KONSUM

Wie lange hält ein High an? Diese 7 Faktoren entscheiden

Joint, Bong, Edible oder Dab: Warum das High mal nach einer Stunde vorbei ist und mal den ganzen Abend bleibt.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Wie lange ein High anhält, hängt vor allem davon ab, wie du konsumierst: Geraucht oder verdampft erreicht die Wirkung nach etwa 10 Minuten ihren Höhepunkt und dauert 1 bis 3 Stunden, mit Nachwirkungen bis zu 6 bis 8 Stunden; Edibles setzen später ein und halten deutlich länger. Dazu kommen THC-Gehalt, Menge, Toleranz und Stoffwechsel. Ob therapeutisch oder zum Spaß – bei Cannabis spielt also vieles zusammen, auch deine eigene Biologie, und verschiedene Sorten wirken mal intensiver, mal länger. 

Deshalb hier die wichtigsten Faktoren, die bestimmen, wie lange die Wirkung anhält. 

Welche Faktoren bestimmen, wie lange die Wirkung von Cannabis anhält?

Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal knallt ein Joint sofort rein, schickt eine Welle durch den ganzen Körper und ist dann schnell wieder weg. Ein anderes Mal sorgt ein Kopf aus der Bong für ein High, das stundenlang anhält.

Cannabisblüte in Nahaufnahme

Unterm Strich hängt die Wirkung von diesen Faktoren ab: 

a) THC-Gehalt

Diese Zahl zeigt dir, wie stark dein Gras ist. Eine durchschnittliche Sorte hat einen THC-Gehalt von 15 bis 20 %. Inzwischen gibt es aber jede Menge Genetiken, die locker auf 25 bis 30 % THC kommen.

Je konzentrierter das THC ist, das du inhalierst oder isst, desto stärker die Wirkung – und desto länger hält sie womöglich an.

b) Wie viel du konsumierst

Auch die Menge bestimmt, wie lange die Wirkung anhält. In vielerlei Hinsicht zählt die Menge sogar mehr als die Potenz der einzelnen Blüte.

Ein Bongkopf mit starkem Gras und 25 % THC hält dich eine Weile ordentlich breit. Rauchst du aber einen Blunt nach dem anderen mit mittelstarkem Gras, wirst du höher fliegen und auch länger oben bleiben.

Mit jedem Zug gelangt THC über die Lungenbläschen ins Blut. Kurz darauf überwindet es die Blut-Hirn-Schranke und dockt an die CB1-Rezeptoren im Gehirn an.

Heißt: Je mehr THC du inhalierst, desto mehr Rezeptoren aktivierst du. Bei Sessions, die mehrere Stunden dauern, hältst du deine CB1-Rezeptoren dauerhaft aktiv und verlängerst das High.

c) Wie du konsumierst

Für THC gibt es drei Hauptwege in den Körper. Jeder funktioniert ein bisschen anders – und deshalb unterscheiden sich auch Wirkungseintritt und Wirkdauer.

Rauchen/Verdampfen:

Joints, Blunts oder Vaporizer bringen THC schnell und direkt ins Blut. Die Wirkung erreicht nach etwa 10 Minuten ihren Höhepunkt und hält je nach den anderen Faktoren 1 bis 3 Stunden an.

Auch wenn der Peak vorbei ist, kann die Nachwirkung bis zu 6 bis 8 Stunden nach dem letzten Zug anhalten.

Edibles:

Hier nimmt THC einen ganz anderen Weg: Es muss erst durch Verdauungstrakt und Leber, bevor es im Gehirn ankommt und die CB1-Rezeptoren aktiviert. Meist dauert es 30 bis 60 Minuten (manchmal bis zu 2 Stunden), bis du überhaupt etwas merkst – also nicht zu früh nachlegen.

Sobald die Wirkung einsetzt, mach dich auf ein starkes, fast psychedelisches High von etwa zwei Stunden gefasst. Danach brauchst du noch mindestens vier weitere Stunden, bis du wieder ganz unten bist.

Sublingual:

Sublingual heißt: Du gibst ein Öl mit Cannabinoiden unter die Zunge und lässt es dort wirken. Das THC wird über die feinen Blutgefäße unter der Zunge aufgenommen und gelangt so schnell ins Blut.

Konzentrate:

Dazu gehören zum Beispiel Haschisch und Dabs. Sie werden mit Dab Rigs, Vaporizern oder Bongs inhaliert und wirken meist länger als normale Blüten. Der Höhepunkt kommt in der Regel nach etwa 10 Minuten, und du bleibst 2 bis 3 Stunden oder länger drauf.

Person raucht einen Joint

d) Toleranz

Wenn es um die Langzeitwirkung von Cannabis geht, sagen wir es immer wieder: Dein Körper gewöhnt sich mit der Zeit an die Menge, die du konsumierst. Rauchen ein Neuling und ein alter Hase dieselbe Bong, erleben beide etwas völlig anderes.

Der Neuling ist viel stärker und länger high als der Profi.

Das liegt vor allem daran, dass der Erfahrene eine Toleranz gegenüber THC aufgebaut hat.

Vereinfacht gesagt: Nach längerem THC-Konsum fährt das Gehirn die Zahl seiner CB1-Rezeptoren herunter. Weil THC seine Wirkung entfaltet, indem es an diese Rezeptoren andockt, braucht es umso mehr THC, je weniger CB1-Rezeptoren verfügbar sind.

e) Stoffwechsel

Mit „Stoffwechsel“ sind die chemischen Prozesse gemeint, mit denen der Körper Energie verbraucht und Kalorien verbrennt – und der ist bei jedem anders.

Viele fragen sich, wie sie schneller wieder runterkommen. Eine Antwort darauf ist ein schneller Stoffwechsel: Wer einen schnellen Stoffwechsel hat, baut THC deutlich schneller ab als jemand mit einem langsameren. 

f) Alter

Wer regelmäßig kifft, kann mit den Jahren eine höhere Toleranz entwickeln. Dass das Alter selbst die Wirkdauer beeinflusst, dafür gibt es aber kaum Belege. 

g) Größe und Gewicht

Beides hat wenig Einfluss auf die psychoaktive Wirkung. Menschen mit Übergewicht könnten bei Edibles aber eine länger anhaltende Wirkung spüren, vermutlich wegen eines langsameren Stoffwechsels. 

Wenn du zum ersten Mal Cannabis konsumierst, ist ein starkes High ganz normal – egal, welche biologischen oder körperlichen Voraussetzungen du mitbringst. Viele wissen nicht, wie lange ein Kreislaufabsturz dauern kann, deshalb gilt: mit kleinen Mengen anfangen.

Wenn du die Konsumform wechselst, kann sich auch die Wirkdauer ändern. Behalte dabei immer auch die anderen Faktoren im Blick, vor allem deine Toleranz und deinen Stoffwechsel.

Genieß die Wirkung, solange sie sich gut anfühlt. Wenn du neu dabei bist, such dir für das erste Mal gute Freund:innen, bei denen du dich wohlfühlst und die auf dich aufpassen. Und ein letzter Tipp: Taste dich in Ruhe an verschiedene Sorten, Stärken und Konsumformen heran, bis du deinen Sweet Spot gefunden hast.

Wie wirkt Cannabis?

Die Wirkung von Cannabis geht vor allem auf THC zurück, das in den meisten Sorten am häufigsten vorkommende Cannabinoid. Andere wie CBD, CBG oder CBN sind kaum oder gar nicht psychoaktiv. Typisch ist, dass die Reizschwelle für Sinneseindrücke sinkt – Berührungen, Geschmack und Klänge nimmst du intensiver wahr. Plötzlich großes Interesse an Essen oder Musik? Völlig normal, wenn man high ist. Viele berichten auch, dass die Fantasie sprudelt und die Ideen nur so fließen.

Weitere mögliche Effekte sind Unruhe oder Ungeduld, Lachflashs und Redseligkeit. Dazu kommen Müdigkeit und das Gefühl, dass die Zeit langsamer vergeht, außerdem ein eingeschränktes Denkvermögen, schlechtere Koordination und sogar Probleme beim Sprechen. All das ist bei Einsteiger:innen stärker als bei regelmäßigen Konsument:innen – wegen der Toleranz.