
Yoga und Gras kombinieren: Vor- und Nachteile von Ganja Yoga
Mehr Fokus oder wackelige Haltungen? Was für und gegen Kiffen vor dem Yoga spricht, was Shiva damit zu tun hat und ob Blüten oder Edibles besser passen.
Ja, Yoga und Cannabis lassen sich kombinieren – „Ganja Yoga“ ist dort, wo Gras legal ist, längst ein Trend. Eine niedrige Dosis kann manchen helfen, zu entspannen und sich besser zu fokussieren, zu viel THC verschlechtert dagegen Koordination und Konzentration und kann den Kreislauf in den Keller schicken. Yoga steht für Körper, Geist und Seele, Cannabis wird seit jeher wegen seiner entspannenden und medizinischen Eigenschaften genutzt.
Wie gut passen die zwei also wirklich zusammen? Wir schauen uns an, was Gras und Yoga verbindet, was dafür und was dagegen spricht und worauf du achten solltest.

Was ist „Ganja Yoga“?
„Ganja Yoga“ oder „Cannabis-Yoga“ ist vor allem dort zum Trend geworden, wo Gras legal ist, etwa in Colorado, Kalifornien und Kanada.
Die Idee: die alte Kunst des Yoga mit Cannabis verbinden, um während der Praxis die Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele zu vertiefen.
Fans des Ganja Yoga sagen, Cannabis wirke entspannend und ergänze die Yogapraxis gut. Dee Dussault, Gründerin von Ganja Yoga in San Francisco, meint zum Beispiel, Cannabis könne helfen, „das Ego leiser zu stellen“, aus dem Kopf rauszukommen, den Körper intensiver zu spüren und Schmerzen zu lindern.
Yoga und Cannabis: ein bisschen Geschichte und Gegenwart
Historisch sind Cannabis und Spiritualität eng verbunden, besonders in Regionen wie dem heutigen Pakistan, Nepal, Kasachstan und Indien.
Laut alten hinduistischen Schriften wie den Veden erschufen die Götter das Cannabis auf dem Gipfel des Berges Mandara, und Shiva, einer der wichtigsten Götter des Hinduismus, brachte es den Menschen auf die Erde. Es heißt, Cannabis sei seine Lieblingsspeise und spiele eine zentrale Rolle in der spirituellen Entwicklung der Menschheit.
Manche traditionellen Lehren wie der Ayurveda sehen den Konsum allerdings kritischer. Der Ayurveda erkennt zwar die ganzheitlichen Eigenschaften von Cannabis an, warnt aber auch vor den Grenzen des Konsums.
Die Ärztin und spirituelle Lehrerin Alakananda Ma weist darauf hin, dass Cannabis auf dem spirituellen Weg zwar Vorteile haben kann, der wahllose Gebrauch außerhalb des passenden kulturellen Rahmens aber problematisch und für die spirituelle Praxis kontraproduktiv sein kann.
Kiffen vor dem Yoga: Was spricht dafür, was dagegen?
Vorteile von Yoga und Meditation mit Cannabis
Die möglichen Vorteile von Ganja Yoga, also Yoga in Kombination mit Cannabis, sind vielfältig und können das Erlebnis positiv beeinflussen:
- Mehr Fokus: Viele berichten, dass eine moderate Dosis ihnen hilft, sich beim Yoga besser zu konzentrieren, ohne von der Wirkung überrollt zu werden.
- Entspannung: Bestandteile wie THC und CBD, die für ihre beruhigende Wirkung bekannt sind, können helfen, zu entspannen, die Atmung zu kontrollieren und tiefer in Körper und Geist einzutauchen.
- Geschärfte Sinne: Manche erleben unter Cannabis intensivere Sinneseindrücke, was die Yogastunde sinnlich bereichern kann.
- Weniger Hemmungen: Wer vor einer Yogastunde nervös oder angespannt ist, dem kann Cannabis helfen, lockerer zu werden und diese inneren Hürden zu überwinden.

Nachteile von Yoga und Meditation mit Cannabis
Die Kombination aus Yoga und Gras hat aber auch mögliche Schattenseiten:
- Schlechtere Koordination: Manche tun sich unter Cannabis schwer, Bewegungen präzise zu steuern. Bestimmte Haltungen oder Abläufe sauber auszuführen, wird dann schwieriger.
- Niedriger Blutdruck: Cannabis kann den Blutdruck unterschiedlich beeinflussen und ihn in manchen Fällen senken. Steht man während der Praxis plötzlich auf, kann das Schwindel oder ein Schwächegefühl auslösen – klassischer Kreislauf.
- Weniger Fokus: Moderate Dosen können die Konzentration verbessern, hohe Dosen bewirken oft das Gegenteil und machen es schwer, bei der Praxis zu bleiben.
- Unwohlsein: Hohe THC-Dosen können bei manchen Unwohlsein auslösen – dann ist es vorbei mit Genuss und innerer Ruhe beim Yoga.
Blüten oder Konzentrate: Was passt besser zum Yoga?
Wer Yoga macht und gern kifft, fragt sich irgendwann: Welche Form von Cannabis passt am besten zur Praxis – Blüten oder Konzentrate?
Blüten für das Yoga
Viele Yogis, die Cannabis mögen, finden, dass gerauchte oder verdampfte Blüten ein harmonischeres Erlebnis bieten als Konzentrate wie Haschisch, Shatter, Cannabisöl oder BHO.
Das könnte daran liegen, dass gut fermentierte Blüten eine große Bandbreite frischer Terpene mitbringen, die nicht in allen Konzentraten stecken (das hängt von der Qualität der Extraktion ab).
Für manche Yogis sind Blüten deshalb die beste Wahl vor einer Session auf der Matte.
Edibles und Yoga: worauf du achten musst
Ob in Regionen mit legalem Cannabis oder anderswo: Edibles werden immer beliebter. Ein Vorteil ist ihre lang anhaltende Wirkung, die sich fast endlos anfühlen kann – für Leute mit hoher Toleranz ziemlich praktisch.
Manche Yogis finden, dass Edibles besonders gut zur Praxis passen. Entscheidend sind aber der Zeitpunkt und die Stärke.
Isst du sie direkt vor der Stunde, merkst du womöglich kaum etwas, denn es kann 2 bis 3 Stunden dauern, bis die volle Wirkung da ist.
Und sind die Edibles zu stark, bist du am Ende zu breit, um dich auf die Stunde zu konzentrieren. Yoga und Edibles haben ihren Reiz, aber die perfekte Kombination aus Timing und Dosis findest du nur mit Ausprobieren und Vorsicht – lieber langsam anfangen.
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