
Cannabis nach dem Mond anbauen: So nutzt du den Mondkalender
Neumond, Vollmond, aufsteigender Mond: Was die Tradition des Mondgärtnerns für Schnitt, Umtopfen, Dünger und Ernte empfiehlt – und wie wenig davon belegt ist.
Mit einem Mondkalender planst du Keimen, Umtopfen, Schneiden, Düngen und Ernten nach Mondphase und Mondlauf – so will es die Tradition des Gärtnerns nach dem Mond. Wissenschaftlich belegt ist davon wenig; wer es ausprobieren will, findet hier die Regeln. Klar ist nur: Der Mond bewegt die Gezeiten auf der ganzen Erde.
Der Mondkalender soll großen Einfluss auf Tiere und Pflanzen haben, auch auf Cannabis. Es gibt kaum wissenschaftliche Belege dafür – aber lassen wir die Mystik mal beiseite und schauen uns an, wie der Mond den Cannabis-Anbau beeinflussen soll.
Nach der Tradition des Mondgärtnerns steuert der Mond einen Teil des Lichtrhythmus jeder Pflanze. Die Idee: Er rege die Bildung bestimmter lichtempfindlicher Eiweiße in der Pflanze an, die den Saftstrom im Inneren je nach Mondlicht in Bewegung setzen. Deshalb lässt sich angeblich ein Anbaukalender nach der jeweiligen Mondphase aufstellen.
Der Originaltext stammt aus Argentinien und wurde für die Südhalbkugel geschrieben. Die Mondphasen fallen aber weltweit praktisch auf dieselben Tage; was sich je nach Halbkugel ändert, ist die Form der Mondsichel (dazu unten mehr).
Der Mondkalender richtet sich nach den Mondphasen
Neumond
Du erkennst ihn daran, dass der Mond kaum leuchtet – der Saft in der Pflanze steht still. Er zieht sich komplett durch den Stamm bis in die Wurzeln zurück. Für die Pflanze ist das eine Phase der Anpassung und Ruhe, in der sie Energie tankt, um den Saft danach wieder in alle Teile zu verteilen. Laut Mondkalender die perfekte Zeit, um zu schneiden oder Stützen anzubringen, weil es die Pflanze dann am wenigsten belastet.
Zunehmender Mond
Jetzt wird das Mondlicht stärker und mit ihm angeblich die Bewegung in der Pflanze, die mit mehr Blättern und Wurzeln reagiert. Der Saft steigt von den Wurzeln in Stamm und Äste. Gegen Ende dieser Phase sollst du laut Mondkalender die Cannabissamen keimen lassen, damit du sie am ersten Vollmondtag einpflanzen kannst.
Vollmond
In dieser Phase leuchtet der Mond am stärksten, und Saft und Wasser sollen sich in der Pflanze am meisten bewegen – es bilden sich mehr Blätter. Das Wurzelwachstum bremst ab. Der Saft erreicht die höchsten Teile der Pflanze und bleibt in Spitze, Ästen, Blättern und Blüten. Ideal zum Umtopfen oder um feminisierte wie reguläre Samen einzupflanzen, damit sie stärker wachsen: Wenn der Saft wieder absinkt, haben die Wurzeln viel mehr Platz, sich auszubreiten. Schneiden solltest du jetzt aber nicht.
Abnehmender Mond
Wenn der Mond abnimmt, wird auch sein Licht schwächer, und die Pflanze bildet weniger Blätter. Es fließt weniger Saft durch das Gewebe, und er sinkt wieder ab, sammelt sich in Stamm und unteren Blättern. Die Hormone für das Wurzelwachstum sind jetzt in Bestform, die Wurzeln werden dicker. Weil der Saft noch nicht in den Wurzeln angekommen ist, kannst du immer noch gut umtopfen – die Pflanze reagiert aber nicht so gut wie bei Vollmond.

Mondkalender auf Nord- und Südhalbkugel: Woran du die Phase erkennst
Auch wenn du den biodynamischen Mondkalender schon kennst: Achte darauf, auf welcher Halbkugel du lebst, und schau dir die Form des Mondes an. Sowohl beim zunehmenden als auch beim abnehmenden Mond sieht die Sichel auf den beiden Halbkugeln unterschiedlich aus:
- Auf der Nordhalbkugel, also auch in Deutschland, ist der Mond abnehmend, wenn er wie ein C aussieht. Zunehmend ist er, wenn er wie ein D aussieht.
- Auf der Südhalbkugel ist es genau umgekehrt: Der Mond ist abnehmend, wenn er wie ein D aussieht, und zunehmend, wenn er wie ein C aussieht.
Cannabis nach dem Mondkalender anbauen: die Arbeiten im Überblick
Wenn du die Mondzyklen und ihren angeblichen Einfluss kennst, geht es ans Umsetzen im eigenen Grow. Neben den Phasen spielt dabei der Mondlauf eine Rolle: Etwa alle 27 Tage steigt der Mond am Himmel zwei Wochen lang höher (aufsteigender Mond) und sinkt dann zwei Wochen lang wieder ab (absteigender Mond) – unabhängig davon, ob er gerade zu- oder abnimmt.
Am Anfang wird es dir schwerfallen, jede Arbeit genau dann zu erledigen, wenn die Bedingungen optimal sind. Aber keine Panik: Mit Beobachtung und Erfahrung wird dein Eigenanbau nach dem Mond nach und nach besser.
Hier die idealen Bedingungen für jeden Arbeitsschritt im Überblick:
Keimen:
Ideal wäre es, zu einer bestimmten Mondzeit keimen zu lassen. Empfohlen wird der absteigende Mond in der zunehmenden Phase, bis 3 Tage vor Vollmond. Weil wir von Cannabis vor allem die Blüten wollen, soll es außerdem helfen, die Samen keimen zu lassen, wenn der Mond durch ein Luftzeichen wandert (Zwillinge, Waage, Wassermann). Nicht empfohlen ist der Vollmondtag selbst, und Neumond und abnehmenden Mond meidest du am besten ganz.
Einpflanzen und Umtopfen:
Ideal ist laut Mondkalender der absteigende Mond in der zunehmenden Phase – dann sollen die Bedingungen perfekt sein, um die Pflanzen in größere Töpfe zu setzen. Und das ist auch die Mondphase, in der du gekeimte Samen am besten einpflanzt.
Schneiden:
Die wichtigste Frage: Bei welchem Mond schneidet man? Ideal ist der absteigende Mond in der abnehmenden Phase. Dann soll sich die Pflanze schneller erholen und weniger Stress haben.
Wachstumsdünger
Nach dem Cannabis-Mondkalender gibst du natürliche oder selbst angesetzte Dünger bei absteigendem Mond in der zunehmenden Phase. Mineralische Dünger kommen in der abnehmenden Phase dran.
Blütedünger:
Beim Anbau nach dem Mond soll man Basisdünger und Blütestimulatoren geben, wenn der Mond durch Luftzeichen wandert – das fördert angeblich Bildung und Wachstum der Buds. Bei absteigendem Mond in der zunehmenden Phase soll die Erde Langzeitdünger am besten aufnehmen. Mineralische Dünger empfiehlt man in der abnehmenden Phase.
Stecklinge schneiden:
Wartest du das Ende des aufsteigenden Mondes ab, bekommst du kräftige Stecklinge voller Saft. Die Mutterpflanze leidet in diesem Zyklus allerdings stärker. Deshalb empfiehlt es sich, bei absteigendem Mond Mykorrhiza zu geben, um die Regeneration des verletzten Gewebes anzuregen und den Stress abzufedern.
Stecklinge einpflanzen:
Schneidest du die Stecklinge an den letzten beiden Tagen des aufsteigenden Mondes, kannst du sie mindestens 2 bis 3 Tage in ein Gefäß mit Wasser und Bewurzelungsmittel stellen. Wann pflanzt du sie dann ein? Am besten zu Beginn des absteigenden Mondes. Fällt das in die zunehmende Phase, sollen sie besonders gut anwachsen, weil Wurzelbildung und -wachstum angeregt werden.
Buds ernten:
Der ideale Erntezeitpunkt für einen hohen Wirkstoffgehalt ist laut Mondkalender der zunehmende Mond oder Vollmond – aber nicht genau der Vollmondtag.
Erntest du bei abnehmendem Mond, sollen Geschmack und Geruch deines Grases intensiver ausfallen. Die Trocknung geht bei absteigendem Mond schneller und macht weniger Probleme. Wenn aber kein Schimmelrisiko besteht und die Bedingungen passen, ist der aufsteigende Mond ideal zum Ernten.
Samen ernten:
Um Samen zu ernten, wartest du am besten, bis der Mond aufsteigend ist.
Schädlinge und Krankheiten:
Bei absteigendem Mond in der abnehmenden Phase sollen Insektizide gegen Schädlinge am besten wirken. Fungizide gegen Pilzbefall sollen bei aufsteigendem Mond in der abnehmenden Phase effektiver sein.
Unten findest du den Mondkalender, den wir für Argentinien erstellt haben – er ist für die Südhalbkugel und das Jahr 2024 gedacht. Die Mondphasen gelten weltweit, für deinen Grow brauchst du aber einen aktuellen Kalender für dein Jahr:
MONDKALENDER 2024 (ARGENTINIEN, SÜDHALBKUGEL)

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