Cannabis-Stängel verwerten: 6 Ideen statt Mülleimer
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Cannabis-Stängel verwerten: 6 Ideen statt Mülleimer

Rauchen bringt nichts, wegwerfen ist schade: Was du aus den Stängeln deiner Cannabispflanze machen kannst, von Tee über Kief bis zum Hanfdocht.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Cannabis-Stängel kannst du nicht sinnvoll rauchen, aber wegwerfen musst du sie auch nicht: Aus ihnen lassen sich Tee, Cannabutter, Salben, etwas Kief, Hanfpapier oder ein Hanfdocht machen. Die Cannabispflanze ist ein echtes Paradies, von den Trichomen über die Terpene bis zur Blüte selbst, und fast alles daran lässt sich nutzen. Aber hast du dich schon mal gefragt, was du mit den Stängeln anfangen kannst?

Vorweg: Cannabis-Stängel sind kein Müll. Klar, sie haben einen schlechten Ruf, vor allem, weil sie kaum Trichome haben und deshalb kaum THC enthalten und nicht high machen. Viele Kiffer halten die Stängel deshalb für nutzlos und schmeißen sie weg. Dabei sieht die Sache anders aus.

Kann man Cannabis-Stängel rauchen?

Bevor du fragst, ob du die Stängel rauchen kannst, solltest du wissen: Sie enthalten sehr wenig THC, also das Cannabinoid, das für das berühmte High beim Rauchen verantwortlich ist. Kann man den Stängel einer Pflanze also rauchen?

Kannst du, solltest du aber nicht, denn vom Stängel wirst du nicht high. Im Gegenteil: Stängel zu rauchen bringt dir viel mehr Risiko als Nutzen. Mischst du sie unter, musst du eher heftig husten oder bekommst Halsschmerzen.

Zerbröselte Stängel im Joint machen den Zug auch nicht leckerer. Du ziehst dir nur mehr Pflanzenmaterial in die Lunge, das kratzig und unangenehm sein kann. Besser wird dein Erlebnis dadurch nicht.

Was kann man sonst mit Cannabis-Stängeln machen?

Nach dem, was wir gerade gesagt haben, solltest du die Stängel also lieber nicht grinden und in die Bong packen. Wofür sind sie dann gut?

Das Geniale an Cannabis-Stängeln: Du kannst damit ganz andere Sachen machen, essbare und nicht essbare, die dir ein ganz anderes Erlebnis bieten. Hier ein paar Möglichkeiten, wie du sie nutzen und ihre ätherischen Öle verwerten kannst:

Tee aus Cannabis-Stängeln

Viele trinken gern Cannabis-Tee, aber die wenigsten sind je auf die Idee gekommen, einen Tee aus den Stängeln zu machen. Vorab: Stängel-Tee ist so ziemlich das Einfachste, was du je zubereiten wirst, und du kannst ihn so aufpeppen, dass er richtig lecker, vollmundig und gehaltvoll wird.

Nimm dafür am besten die Stängel einer möglichst potenten Sorte und decarboxyliere sie vorher, denn wie du weißt, enthalten Stängel deutlich weniger THC als die Blüten. Ist der Tee fertig, kannst du ihn mit Honig, Zitrone, Rohrzucker oder einem Beutel deiner Lieblingsteesorte verfeinern.

Cannabutter oder Cannabis-Öl

Du willst die Stängel nicht rauchen? Dann iss sie, vor allem, wenn du öfter Edibles machst. Sobald du mit der Decarboxylierung loslegst, die das THC in deinem Gras aktiviert, gibst du die Stängel einfach mit dazu.

Erwarte nicht, dass deine Edibles dadurch viel stärker werden, aber sie bekommen ein angenehmes Cannabis-Aroma. Und wenn du kaum noch Blüten hast, aber dringend Edibles brauchst, sind die Stängel eine prima Notlösung.

Cannabis-Salben und Topicals

Genau wie bei Edibles kannst du übrig gebliebene, zerbrochene Stängel zu Hause in ein Rezept für ein Cannabis-Topical (eine Salbe oder Creme zum Auftragen) einarbeiten. Topicals werden häufig bei Hautproblemen, chronischen Schmerzen und Ähnlichem eingesetzt.

Ein Cannabis-Topical machst du ganz ähnlich wie Cannabis-Kokosöl, nur dass du noch etwas Bienenwachs und ein paar Tropfen ätherisches Öl deiner Wahl dazugibst. Wie bei den Edibles packst du die Stängel einfach mit in die Decarboxylierung.

Kief

Wenn du dich mit Cannabis auskennst, weißt du, wie genial Kief ist.

Kief sind die Cannabis-Kristalle, also die harzigen Trichome, die sich beim Grinden der Blüten ansammeln. Das Tolle an Kief: Es ist super praktisch, vor allem, wenn du kaum noch Blüten hast.

Normalerweise kratzt du einfach den Boden deines Grinders aus und hast schnell ein ordentliches Häufchen Kief. Du kannst es aber auch mit den Stängeln selbst gewinnen. Dafür zerkleinerst du die Stängel so fein wie möglich und packst sie in einen verschlossenen Plastikbeutel.

Den Beutel legst du ins Gefrierfach, gibst nach und nach weitere Stängel dazu und schüttelst ihn jedes Mal kräftig durch. Mit jedem Schütteln lösen sich die gefrorenen Kristalle von den Stängeln. Langsam, aber sicher sammelt sich dein Kief an, genau wie im Grinder, bereit zum Einsatz!

Hanfpapier

Kennt nicht jeder, aber Hanfpapier hat einen Ruf. Tatsächlich war es bis in die 1930er Jahre extrem beliebt, bis alles, was mit Cannabis zu tun hatte, in den USA und dem Rest der Welt immer stärker stigmatisiert wurde. Klar, es heißt Hanfpapier, aber wenn du keinen Nutzhanf hast, kannst du ganz einfach aus Cannabis-Stängeln Papier machen.

Dafür gibst du gleiche Mengen Cannabis-Stängel und normales Papier in einen Mixer. Gieß genug Wasser dazu, damit sich alles leicht vermischt. Ist die Masse so gleichmäßig wie möglich, kippst du sie in eine Schöpfwanne zum Papierschöpfen.

Hast du die Masse gleichmäßig im Schöpfrahmen verteilt, rüttelst du die Oberfläche sanft, bis sich der Brei gleichmäßig verteilt. Lass ihn etwa 24 bis 36 Stunden trocknen und abtropfen, zieh das Papier dann vorsichtig ab und häng es zum vollständigen Trocknen auf.

Hanfdocht

Manche wissen, dass ein Feuerzeug (wegen der Butangase) nicht gerade gesund ist. Ein Hanfdocht ist eine gute, weniger schädliche Alternative, und du kannst ihn ganz leicht aus Cannabis-Stängeln selbst machen.

Dafür löst du mit einer Schere oder Klinge die Fasern von den Stängeln, bis du lange, faserige Stränge hast. Die verdrehst du fest miteinander, bis sich eine Schnur bildet, immer wieder falten und kräftig verdrillen. Wenn du so weit verdreht hast, dass nichts mehr geht, tauchst du die Schnur in etwas Bienenwachs und lässt sie trocknen.