Wurzelfäule bei Cannabis: Symptome, Erreger und was du tun kannst
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Wurzelfäule bei Cannabis: Symptome, Erreger und was du tun kannst

Schlappe, gelbe Blätter trotz Gießen? Dann können die Wurzeln faulen. So erkennst du Pythium, Fusarium und Co. und beugst Wurzelfäule vor.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Wurzelfäule ist eine Pilzerkrankung, bei der die Wurzeln deiner Cannabispflanze braun werden, verfaulen und kein Wasser mehr aufnehmen. Oben siehst du das an eingerollten, hängenden und kränklichen Blättern, die aussehen, als hättest du zu viel gegossen. Auslöser sind meist Pythium, Fusarium, Rhizoctonia oder Phytophthora, begünstigt durch Staunässe und Wärme. 

Wurzelfäule erwischt die Wurzeln von Cannabis ziemlich häufig. Die Ursachen können vielfältig sein, die bekanntesten Erreger sind aber Fusarium, Pythium und Rhizoctonia, eine Pilzgattung, die keine Sporen bildet, sondern Hyphen und Sklerotien. Rhizoctonia heißt übersetzt so viel wie „Wurzeltöter“.

Die Symptome von Wurzelfäule ähneln denen einer überwässerten Pflanze. Jede Infektion sieht aber ein bisschen anders aus.

Symptome von Wurzelfäule erkennen

Jede Infektion sieht etwas anders aus, die häufigsten Anzeichen sind aber:

  1. Oberirdisch bemerkst du zuerst, dass die Pflanze insgesamt langsamer wächst. Die Blätter welken und bekommen eine Chlorose (sie werden gelb), später werden sie braun und fallen ab. Das Laub wird immer spärlicher und gelber. Der Zustand der Pflanze verschlechtert sich dann schnell: vom anfänglichen Welken über braune Verfärbungen an Blättern und Stängeln (sogar an Buds oder Früchten) bis zum Absterben.
  2. Unter der Erde sterben die Wurzelhaare ab: Die Wurzeln faulen und nehmen nach und nach immer weniger Wasser und Nährstoffe auf (daher die Symptome oben an der Pflanze). Die Wurzeln sind braun, die Spitzen abgestorben und zersetzen sich, was weitere Probleme nach sich ziehen kann. Auch die Stängelbasis kann sich dunkel oder braun verfärben.

Unterm Strich siehst du eine Pflanze, die insgesamt schlappmacht. Und egal, wie viel du gießt: Blätter und Stängel werden einfach nicht wieder straff. Genau deshalb denken viele in dieser Phase, der Pflanze fehle Wasser, und gießen noch mehr, was alles schlimmer macht. Ist es so weit, musst du dich darauf einstellen, dass die Pflanze etwa eine Woche nach den ersten Symptomen eingeht.

Symptome bei Rhizoctonia

Typische Anzeichen für diesen Pilz an Cannabispflanzen sind faulende Samen, Fäulnis der oberen Wurzeln bis hoch zum Wurzelhals und Schäden am Laub.

Merkmale

  • Die Blätter befallener Pflanzen bleiben kleiner und werden zunehmend gelblich.
  • Der Pilz bremst das Wachstum der Pflanze stark aus, bis sie schließlich welkt.
  • Am Wurzelhals und auf den Blättern bilden sich braune, trockene Flecken.
  • Die Wurzeln faulen nach und nach, und auf ihnen bildet sich eine klebrige, gallertartige Schicht.
  • Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit können sich Pilzfäden auf der Erde zeigen und die Pflanze bis ins Laub infizieren.

Symptome bei Phytophthora

Auch hier wächst die Pflanze langsamer. Die Symptome ähneln denen von Pythium, fallen aber heftiger aus.

Merkmale

  • Die Blätter welken, werden gelb und fallen ab.
  • Am Wurzelhals zeigen sich braune bis rötliche Flecken.
  • Die braun-rötliche Färbung zieht sich über die Rinde des Stängels und die Wurzeln.
  • Die Fäulnis erkennst du, wenn du die Pflanze aus der Erde holst: Die Wurzeln sind deutlich dunkel verfärbt.
  • Pflanzenreste im Grow stecken sich schnell an.

Symptome bei Fusarium

Fusarium setzt vor allem den Wurzeln, dem Wurzelhals und manchmal auch den Blattscheiden zu, die von einer braun-rötlichen Fäulnis überzogen werden. Die Pflanze wächst durch den Befall deutlich langsamer.

Symptome bei Pythium

Pythium bremst das Wachstum befallener Pflanzen aus.

Merkmale:

  • Die ganze Pflanze verliert an Kraft und welkt anschließend durch den Pythium-Befall.
  • Schwärzliche, nasse Fäulnis am Wurzelhals.

Was verursacht Wurzelfäule?

Feuchtigkeit ist einer der Faktoren, die Wurzelfäule begünstigen, genau wie zu viel Gießen. Auch die Temperatur im Growraum spielt bei deinen Pflanzen eine Rolle, denn die Pilze wachsen bevorzugt bei 20 bis 34 Grad. Auch Hydro-Systeme können von Wurzelfäule betroffen sein, vor allem wenn das Wasser im Tank zu warm wird.

Am besten lässt du es gar nicht so weit kommen, und dafür gibt es ein paar Punkte zu beachten: Temperatur und Luftfeuchte im Growraum müssen passen, der Raum sollte sauber sein und es sollte keine tote organische Masse wie Blätter oder Zweige bei den Pflanzen herumliegen. Außerdem muss das Substrat luftig sein, damit die Wurzeln gesund wachsen, und gegossen wird mit Maß. Perlite im Substrat sorgt für eine gute Drainage. Und du kannst nützliche Mikroorganismen in den Boden bringen, indem du Kompost ins Substrat mischst. 

Wurzelfäule ist schwer zu behandeln, weil die Sporen der Pilze winzig und praktisch unsichtbar sind. Deshalb solltest du voll auf Vorbeugung setzen.

Wie verhinderst du, dass die Wurzeln faulen?

Die Pilze können schon in der Umgebung sein, bevor du überhaupt anfängst. Deshalb ist es extrem wichtig, den Growraum und alle Flächen und Werkzeuge, die du für den Aufbau nutzt, gründlich zu reinigen.

Wenn du Schädlinge im Griff hast, beugst du auch Wurzelfäule vor. Trauermücken können Wurzelfäule übertragen, sie fernzuhalten ist also entscheidend. Am besten gießt du genau richtig: Wenn die oberste Substratschicht vor dem Gießen leicht angetrocknet ist, vermeidest du zu viel Wasser und hältst die Mücken fern.

Bei Hydrokultur (Kurs auf Spanisch, in Argentinien) ist absolute Sauberkeit Pflicht. Nützliche Bakterien im Nährmedium können außerdem helfen, die Pilze hinter der Wurzelfäule zu bremsen. 

Hat die Wurzelfäule eine Pflanze erwischt, muss sie weg. Die Pilze können sich ausbreiten und den Rest deines Grows anstecken. Vorbeugen und sauber arbeiten ist deshalb immer die beste Strategie.

Gesunde Wurzeln sind die Grundlage für alle Prozesse in der Cannabispflanze. Über die Wurzeln nimmt sie Nährstoffe und Wasser auf. Der beste Rat lautet deshalb: Sei geduldig und schau genau hin.

Wie bekämpfst du Wurzelfäule?

Leider sind diese Krankheiten kaum ganz auszurotten. Mit den Tipps oben kannst du ihr Auftreten und ihre Ausbreitung bremsen. Ist der Befall aber massiv und hat sich im ganzen Grow verbreitet, reißt du am besten alle Pflanzen raus und fängst neu an. Sonst riskierst du, die ganze Ernte zu verlieren.

Diese Methoden gibt es:

Biologisch:

Im Gartenfachhandel bekommst du biologische Fungizide auf Basis von Pilzen oder Bakterien, die die Wurzeln vor Pilzbefall schützen.

Es gibt Produkte mit dem Bakterium Streptomyces griseoviridis, das gegen die meisten Erreger von Wurzelfäule wirkt. Du kannst es auch vorbeugend einsetzen. Je nach Stärke des Befalls wird die Behandlung alle 2 bis 5 Wochen wiederholt.

Chemisch:

Chemische Mittel helfen meist nicht mehr, wenn sich der Befall schon weit ausgebreitet hat. In dem Fall raten wir, alle Pflanzen rauszureißen und zu entsorgen. Danach reinigst du den Growraum und das gesamte Zubehör und behandelst alles vorbeugend gegen Pilze. Nur so kannst du sicher sein, dass der nächste Grow sauber startet.

Wenn du gerade erst mit dem Growen anfängst, schau dir unseren Kurs „Cultivo Exitoso“ an (auf Spanisch, in Argentinien). Eine gute Ausbildung ist Gold wert 🙃

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