Cannabisallergie: Symptome, Auslöser und wie du sie erkennst
KONSUM

Cannabisallergie: Symptome, Auslöser und wie du sie erkennst

Tränende Augen, Ausschlag, Atemnot: Woran du eine Allergie gegen Gras erkennst und was sie auslösen kann.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Ja, du kannst allergisch auf Cannabis reagieren – auf Rauch, Pollen, Blüten, Öle oder Edibles. Typisch sind juckende, tränende Augen, Schnupfen, Husten, Hautausschläge oder Magenprobleme, meist 20 bis 30 Minuten nach dem Kontakt. Ein bisschen Husten oder rote Augen beim Kiffen sind normal; wenn aber echte Beschwerden dazukommen, kann eine allergische Reaktion dahinterstecken.

Cannabisallergien werden oft nicht erkannt und können sogar erfahrene Kiffer:innen treffen, die vorher nie Probleme hatten. Je leichter Cannabis zu bekommen ist, desto häufiger kommt das vermutlich vor, weil die Leute öfter mit der Pflanze und ihren Pollen in Kontakt kommen.

Aber lässt sich so eine Pflanzenallergie überhaupt feststellen? Das schauen wir uns jetzt an.

Cannabispflanzen im Grow

Woran merkst du, dass du allergisch auf Cannabis bist?

Die Symptome einer Allergie gegen Cannabis können ganz unterschiedlich aussehen – je nachdem, wie du mit der Pflanze in Berührung gekommen bist. Hast du sie angefasst, können Hautausschläge, Nesselsucht oder Schwellungen unter der Haut (Angioödem) zu ständigen Begleitern werden.

Atmest du Cannabis-Allergene ein, können Beschwerden an Nase und Augen auftreten: laufende Nase, Niesen, Juckreiz, Schwellungen und tränende Augen. Auch Asthma ist möglich, mit pfeifendem Atem und Atemnot.

Welche Symptome zeigt eine Cannabisallergie?

Die Symptome können etwa 20 bis 30 Minuten nach dem Kontakt auftreten. Zu den typischen Anzeichen gehören:

  • vor allem rote, juckende oder tränende Augen
  • Schnupfen, laufende Nase oder Niesen
  • verstopfte Nase
  • Schleim, der hinten den Rachen runterläuft
  • Husten mit Auswurf
  • Atembeschwerden
  • Halsschmerzen oder Kratzen im Hals
  • Magenkrämpfe
  • Übelkeit und Erbrechen
  • juckende Haut
  • Ausschläge oder Schwellungen unter der Haut

Wichtig: Die Symptome können je nach Person unterschiedlich ausfallen – je nachdem, wie und wie oft du mit Cannabis in Kontakt warst und wie viel du konsumiert hast. Wenn es dir nach dem Rauchen oder nach Kontakt mit Pollen schlecht geht, kann sich das ähnlich anfühlen wie Heuschnupfen. Isst du Edibles und bist allergisch, können Magenprobleme oder Hautausschläge auftreten. Und auch das bloße Anfassen der Pflanze kann Beschwerden auslösen.

Was kann eine Cannabisallergie auslösen?

Allergische Reaktionen auf Cannabis können Heuschnupfen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten ähneln. Ausgelöst werden können sie aber auch durch:

  • Rauchen oder Anfassen von getrockneten Blüten, Harz oder Ölen
  • Einnahme von CBD-Öl
  • Essen von Cannabis-Edibles
  • Pollen oder Schimmel in der Luft
  • Anfassen von getrockneten Blüten, Harz oder Ölen plus UV-Licht (Phytophotodermatitis)

Merk dir diese Symptome gut, denn eine Allergie gegen Cannabis kann sich ganz verschieden zeigen – und sogar Leute treffen, die schon immer gekifft haben und nie gegen irgendwas allergisch waren.

Ob du eine Cannabisallergie entwickelst, hängt von mehreren Faktoren ab: wie viel du konsumierst, ob du schon andere Allergien hast und wie nah du an Anbauflächen wohnst.

Frau niest

Wie entsteht eine Sensibilisierung gegen Cannabis?

Entwickelt dein Körper nach wiederholtem Kontakt eine Allergie, spricht man von Sensibilisierung. Wohnst du in einer Gegend, in der Cannabis angebaut wird, könnte das (wahrscheinlich) auf Dauer zum Problem werden: Dein Risiko für allergische Reaktionen steigt. Pollen kommen zwar meist von männlichen Pflanzen, aber auch zwittrige weibliche Pflanzen mit männlichen Blüten können Pollen in die Luft abgeben.

Eine Sensibilisierung kann auch mit dem Konsum von Cannabis zusammenhängen (in jeder Form) – oder einfach damit, dass du die Blätter angefasst hast. Laut einer spanischen Studie wurden viele Patient:innen einer Allergieklinik mit Cannabis-Hauttests untersucht. Dabei kam heraus, dass Kiffer:innen im Schnitt häufiger reagierten als Nichtkiffer:innen – und noch häufiger diejenigen, die regelmäßig konsumierten.

Cannabisallergie: Welche Rolle spielen andere Allergien?

Eine Studie von 2018 legt nahe, dass Menschen mit Allergien gegen Katzenhaare, Schimmel, Hausstaubmilben oder andere Pflanzen eher zu einer Cannabisallergie neigen könnten.

Die Studie war allerdings klein und ist deshalb kein unumstößlicher Beweis. Um die Ergebnisse zu bestätigen, braucht es mehr Forschung – wenn du aber eine dieser Allergien hast, solltest du es im Hinterkopf behalten.

In dieselbe Richtung geht die Beobachtung, dass bestimmte Nahrungsmittelallergien eine Cannabisallergie verschlimmern können. Das betrifft vor allem Lebensmittel oder Stoffe mit ähnlichen Eiweißen wie Cannabis. Warum? Weil sie eine „Kreuzreaktion“ mit Cannabis auslösen können, das sogenannte Cannabis-Obst-Gemüse-Syndrom. Lebensmittel, die mit Cannabis kreuzreagieren können, sind zum Beispiel:

  • Tomaten
  • Äpfel
  • Bananen
  • Pfirsiche
  • Auberginen
  • Mandeln
  • Esskastanien
  • Zitrusfrüchte

Wie wird eine Cannabisallergie diagnostiziert?

Ein Standardverfahren, um eine Cannabisallergie festzustellen, gibt es bisher nicht. Meist stützt man sich auf eine sorgfältige Anamnese, also die genaue Abfrage deiner Krankengeschichte.

Hauttests kommen für Patient:innen in Frage, die schon allergisch auf Cannabis reagiert haben. Ein Allergologe könnte zum Beispiel aus Knospen, Blättern und Blüten der Pflanze einen Extrakt oder Brei herstellen. Damit lässt sich ein ganz normaler Hauttest machen, wie bei jedem anderen Allergietest auch. Diese Tests sind zwar nicht standardisiert, können aber in der Regel eine allergische Sensibilisierung anzeigen.

Eines der bekanntesten Zentren dafür ist die Clínica Subiza in Madrid: Dort lässt sich mit einem einfachen Bluttest nicht nur die Sensibilisierung gegen Cannabis feststellen, sondern auch gegen sein Hauptallergen Can s 3.