
Cannabis-Gewächshaus bauen: Typen, Lüftung und Tipps
Vom Klappgewächshaus bis zum Polycarbonat-Profi: Welcher Typ zu dir passt und wie du Feuchtigkeit, Bewässerung und Blüte in den Griff kriegst.
Ein Gewächshaus schützt deine Cannabispflanzen vor Kälte und Wetter, nutzt das kostenlose Sonnenlicht und gibt dir trotzdem viel Kontrolle über Temperatur, Luftfeuchte und Schädlinge. Für den Bau zählen vor allem vier Dinge: der passende Typ, gute Lüftung gegen Feuchtigkeit, eine durchdachte Bewässerung und eine Möglichkeit, das Licht abzudunkeln. Das Schöne am Growen: Für jeden Bedarf gibt es eine passende Methode, und das Gewächshaus ist der Mittelweg zwischen Indoor und Outdoor.
Was ist ein Gewächshaus?
Ein Gewächshaus ist eine Konstruktion, die ein ideales Mikroklima für das Pflanzenwachstum schafft. Du kannst darin Pflanzen anziehen oder sie ihr ganzes Leben lang darin unterbringen. Das ist schon ein größeres Projekt, aber du kannst es mit kleinem Budget selbst angehen oder Profis bauen lassen.
Warum lohnt sich ein eigenes Cannabis-Gewächshaus?
Die wichtigsten Vorteile eines Gewächshauses für Cannabis:
- Weniger Stromverbrauch: Im Gewächshaus nutzt du das Sonnenlicht und sparst dir den Strom für eine Growlampe, die 18 Stunden am Tag läuft.
- Kontrolle über das Klima: Beim Outdoor-Grow sind deine Pflanzen Wind und Wetter komplett ausgeliefert. Im Gewächshaus hast du dagegen viel mehr Kontrolle und kannst Temperatur, Luftzirkulation, Luftfeuchte und mehr optimieren.
- Bessere Potenz, mehr Aroma und Geschmack: Klar hängt das stark von der Sorte und deinem Können als Grower ab, aber Gewächshaus-Gras hat sich einen richtig guten Ruf für Potenz, Aroma und Geschmack erarbeitet, wahrscheinlich weil du hier so viel Kontrolle über die Qualität deiner Ernte hast.
- Bessere Schädlingskontrolle: Outdoor bist du Schädlingen ausgesetzt, die sich nur schwer in den Griff kriegen lassen. Im Gewächshaus senkst du das Risiko deutlich, ähnlich wie beim Indoor-Grow.

Gewächshaus bauen: So richtest du es für Cannabis ein
Wie gesagt: Ein Gewächshaus zu bauen ist kein Spaziergang, und es kommt auf jede Menge Faktoren an, die von deiner Situation abhängen (wie viel Platz du hast, welche Materialien du bekommst, dein Budget, deine Heimwerker-Skills und so weiter). Deshalb geht es hier um die verschiedenen Gewächshaustypen und darum, worauf du beim Cannabisanbau darin achten musst.
Welche Gewächshaustypen gibt es?
Das Gute an Gewächshäusern: Es gibt sie in allen möglichen Formen, Größen und Bauweisen. Welches du nimmst, hängt von deinem Budget, der Zahl deiner Pflanzen und dem verfügbaren Platz ab.
Hier ein paar Typen, die du im Handel findest:
- Kleine Klappgewächshäuser: Die günstigsten, meist gedacht für Hobbygärtner mit wenig Platz. Sie bestehen aus einem Gestell, einer Plastikhülle, ein paar Regalböden für Pflanzen und Werkzeug und einer Tür mit Reißverschluss, damit du leicht rankommst. Billiger geht's nicht.
- Mittelgroße begehbare Foliengewächshäuser: Auch die haben meist ein Metallgestell und eine Plastikhülle, bieten aber deutlich mehr Platz, größere Regale und die Möglichkeit, reinzugehen und dich ganz deinen Pflanzen zu widmen. Es gibt sie in verschiedenen Größen und Ausführungen, gedacht für alle mit etwas mehr Platz (Innenhof, Terrasse, Garten). Die Preise schwanken stark, liegen aber meist höher.
- Tunnelgewächshäuser (Quonset): Die sind tunnelförmig und gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Modellen im kommerziellen Anbau. Wegen ihrer Größe sind sie für draußen gemacht und entsprechend solider gebaut.
- Profi-Gewächshäuser für draußen: Die erkennst du sofort an Größe, Bauqualität und Preis. Meist haben sie ein Gestell aus rostfreiem Aluminium und sehr langlebige Platten aus Polycarbonat, die maximal Licht durchlassen und vor Wind und Wetter schützen. Zusammen mit den Tunnelgewächshäusern sind sie die teuersten auf dem Markt.
Worauf du beim Cannabisanbau im Gewächshaus achten musst
Feuchtigkeit vermeiden: Lüftung und Bewässerung richtig einstellen
Eines der größten Probleme, wenn du Cannabis anbaust, ist im Gewächshaus die hohe Luftfeuchtigkeit. Für Sämlinge ist das feuchte Klima gut, für ausgewachsene Pflanzen aber ein Riesenproblem, weil es ein Paradies für Bakterien, Pilze und Schädlinge ist.
Um das im Griff zu behalten, nimmst du ein Thermometer und ein Hygrometer und kontrollierst damit Temperatur und relative Luftfeuchte im Gewächshaus.
Außerdem lohnt es sich, in Zuluftventilatoren, Umluftventilatoren und Abluftventilatoren zu investieren. So kriegen deine Pflanzen genug frische Luft, und Temperatur und Luftfeuchte bleiben niedrig.
Welcher Ventilator am besten passt, hängt komplett von der Größe deines Gewächshauses ab. Ideal ist eine sanfte, aber konstante Brise, die durch den ganzen Raum zieht.
Automatische Bewässerungssysteme
Damit Feuchtigkeitsprobleme nicht die Qualität deiner Ernte ruinieren, brauchst du einen passenden Gießplan. Ein automatisches Bewässerungssystem ist eine gute Investition, um Ärger zu vermeiden.
Gut geeignet ist eine Tröpfchenbewässerung: Deine Pflanzen bekommen genau so viel Wasser, wie sie brauchen, ohne Überschuss (was wiederum das Risiko für Bakterien und Pilze senkt), und gesunde Wurzeln werden gefördert, um nur ein paar Vorteile zu nennen.
Wenn du vorher outdoor gegrowt hast, übernimm nicht einfach deinen alten Gießrhythmus, sonst ertränkst du deine Pflanzen schnell.
Das Gewächshaus abdunkeln (um die Blüte einzuleiten)
Im Gewächshaus funktioniert das Ganze nicht anders als bei anderen Anbauformen. Cannabispflanzen beginnen natürlicherweise nach der Sommersonnenwende zu blühen, wenn die Tage kürzer werden und Herbst und Winter näher rücken. Im Gewächshaus hast du bei der Blüte aber zwei Möglichkeiten:
- Du lässt die Pflanzen wachsen wie in der Natur und wartest, bis sie mit dem veränderten Lichtzyklus nach der Sommersonnenwende in die Blüte gehen. Das ist ganz einfach und braucht nur etwas Geduld.
- Oder du bringst Rollos oder Abdeckungen am Gewächshaus an, um das Licht auszusperren und die Blüte gezielt einzuleiten (ähnlich wie im Growraum). Wie du dir denken kannst, ist das mehr Arbeit, aber du hast deine Pflanzen und ihre Entwicklung besser im Griff.
So kannst du die Blüte im Gewächshaus einleiten:
- Mit einer Plane: Lass dir eine schwarze Plane auf Maß machen, die außen über dein Gewächshaus passt, und zieh sie von Hand drüber, um die tägliche Lichtmenge zu reduzieren. Bei einem kleinen Gewächshaus ist das wohl die einfachste und günstigste Lösung.
- Mit Vorhängen: Die hängst du innen an die Wände und deckst das Dach mit einer Plane ab.
- Mit Rollos: Eine der bequemsten, aber auch die teuerste Lösung: Mit automatischen Rollos sperrst du das Sonnenlicht per Knopfdruck aus.

Tipps für dein Cannabis-Gewächshaus
- Kenn deine Sorten: Wenn du dich ins Thema Gewächshaus einliest, solltest du die Sorten kennen, die du anbaust. Am besten wählst du Sorten mit den Eigenschaften, die du suchst, und die sich im Gewächshaus schon bewährt haben.
- Kenn deinen Platz: Überleg dir genau, wie viel Platz du im Gewächshaus hast und wie du ihn aufteilst, damit deine Pflanzen die besten Bedingungen bekommen.
- Nimm Töpfe in der richtigen Größe: Im Gewächshaus musst du die Größe der Pflanzen einplanen. Bei mittelgroßen Pflanzen empfehlen wir 2 bis 4 Pflanzen pro m² in Töpfen mit 12 bis 15 Litern. So hat jede Pflanze genug Platz zum Wachsen, und du kommst bei der Pflege besser ran.
- Trainier deine Pflanzen: Es gibt verschiedene Techniken, die du auch kombinieren kannst, vor allem Low Stress Training und High Stress Training. Damit steuerst du das Wachstum und sorgst dafür, dass die Pflanzen Licht und Platz optimal nutzen.
- Wasseranschluss und Abfluss in der Nähe: Sorg dafür, dass du im oder am Gewächshaus Wasser hast und das Wasser auch irgendwo ablaufen kann.
- Plan alles im Voraus: Egal ob du ein Gewächshaus kaufst oder selbst baust, du brauchst einen klaren Plan. Denk an Größe und Form, die Zahl der Pflanzen, die Baumaterialien (wenn du selbst baust) und den Grow-Alltag (Gießen, Düngen, Training, Schnitt und so weiter).
- Denk an Aktivkohlefilter: Wenn du mehr als eine Handvoll Pflanzen anbaust, solltest du Aktivkohlefilter in die Lüftung einbauen, damit der Cannabisgeruch nicht die ganze Nachbarschaft informiert.
Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, gefällt dir vielleicht auch …

DER CLUB
Werde Teil der Community
Grower mit Namen und Gesicht, rückverfolgbare Chargen, eine echte Community. Kein Gerede, keine leeren Versprechen.
Dem Club beitretenWEITERLESEN
ANBAUIndoor-Grow planen: Genetik, Licht, Lüftung und Blütezeit
Samen oder Stecklinge, LED oder NDL, Abluft unten oder oben: die Entscheidungen, die du vor dem ersten Indoor-Grow treffen solltest.
ANBAUWas sind Trichome? Arten, Funktion und warum sie zählen
Bulbös, sitzend oder gestielt: welche Harzdrüsen THC und Terpene bilden, wovor sie die Pflanze schützen und was ihre Farbe über die Ernte sagt.
