Anatomie der Cannabispflanze: Alle Pflanzenteile und ihre Aufgaben
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Anatomie der Cannabispflanze: Alle Pflanzenteile und ihre Aufgaben

Von der Wurzel bis zum Trichom: was jeder Teil der Cannabispflanze macht und woran du Männchen und Weibchen unterscheidest.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Eine Cannabispflanze besteht aus Wurzeln, Stängel mit Nodien, Blättern und Blattstielen und – bei weiblichen Pflanzen – den Blüten mit Cola, Brakteen, Kelchen, Narben und Trichomen. Jedes dieser Teile hat eine ganz bestimmte Aufgabe. 

Wenn es um die Anatomie von Cannabis geht, schauen die meisten nur auf die Blüte – logisch, die wird ja konsumiert. Aber jeder Teil der Pflanze trägt seinen Teil dazu bei, dass diese Blüten überhaupt entstehen.

Die Teile einer Cannabispflanze

Cannabis-Anatomie: Was sind die wichtigsten Pflanzenteile?

Cola:

Die Haupt-Cola, also die Spitzenblüte der Cannabispflanze, bildet sich ganz oben an der Pflanze. Kleinere Colas findest du an den Austriebsstellen der unteren Äste.

Narbe und Stempel:

Der Stempel (Pistill) beherbergt die Fortpflanzungsorgane einer Cannabisblüte. Die Narben sind die auffälligen, haarähnlichen Fäden, die aus dem Stempel wachsen. Ihre Aufgabe: Pollen von männlichen Pflanzen einfangen. Während die Pflanze reift, wechseln die Narben ihre Farbe – erst weiß, dann immer dunkler, über Gelb und Orange bis Braun und Rot. Für die Fortpflanzung sind sie wichtig, auf Geschmack und Potenz der Blüte haben sie aber kaum Einfluss.

Braktee und Kelch:

Die Braktee (Tragblatt) umhüllt die Fortpflanzungsorgane der weiblichen Cannabispflanze. Brakteen sehen aus wie kleine grüne, tropfenförmige Blättchen und sind dicht mit Harzdrüsen besetzt, die mehr Cannabinoide produzieren als jeder andere Teil der Pflanze. Der Kelch (Calyx) ist eine durchscheinende Schicht, die die Samenanlage am Grund der Blüte umgibt. Meistens siehst du ihn nicht, weil er in den Brakteen versteckt liegt.

Trichome:

Trichome gehören zu den wichtigsten Teilen der Cannabisblüte. Einzeln winzig, bilden sie zusammen die glitzernde Harzschicht auf den Buds. Das Harz wird von durchscheinenden, pilzförmigen Drüsen an Stängeln, Blättern und Kelchen abgesondert – getrocknet nennen wir es Kief. Trichome schützen die Pflanze außerdem vor Witterung und Fressfeinden. Sie produzieren Terpene, also aromatische Öle, und Cannabinoide wie CBD und THC.

Anatomie der Cannabisblüte

Samen:

Der Samen ist einer der wichtigsten Teile überhaupt, denn hier fängt alles an. Ein gesunder, reifer Cannabissamen ist gut gerundet, hat ein flaches und ein spitzes Ende und eine harte, widerstandsfähige Schale, damit er nicht so leicht zerdrückt wird. Im Inneren steckt der Embryo – mit allem, was die Pflanze braucht, um nach dem Einpflanzen und mit etwas Pflege ins Leben zu starten.

Wurzeln:

Die Wurzeln sind das Fundament der Cannabispflanze. Das Wurzelsystem hat drei Hauptaufgaben: die Pflanze im Substrat verankern, sie mit Wasser und Nährstoffen versorgen und die Stärke und den Zucker aus der Photosynthese speichern. Die Pfahlwurzel kommt als Erstes aus dem gekeimten Samen und wächst nach unten in die Erde, immer auf der Suche nach Nährstoffen und Feuchtigkeit. Hat sie sich ausgebreitet, verzweigen sich die Faserwurzeln zu einem unterirdischen Netz.

Stängel und Nodien:

Der Stängel hält die Cannabispflanze aufrecht und trägt ihr Gewicht. In ihm steckt auch das Leitsystem, das Wasser und Nährstoffe von den Wurzeln zu den Blättern transportiert. Unterteilt ist der Stängel durch Nodien (Blattknoten). Sämlinge bilden zunächst gegenständige Blattpaare an den Nodien. Wachsen die Blätter irgendwann versetzt (wechselständig), ist das ein Zeichen, dass die Pflanze reif und bereit für die Blüte ist.

Blätter und Blattstiele:

Das Cannabisblatt sieht aus wie eine geöffnete Hand und hat drei bis 13 geäderte Fiederblättchen. Die Pflanze bildet kleine Blätter und große Fächerblätter. Die Fiederblättchen hängen über einen Blattstiel, den Petiolus, am Ast oder Stängel. Farbe und Länge der Blattstiele hängen von der Sorte ab.

Anatomie der Blüten: weibliches oder männliches Cannabis?

Cannabispflanzen gibt es männlich und weiblich und dazu einige, die beides mischen. Cannabis ist zweihäusig (diözisch): Männliche und weibliche Organe sitzen auf getrennten Pflanzen.

Die männliche Pflanze befruchtet die weibliche, damit Samen entstehen. Die harzigen Blüten der weiblichen Pflanze werden zu Buds getrocknet – und genau die konsumieren wir. Zwitter (Hermaphroditen) tragen männliche und weibliche Organe und können sich in der Blüte selbst bestäuben. Bei Growern sind sie entsprechend unbeliebt: Die Selbstbestäubung ruiniert samenlose Pflanzen, die sonst richtig potente Blüten liefern würden.

Männliche Cannabispflanzen bilden Staubblätter mit Staubbeuteln, die den Pollen für die weiblichen Pflanzen produzieren – und die weiblichen bilden dann die Samen. Der Pollen sitzt in kleinen, ovalen Kügelchen, die in Trauben an den Nodien wachsen. Sind sie reif, öffnen sie sich und geben fünf Staubblätter frei, die den Pollen produzieren. Nach der Reife sterben die Männchen meist bald ab. Cannabinoide und Terpene bilden sie nur in sehr geringen Mengen.

Die weibliche Cannabispflanze dagegen besteht aus Trauben von Brakteen, die viele Grower einfach Kelche nennen. In diesen Brakteen sitzen Fruchtknoten und Stempel bzw. Narbe, die den Pollen auffängt. Landet Pollen auf der Narbe, wandert er zum Fruchtknoten, wird dort befruchtet, und es bildet sich ein Samen, der die Braktee bei der Reife komplett ausfüllt. Die Stempel welken, sobald sie ihre Aufgabe erfüllt haben (und auch, wenn sie es nicht getan haben). Die Samen sind etwa 4 bis 6 Wochen nach der Befruchtung fertig.

 

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