
Hund hat Cannabis gefressen: Symptome, Tierarzt und was du jetzt tun musst
Edible vom Tisch geklaut oder Rauch abbekommen? Woran du eine THC-Vergiftung beim Hund erkennst und warum du nicht lange warten solltest.
Cannabis mit THC ist für Hunde giftig, und schon kleine Mengen können sie stark high machen: Typisch sind Taumeln, Schläfrigkeit, Urintröpfeln und Zittern, im schlimmsten Fall Krampfanfälle oder Koma. Hat dein Hund ein Edible erwischt oder viel Rauch abbekommen und wirkt er benommen, schläfrig oder ist gar nicht mehr ansprechbar, fahr sofort zum Tierarzt.
Hunde erkunden die Welt mit der Nase und dem Maul, und genau das wird gefährlich, wenn ein Space Cookie auf dem Couchtisch liegt oder in einem schlecht gelüfteten Zimmer gekifft wird. Cannabis, genauer das THC, kann für Hunde toxisch sein, und je schneller du handelst, desto besser für deinen Vierbeiner.

Können Hunde von Gras high werden?
Ja, Hunde werden high, wenn sie THC-haltigem Cannabis ausgesetzt sind. Es gibt unzählige Geschichten von Hunden, die einen Space Brownie gefunden und weggeputzt haben. Dazu kommen Halter, die gedankenlos neben ihrem Hund kiffen, vor allem in kleinen, schlecht gelüfteten Räumen, sodass das Tier den Rauch passiv einatmen muss.
THC, der wichtigste psychoaktive Wirkstoff im Cannabis, wirkt bei Hunden ganz anders als bei Menschen. Das High entsteht, weil THC an CB1-Rezeptoren andockt. Die gehören zum Endocannabinoid-System (ECS), einem weit verzweigten Signalnetz im Körper, das hilft, das innere Gleichgewicht zu halten. Weil THC den körpereigenen Endocannabinoiden ähnelt, die diese Rezeptoren normalerweise aktivieren, kann es das System durcheinanderbringen und psychoaktiv wirken.
Haben Hunde auch ein Endocannabinoid-System?
Ja, aber ihr Gehirn hat deutlich mehr CB1-Rezeptoren als unseres. Deshalb wirkt Cannabis bei Hunden viel stärker und ist oft schlicht giftig für sie.
Hat dein Hund deine Edibles gefressen, musst du wissen, wie du ihm schnell hilfst. So gehst du vor, wenn dein Hund high ist:
- Symptome beobachten: Anzeichen einer THC-Vergiftung beim Hund sind Teilnahmslosigkeit, Orientierungslosigkeit, unkontrollierter Urinabgang, Erbrechen und in schweren Fällen Krampfanfälle oder Koma.
- Ab zum Tierarzt: Siehst du eines dieser Symptome, bring deinen Hund sofort in die Praxis oder Tierklinik. Je früher behandelt wird, desto besser die Chancen.
- Unterstützend pflegen: Halte dich an die Anweisungen des Tierarztes. Dazu können Überwachung, Infusionen und Medikamente gehören, die die THC-Wirkung abfangen.
Am wichtigsten ist, dass es gar nicht erst passiert. Bewahr alle Cannabisprodukte außer Reichweite deiner Tiere auf und kiff nicht in geschlossenen Räumen, in denen sie den Rauch einatmen. Wer Bescheid weiß und vorsorgt, hält seinen Hund sicher und gesund.
Vergiftung beim Hund: Was ist mit rohem Gras?
Rohe, nicht erhitzte Blüten sollten deinen Hund nicht high machen. Solange sie nicht decarboxyliert sind, enthalten selbst Buds mit viel THCA nur verschwindend wenig THC.
Tierärzte warnen trotzdem, dass auch rohes Gras für Hunde schädlich sein kann. THCA wirkt zwar nicht so auf die CB1-Rezeptoren wie THC, aber größere Mengen roher Pflanze können Magen-Darm-Beschwerden auslösen, ähnlich wie bei jeder anderen Pflanze, die nicht als Futter gedacht ist.

Und CBD für Hunde?
Anders als bei THC und rohem Gras berichten viele Halter von positiven Erfahrungen mit CBD, einem nicht berauschenden Cannabinoid aus der Cannabispflanze. Das Angebot an CBD-Produkten für Haustiere wächst, von Leckerlis bis zu Cremes.
Halter greifen dazu, um körperliche Beschwerden und Stress bei ihrem Hund zu lindern. CBD kann aber auch Nebenwirkungen haben, etwa Mundtrockenheit, niedrigeren Blutdruck und Müdigkeit. Sprich deshalb mit deinem Tierarzt, bevor du deinem Hund CBD gibst.
Symptome einer Cannabis-Vergiftung beim Hund
Hat dein Hund Gras gefressen, verändert sich meist sein Verhalten, und du siehst Anzeichen wie diese:
- Muskelzucken und Zittern
- Teilnahmslosigkeit
- Unkontrollierter Urinabgang
- Überdrehtheit
- Schläfrigkeit
- Orientierungslosigkeit
- Koma
Was tun bei Vergiftungssymptomen?
Klar fühlst du dich gerade verantwortungslos oder sogar schuldig. Trotzdem gilt: ab zum Tierarzt. Dein Hund braucht dich jetzt und alle Hilfe, die er kriegen kann. Auch wenn du nicht weißt, wie viel THC er gefressen oder eingeatmet hat: Jetzt zählt jede Minute, denn die Symptome können sich mit der Zeit verschlimmern.
Wie behandelt der Tierarzt eine THC-Vergiftung?
In der Praxis wird zuerst eingeschätzt, wie ernst die Lage ist. Hat dein Hund nur wenig THC abbekommen, erklärt dir der Tierarzt, wie du ihm zu Hause hilfst. Bei schweren Symptomen folgen weitere Untersuchungen, etwa Blut- und Urintests, um die Organfunktionen zu prüfen.
Zeigen die Ergebnisse Probleme, behandelt der Tierarzt entsprechend, zum Beispiel mit Infusionen, Kreislaufunterstützung und Mitteln gegen Übelkeit.
Zurück zu Hause: So kümmerst du dich um deinen Hund
Egal ob dein Hund direkt wieder mit nach Hause durfte oder erst nach einer Behandlung: Achte in den nächsten Stunden besonders auf ihn. Halte dich an die Anweisungen aus der Praxis und gib ihm Nähe und Ruhe, denn das High und der Tierarztbesuch können ihn ziemlich durcheinandergebracht haben.
Hat er noch Symptome, sorg dafür, dass er bequem und warm liegt und Wasser und Futter erreicht. Verliert er Urin, leg ihn auf Welpenunterlagen.
Und dann: Vorsorge für die Zukunft. Gras und Edibles sicher und außer Reichweite aufbewahren und nicht kiffen, wenn dein Hund dabei ist.
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