanze in der Wachstumsphase ab. Dann bringst du den abgeschnittenen Stiel dazu, Wurzeln zu bilden, und aus dem Steckling wird eine komplett neue Pflanze.

So wachsen alle Stecklinge einer „Mutterpflanze“ gleich, solange sie dieselben Bedingungen bekommen.

Warum lernen Grower, Stecklinge zu schneiden?

Weil diese Stecklinge „Klone“ mit identischer DNA sind, bleiben Geschmack, Wirkung und alle anderen Eigenschaften der Mutterpflanze erhalten. Das bringt mehr Konstanz als der Anbau aus Samen, selbst bei genetisch stabilen Sorten.

Klonen funktioniert bei den meisten Pflanzen ähnlich, auch wenn der Begriff „Klonen“ vor allem in der Cannabis-Szene üblich ist. Wichtig: In manchen Ländern kann das Thema rechtlich heikel sein. Im Gartencenter fragst du deshalb besser nach Zubehör für „Stecklinge“, vor allem wenn die Gesetze vor Ort den Cannabisanbau einschränken.

Wie wählst du die richtige Mutterpflanze zum Klonen aus?

Die richtige Mutterpflanze auszuwählen, ist ein entscheidender Schritt beim Klonen von Cannabis. Der Hauptgrund, eine bestimmte Genetik zu erhalten oder zumindest ihre Lebensdauer deutlich zu verlängern, ist ihr Wert als Sorte.

Grower und Breeder wählen Mutterpflanzen meist nach einer Reihe gewünschter Eigenschaften aus: Ertrag, Höhe, Wuchsgeschwindigkeit, Potenz, Blütezeit, Geschmack und Wirkung.

Dazu kommen speziellere Merkmale, etwa ein hoher CBD-Gehalt, der in der Medizin immer gefragter ist, oder Kälteresistenz, die für Grower in kühleren Regionen besonders wichtig ist.

Ziehst du Pflanzen aus Samen, lässt sich kaum vorhersagen, wie sich eine potenzielle Mutter entwickelt, bevor sie blüht. Deshalb schneidest du am besten Stecklinge von Sämlingen, die schon ein paar Wochen in der Wachstumsphase stehen.

Diese Stecklinge lässt du bewurzeln und stellst sie sofort auf einen Lichtzyklus von 12/12 um, damit sie blühen. So kannst du ihre Eigenschaften in der Blüte beurteilen und die Mutterpflanzen anhand der vielversprechendsten Stecklinge auswählen. Die ausgewählten Mütter bleiben dauerhaft in der Wachstumsphase, damit sie dir auch künftig Stecklinge liefern.

Warum mit Cannabis-Stecklingen anbauen?

Wenn du mit dem Growen anfängst, hast du die Wahl: Samen oder Stecklinge. Der Anbau mit Stecklingen hat gegenüber Samen einige klare Vorteile:

Die Vorteile von Cannabis-Stecklingen

  1. Es geht schneller: Mit Stecklingen sparst du dir die Keimung, eine der kritischsten und riskantesten Phasen, weil die jungen Sämlinge anfangs sehr empfindlich sind.
  2. Es ist günstiger: Der Anbau aus Stecklingen kostet weniger, weil du keine Samen kaufen musst, die bei Samenbanken oft ordentlich ins Geld gehen. Du musst nur wissen, wie man einen sauberen Schnitt setzt.
  3. Garantiert weiblich: Stecklinge sind immer weiblich, du musst also keine männlichen Pflanzen erkennen und aussortieren. Bei Samen nimmt man meist feminisierte, um das Risiko von Männchen klein zu halten, muss aber trotzdem bis etwa zur zweiten Blütewoche warten, um sie sicher zu unterscheiden. Mit Stecklingen fällt dieser Schritt weg, und du hast immer Pflanzen, die Blüten bringen.
  4. Mehr Ernten: Ohne Keimphase sparst du mehrere Wochen pro Durchgang und kannst eine Ernte mehr einfahren, ob Indoor oder Outdoor. Das macht deinen Grow effizienter und steigert den Gesamtertrag.

Cannabis klonen Schritt für Schritt: So schneidest du einen Steckling

Der Anbau mit Stecklingen ist eine beliebte Methode, um die Eigenschaften einer Mutterpflanze zu kopieren. So gehst du Schritt für Schritt vor:

1. Mutterpflanze auswählen

Nimm eine Mutterpflanze oder irgendeine Pflanze, die noch in der Wachstumsphase ist. Entscheidend ist, dass sie gute Eigenschaften mitbringt: kräftiges Wachstum, schnelle Blüte und hohen Ertrag. Gib dich nicht mit weniger als dem Besten zufrieden, wenn du gute Stecklinge willst.

2. Was du brauchst

Bevor du loslegst, leg dir das richtige Werkzeug bereit:

  • Scharfe, sterilisierte Schere
  • Bewurzelungsgel
  • Anzuchtmedium (z. B. Torf, Steinwolle usw.)
  • Mini-Gewächshaus (Propagator)

3. Trieb abschneiden

Schneide mit der Schere einen gesunden Trieb von der Mutterpflanze ab. Am besten nimmst du die unteren Zweige: Sie bewurzeln meist gut, und wenn einer nicht klappt, hast du dank der Mutterpflanze genug Nachschub. Nimm den ganzen Zweig ab und entferne die unteren Blätter, damit die Luft besser zirkuliert.

4. Steckling vorbereiten

Kürze die Stecklinge auf eine passende Größe, meist unter 10 cm. Entferne überflüssige Stängel und Blätter, sodass nur das Nötigste bleibt. Setz am Knoten einen Schnitt im 45°-Winkel, damit die Fläche für die Wurzelbildung größer wird. Dann tauchst du die frische Schnittstelle in eine Schale oder einen Deckel mit Bewurzelungshormon und lässt sie 3 Sekunden drin.

5. Steckling einsetzen

Stich mit einem Bleistift oder Nagel ein kleines Loch in die Erde im Topf. Das Substrat sollte feucht sein. Setz den Steckling vorsichtig ins Loch und drück die Erde rundherum leicht an, damit er guten Kontakt hat. Gieß bei Bedarf ein wenig, aber setz den Topf nicht unter Wasser.

6. Blätter einkürzen

Schneide etwa ein Drittel der verbliebenen Fächerblätter ab. Dieser Rückschnitt ist wichtig, weil der Trieb so zu einer Miniaturpflanze wird, die ihre Energie aufs Wurzeln konzentrieren kann.

Nach 1 bis 3 Wochen sollten deine Stecklinge Wurzeln gebildet haben. Diese Methode ist schneller und effizienter als der Start aus Samen und kopiert die Eigenschaften der Mutterpflanze exakt.